Hörbar: Castor Archiv III

Wer hätte es gedacht. Inzwischen der dritte Teil mit Interviews zum Thema “Castor” hier aus dem Wendland.
Den zweiten Teil habe ich im Blogspiel vom dRadio platziert, der erste ist wegen “Überlänge” nicht akzepiert worden… Für alle, die über das Podspiel auf diese Seite gekommen sind: Hier ist der erste Teil noch einmal nachzuhören.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn mein Beitrag auch die eine oder andere Stimme von Euch beim Voting bekommen könnte. ;-)

In diesem dritten Teil kommt Stefan zu Wort. Er kommt eigentlich aus Düsseldorf und ist über den Umweg Hamburg ins Wendland gekommen. Stefan ist einer von den damals “jungen Leuten”, die ende der 70er Jahre im Zuge der Atomdiskussion ins Wendland gekommen sind.

Er erzählt in diesem Interview, warum es ihn in Wendland gezogen hat, warum Gorleben seiner Meinung nach mehr ist, als nur ein Symbol und welche Rolle das Wendland in der gesamten “Ausstiegsdiskussion” eigentlich spielt.

Bis zum 11.November, dem vermeintlichen Tag X des Jahres 2006, versuche ich hier regelmäßig neue “alte” Interviews zu veröffentlichen. Sie alle sind in Folge eines Features entstanden, das ich für den ORF 1998 erstellt habe.

Also: Viel Spaß beim Hören.

PS. Ich habe dieses Mal auf ID-Tags beim MP3 verzichtet. Ich fürchte nämlich, dass die für die Probleme mit meinem Feed verantwortlich sind.

Hörbar: Castor Archiv II

In was für einer Welt leben wir? Diese Frage stellt sich jeder früher einmal.

Diese Frage lässt sich vielleicht besser beantworten wenn man sich daran erinnert, wie die Welt früher einmal war.
Ein Professor von mir nannte die gehörte Erinnerung eines Fremden in einer Vorlesung in Krems “oral history”. Prof. Jagschitz akzeptierte, dass Geschichtsempfinden immer subjektiv gefärbt ist, ja sein muss.

So auch dieses Empfinden eines Zeitzeugen, der das Wendland beschreibt wie er es als junger Mensch erlebte. Damals in den 70ern, als die Atomanlagen in Gorleben nur für wenige eingeweihte Kreise ein Thema war.

Erstaunlich finde ich die Zeitlosigkeit seiner Aussage.

Viel Spaß beim Hören.

Hörbar: Castor Archiv

Nachdem ich meine neue Festplatte eingerichtet habe bin ich heute zufällig über ein altes MP3 gestolpert. Keine Musik aber nichts desto weniger spannend, weil inzwischen zeitgeschichtlich: ein Interview, dass ich für ein ORF-Feature gemacht habe.

Ich stelle es mal online. Nur für Interessierte am Thema Castor und Nostalgie… :-)

Ordnungsamt ist voll gemein!

Tradtionsbewusst sind die Wendländer. Auch der Nachwuchs. Wie in jedem Jahr wollen die Schüler aus Lüchow gegen den anstehenden Atom-Transport nach Gorleben demonstrieren. Diesmal am 10.November. Anders als bisher hat das Ordnungsamt des Landkreises aber nicht so mitgespielt.

Gut, die Demo ist erlaubt worden. Aber der Zeitpunkt wurde auf das Ende der vierten Stunde gelegt. Damit bringt Vater Staat (denn nichts anderes sind die Vertreter des Ordnungsamtes) die Schüler natürlich in Verlegenheit. mehr lesen …

Castor kommt am 11.November!?

39punkt zeichen.blog » Blog Archive » Stand-by me

Und während bei uns alle auf die warmen Brennstäbe warten, habe ich heute DEN Cartoon zum Thema gefunden.

Zwischenzeitlich nimmt die Polizeiquote in Lüchow-Dannenberg merklich zu. Und das obwohl das ausdrücklich seitens der Atomkraftgegner verboten wurde:

Unterstützt von über 1600 Unterzeichnern hat heute (21.10.06) die „Freie Republik Wendland“ durch den Abdruck einer fünfseitigen „Bekanntmachung“ in der lokalen Elbe-Jeetzel-Zeitung (EJZ) eine „Allgemeinverfügung gegen Atomwirtschaft und Polizeiwillkür“ mit Betretungsverbot der „Besatzungsmacht“ für das Wendland erteilt.

CASTOR-BLOG

Die kleine Bahnstrecke Strecke Dannenberg-Hitzacker gehört demnächst wieder zu den bestbewachten des ganzen Kontinients. Nicht ohne Grund. Schon am Sonntag waren die ersten “Sitzblockaden” auf den Bahngleisen bei Tollendorf gemeldet worden.

Etwas früh vielleicht? Nun ja, früh übt sich halt.

Ich meinte heute, den ersten Polizei-Hubschauber zu hören der bei uns über das Dach flog. War aber ein klassischer “Fehlalarm”. Es war “nur” ein Christoph auf dem Weg ins örtlichen Krankenhaus.

