Filmspiele

Junge Filmer haben es schwer. Die Mühlen der Branche malen langsam und längst nicht jedes Nugget schafft es in die Kinos.

Ich frage mich, welche Rolle Online-Portale in den Filmschulen und den Köpfen der Beteilgten spielen? Kino und Internet haben ihren Frieden ja noch nicht geschlossen. Vielmehr wird das Netz seitens der etablierten Markteilnehmer in der Regel als nervige Konkurrenz gesehen. Die Diskussionen sind endlos und für den aufgeklärten Netznutzer fast täglich im Blick. Jedenfalls sind die Video-Plattformen da und sie entwickeln Profil.

Bei Vimeo zum Beispiel nimmt man sich vor allem den Young Professionals an. Aktuell werben die einem Festival, celebriert im Netz und in NewYork (if you can make it there), einem üppigen Preisgeld und einer wirklich eindruckvollen Juri setzt sich das Video-Online-Portal von YouTube angehm ab.

Während YouTube das RTL der Netzvideo ist (Unterhaltung, Blockbuster, News und mehr), kommt mir Vimeo eher wie die netzgewordene Arte-Plattform vor. Anspruchsvolle Animationen, HD-Versuche und -Entwicklungen, Inhalte und Machart sind wesentlich profunder, was auch daran liegt, dass das Team hinter Vimeo eine bessere “was uns gefällt”-Sparte betreibt und damit deren “Vision” eines guten Filmes promient fördert und unausgesprochen einfordert.

Nach der Registrierung mit Email und Passwort geht es immer los. Während YouTube mich fast nötigt, selbst aktiv zu werden, läßt mich Vimeo an den Ergebnissen derer teilhaben, die von Video definitiv mehr Ahnung haben als ich selbst (vor allem die bessere Ausrüstung ;-) )
Großartige Projekte wie dieser Kurzfilm tauchen dabei auf meiner Startseite auf.

Leap from Dan Gaud on Vimeo.

RTL und Arte? Natürlich hinken die Vergleiche, aber wer noch überhaupt keine Erfahrung mit YouTube oder ähnlichen Portalen hat, kann sich so wenigstens ein Bild machen.

Alle, die selbst mit Video verhaftet sind, können sich übrigens derzeit für das Festival mit ihrem Beitrag bewerben – Opportunity statt Bedrohung. Denn Ehre sei, wem Ehre gebührt.

Vimeo Festival + Awards.

Satelliten angepeilt

Kennt jemand diese unglaublichen Gefühle von Erfüllung und Befriedigung nach einer gelungenen Aufgabe? Ich vermute es sind Endorphine oder ähnliche Weichmacher im Hormonhaushalt, die diese Gefühle hervorrufen. Und der Erfolg natürlich.

Schön zu sehen in Cast away. Kommen Sie schon! Den Film haben Sie gesehen. Dieser Hollywoodschmonzette! Da vertauscht doch ein unglaublich erfolgreicher Postbote (dargestellt von Tom Hanks) den Flughafen mit einer einsamen Insel, merkt das nach ein paar Jahren und am Ende kommt das Paket natürlich zu spät.

Aber:

Dieser Film brachte eine bemerkenswerte Szene, die sich heute in ähnlicher Art in meinem Wohnzimmer abspielte.

Diese ‘Ich habe Feuer gemacht’-Sache.

Sie wissen schon! Ein dickbäuchiger weißer Mann tanzt um ein Osterfeuer am Strand.

Tom hat das gleiche gefühlt wie ich! Ich weiß es. Als es geschah hing keine zwei Meter von mir entfernt ein Spiegel. Also nicht dass jetzt jemand glaubt, ich hätte Feuer in meinem Wohnzimmer gemacht. Das ist natürlich Unsinn.

Ich habe eine Satellitenschüssel an die höchste Ecke unserer Hütte angebaut, verdrahtet und erstmals seit unserem Auszug aus Velpke wieder ZDF-INFO gesehen.