Aber die Uhr tickt. Am 11. November erlebe ich den ersten Castor ganz hautnah vor Ort, ohne zurück nach Lüchow oder Wolfsburg fahren zu müssen. Aktuelle Mitteilungen zum Thema findet man im Castor-Blog oder im örtlichen Polizeifunk.

Mich würde übrigens interessieren, ob nicht der eine oder andere der zigtausend Bepos aus ganz Norddeutschland auch ein Blog betreibt. Es würde mich wirklich einmal interessieren, welche Gedanken einem Ordnungshüter beim Einsatz so durch den Kopf gehen… rein privat natürlich.

Wie kommt der Castor in YouTube?

“Was soll das bringen, wer sieht sich das überhaupt an?”, dachte ich mir vor einem Jahr, als ich das erste Mal YouTube benutzt hatte. Eine Frage, die – wie ich im Bekanntenkreis bemerke – sich fast alle “Neunutzer” stellen.
Folgende Antwort habe ich für mich gefunden: YouTube betreibt wertfreie, echte “Massenkommunikation“.

Behauptet wird, dass YouTube 100 Millionen Videos/Tag verbreitet. Im Juli 2006 waren es 2,5 Milliarden Videos weltweit. Derzeit (Herbst 2006) kommen jeden Tag kommen 65.000 neue Videos dazu.

Keine Sendeanstalt, keine Redaktion – in Netz gestellt wird alles. Fernsehmitschnitte, Privatvideos und Politik. Gefunden – und das ist meiner Ansicht nach der Witz – wird nur das “Video”, welches wenigstens einige Leute interessiert.

Großes Interesse bedeutet gleichzeitig eine rasend schnelle Verbreitung. In Punkto Aktualität hält YouTube mit den großen Sendeanstalten wie CNN locker mit. Wohlgemerkt: Der Laden hat etwas mehr als 60 Mitarbeiter!

Der Bildungsbürger wundert sich, was die Leute alles interessiert und nicht wenige rümpfen die Nase. Dabei steht es ihnen frei, sich ebenfalls mit ihren Themen bei YouTube zu präsentieren.

Mich interessiert zur Zeit – wir warten hier im Wendland mal wieder auf den Castor – welche Wellen der Castortransport in den “neuen” Medien wie YouTube spielen wird.

In den USA, wo YouTube schon länger ein Massenphänomen ist, werden Videos von Protestmärschen, Sitins etc schon längst im Web verbreitet und diskutiert.

Denn das ist – anders als beim Fernsehen – problemlos möglich und Teil des Systems. Jeder “Nutzer” kann seinen Senf zu jedem Video abgeben. Auch der Bereitschafts-Polizist aus Oldenburg, der naturgegebenermaßen einen ganz anderen Blick auf das Geschehen hat.

Das bedeutet aber auch: Protestkultur stellt sich in YouTube immer einem kritischen Feedback. Dann kommen auch die Befürworter zu Wort und stellen sich der Debatte. Wenn gewollt auch mit einem eigenen “Gegenvideo”, dem sogenannten Videokommentar.Wenig wird im Wendland so intensiv diskutiert, wie der regelmäßige Atomtransport.

Ob sich diese Diskussion bereits jetzt im Web ausbreiten wird, hängt vor allem davon ab wie weit die eher konservativen “Befürworter” sich dieses Kanals bedienen. Sicher ist, dass die Prostestler YouTube und Co früher oder später für sich entdecken werden. Man darf gespannt sein.

Bisher gibt es in YouTube zum Wendland vor allem eine Verbindung: Die Band Madsen. Die kommt aus dem Wendland und ist bereits breit in YouTube vertreten. Und ganz nebenbei: Sie ist richtig gut.

Biogas aus der Karotte

Nur ganz kurz mal eben…, morgen mehr.

Was hat eine Mohrübe (oder Wurzel, wie die Gemahlin sagt) mit Autos zu tun? Naja, man könnte sagen: Nix

Stimmt aber nicht, wie ich heute auf dem Biogas-Seminar in Lüchow erfahren habe. Die Mohrübe ist nämlich das Zeichen, unter dem dich die Wendländer Biogasbauern sammeln können. Es ist nur eine Frage der Kommunikation.

Wie bringe ein superkomplexes Thema in das Bewusstsein eines Berufsstandes, der für seine vermeintliche Behäbigkeit berühmt ist? (unbedingt klicken)!

Technorati-Tags:Greengas, , , Energien

Gebloggt mit Flock

Warten . . . auf Castor

Was ist eigentlich mit DEM Topthema aus dem Wendland – dem inzwischen traditionellen Castortransport? Wer bei Technorati das Stichwort sucht, findet derzeit 654 deutschsprachige Einträge, von denen allerdings eine ganze Menge als Streuverlust abgebucht werden dürfen. Zu oft war der Castor als Teil der Mythen mit dabei, selbst als Nickname habe ich Castor gefunden.

Tatsache ist, dass Weblogs zum Thema sehr rar sind. Das mag verschiedene Ursachen haben. Sicherlich ist dem örtlichen Widerstand eine gewisse grundkonservative Haltung nicht abzusprechen – Flugblätter sind als haptisches Erleben doch einfach etwas Schöneres als ein schnödes Feed.

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