Und dann hat meine Frau auf TV-Total geschaltet, mich an den Rechner vertrieben und ich habe DAS gefunden:

und zwar hier.

In diesem Zusammenhang finde ich diesen Beitrag übrigens auch sehr passend ;-)

Gute Nacht.

Hitler Leasing

Dieses Nazi-Konzert in Salzwedel geht mir nicht so schnell aus dem Sinn.

Beim Surfen ist mir dieses Video unter die Finger gekommen . . .

Hitler Leasing

Großartige Satire von Florian Wittkamm aus dem Jahre 2005

(Eigentlich war das Video hier eingebunden. … und dann war ich mir plötzlich unsicher. Immerhin ist ein Hakenkreuz zu sehen. Zwar in einer Satire, und damit rechtlich unsicher aber auch urheberrechtlich bekam ich so meine Zweifel.
via Peter)

Citytube: Video total lokal

YouTube ist inzwischen bekannt und in den USA zu einer echten Alternative zur Glotze geworden.

Lokale Nachrichten werden dort genauso publiziert, wie die Mitschnitte der meinungsmachenden Fernsehstationen. Letztere oft ohne deren Einverständnis, was vor allem die Juristen beschäftigt.

Deutsche Lokalnachrichten werden dort zwar auch verbreitet – selbst die ‘Provinz’ bleibt nicht unerwähnt. Die reine Masse der Videos macht es dem Interessierten aber erst einmal schwer, sich zu orientieren.

In diese Lücke stößt – meiner Meinung nach mit einiger Aussicht auf Erfolg – Citytube. Vollständig in deutscher Sprache und die reale Örtlichkeit fest im Blick: nach Städten sortiert, mit allen Segnungen von Web2.0.

Die Filme sind generell jeweils mit dem Namen der Stadt und dem Ort versehen, an dem sie aufgenommen wurden. Auf diese Weise soll “das schnelle Finden von Bewegtbildern aus der eigenen Region” nun kein Problem mehr sein, heißt es heute in einer Pressemitteilung. Die Macher vergleichen ihr Angebot mit einer Lokalzeitung. Inwiefern das funktioniert, entscheiden nur die Nutzer…

Gefunden bei Upload

Was tue ich, um den Konflikt zu beenden?

Ich? Konflikt? Welchen Konflikt?

Israelis und Palästinenser verstehen diese Frage sicher schneller. Gestellt wird sie von einer Organisation mit dem vielsagenden Namen ‘OneVoice’, auch via YouTube.

Hinter ‘Eine Stimme’ (dtsch. für OneVoice) steht eine ‘NGO‘, in der eine Graswurzelrevolution propagiert und forciert wird. Ziel ist es, einen Dialog der Moderaten zu beginnen.

Was tue ich? Ich erwähne es nur mal . . .

(Jugendfrei ;-) und wie immer sind die (englischen) Kommentare auf YouTube lesenswert!

Zappen ist out

Die dritte Studie der Reihe “TV2010″ belegt, dass sich das Nutzungsverhalten der Zuschauer grundlegend ändert: Je mehr Sender verfügbar sind, umso mehr wird deren Rezeption gezielt geplant. Dabei helfen moderne “Tools” wie elektronische Programmführer, die nicht nur Überblick schaffen, sondern dem Anwender eine neue Erlebnisqualität bieten, die über das eigentliche Programm hinaus besteht. Der Nutzer wandelt sich vom passiven Zuschauer zum aktiven “Selector”, der bestimmt, welche Inhalte er wann, wo und wie konsumieren möchte.

Fraunhofer-Institut FIT – Pressemitteilung

Was dem Fernsehzuschauer recht ist, kann dem Websurfer nur billig sein.

Das Angebot ist unüberschaubar groß. Einige Seiten haben regelmäßig etwas zu meinen Interessen zu sagen, andere selten.

Was dem Fernsehzuschauer sein EPG sind den Surfern der nächsten Generation die Social-Bookmarkdienste wie DIGG oder del.icio.us, um nur einige zu nennen. Zusammen mit den News-Diensten RSS sparen diese “Programmführer” dem Surfer eine Menge Übersicht in kurzer Zeit.

Wo viel Licht, ist allerdings ist auch in Web2.0-Zeiten Schatten auszumachen.

Denn die Verweildauer am PC nimmt gewaltige Züge an. Es kommt bei mir schon einmal vor, dass ich 8 Stunden surfe . . . dass ich überhaupt so lange am PC sitze, ist seit den frühen 90ern nicht mehr vorgekommen.

Da hilft dann auch DSL 16.000 nicht weiter, eher im Gegenteil.

Wie kommt der Castor in YouTube?

“Was soll das bringen, wer sieht sich das überhaupt an?”, dachte ich mir vor einem Jahr, als ich das erste Mal YouTube benutzt hatte. Eine Frage, die – wie ich im Bekanntenkreis bemerke – sich fast alle “Neunutzer” stellen.
Folgende Antwort habe ich für mich gefunden: YouTube betreibt wertfreie, echte “Massenkommunikation“.

Behauptet wird, dass YouTube 100 Millionen Videos/Tag verbreitet. Im Juli 2006 waren es 2,5 Milliarden Videos weltweit. Derzeit (Herbst 2006) kommen jeden Tag kommen 65.000 neue Videos dazu.

Keine Sendeanstalt, keine Redaktion – in Netz gestellt wird alles. Fernsehmitschnitte, Privatvideos und Politik. Gefunden – und das ist meiner Ansicht nach der Witz – wird nur das “Video”, welches wenigstens einige Leute interessiert.

Großes Interesse bedeutet gleichzeitig eine rasend schnelle Verbreitung. In Punkto Aktualität hält YouTube mit den großen Sendeanstalten wie CNN locker mit. Wohlgemerkt: Der Laden hat etwas mehr als 60 Mitarbeiter!

Der Bildungsbürger wundert sich, was die Leute alles interessiert und nicht wenige rümpfen die Nase. Dabei steht es ihnen frei, sich ebenfalls mit ihren Themen bei YouTube zu präsentieren.

Mich interessiert zur Zeit – wir warten hier im Wendland mal wieder auf den Castor – welche Wellen der Castortransport in den “neuen” Medien wie YouTube spielen wird.

In den USA, wo YouTube schon länger ein Massenphänomen ist, werden Videos von Protestmärschen, Sitins etc schon längst im Web verbreitet und diskutiert.

Denn das ist – anders als beim Fernsehen – problemlos möglich und Teil des Systems. Jeder “Nutzer” kann seinen Senf zu jedem Video abgeben. Auch der Bereitschafts-Polizist aus Oldenburg, der naturgegebenermaßen einen ganz anderen Blick auf das Geschehen hat.

Das bedeutet aber auch: Protestkultur stellt sich in YouTube immer einem kritischen Feedback. Dann kommen auch die Befürworter zu Wort und stellen sich der Debatte. Wenn gewollt auch mit einem eigenen “Gegenvideo”, dem sogenannten Videokommentar.Wenig wird im Wendland so intensiv diskutiert, wie der regelmäßige Atomtransport.

Ob sich diese Diskussion bereits jetzt im Web ausbreiten wird, hängt vor allem davon ab wie weit die eher konservativen “Befürworter” sich dieses Kanals bedienen. Sicher ist, dass die Prostestler YouTube und Co früher oder später für sich entdecken werden. Man darf gespannt sein.

Bisher gibt es in YouTube zum Wendland vor allem eine Verbindung: Die Band Madsen. Die kommt aus dem Wendland und ist bereits breit in YouTube vertreten. Und ganz nebenbei: Sie ist richtig gut.