Netzwerken für den Landkreis

8. Mai 2012

so klein!Burkhard Kulow hat mich und viele andere via email drauf aufmerksam gemacht: Im Wendland geht der Landkreis-Sensenmann um und darum sei auch mir an dieser Stelle ein Hinweis auf eine bemerkenswerte Initiative im Wendland gestattet. Der Domain-Name täuscht über einen ernsthaften und wichtigen Hintergrund hinweg:

Am 4. Juni soll der Kreistag beschließen, den Landrat mit der Einleitung von Fusionsverhandlungen zu beauftragen.
Wir glauben, daß der Kreis erhalten werden kann und soll.
Mit dieser Seite wollen wir ein Forum und Netzwerk schaffen für alle Initiativen, Kampagnen und Vorschläge, wie eine Kreisfusion noch verhindert werden kann.

http://dan-ke.org/

Es gibt auch eine Facebook-Seite mittels der sich der geneigte Netzwerker über die fortlaufende Entwicklung der Website informieren kann.

Ganz aktuell ist in diesem Zusammenhang ein recht kritischer Beitrag von Marunde zum Thema Kirchturmdenken:

Die Schullandschaft des Kreises ist nicht nur nicht zukunftsfähig, sondern auch ein weicher Standortfaktor, der abschreckend wirkt. Man kann Familien nur den Rat geben, sich im Interesse ihrer Kinder hier nicht anzusiedeln. Und wenn sie hier schon wohnen und kleine Kinder haben, rechtzeitig einen anderen Wohnsitz zu suchen.

Marunde kann mit Fug und Recht die Qualität der örtlichen Schulen in Frage stellen, den Familien mit kleinen Kindern aber den Abzug aus dem Wendland zu empfehlen halte ich für – sagen wir einmal – etwas provokativ überspitzt. Das Wendland ist in seiner jetzigen Form für Schüler bestimmt nicht der Himmel auf Erden (war er zu meiner Zeit jedenfalls nicht) aber eben auch nicht der Bahnhof Zoo. ;-)

Schön wäre es, wenn sich möglichst viele konstruktive Vorschläge auf der Plattform finden.

Die ungeliebte Braut – alles eine Frage der Mitgift!

30. März 2012

Zwangsehen sind in unseren Breiten recht umstritten.

Okay! Es spricht bestimmt einiges dafür, die Wahl des Ehepartners den Eltern zu überlassen und die Beteiligten nicht zu fragen. Aber: In unser modernen Gesellschaft haben sich die Erziehungsberechtigten eigentlich damit abgefunden, dass eine Liebesheirat zu bevorzugen ist.

Welche Schwierigkeiten man mit arrangierten Ehen bekommen kann, erleben wir zur Zeit in Sachen Kreisfusion. (weiterlesen …)

Reiten im Wendland

19. Januar 2010

Das kommt davon wenn man nix zu tun hat und sich (mal wieder) mit Google und Co beschäftigt. Bitte um Ergänzungen:


Reiten im Wendland auf einer größeren Karte anzeigen

Wendland, Ick Moak Di

24. Oktober 2009

Ich hatte es ja schon einmal im Wespennest, hier nun Franzls Version wie sie auch schon im Klahns gezeigt wurde.

Immer wieder schön. Auch und gerade wenn der Herbst kommt.

Skandal: Kennen Sie DEN Reiterhof in Clenze?

18. August 2009

Groß ist gut aber frei ist besserOkay. Die Überschrift soll die Neugierigen noch neugieriger machen. Auch und nicht zuletzt die Eltern von reitbegeisterten Kindern. Eltern, die sich Gedanken machen ihren Nachwuchs während der nächsten Ferien ins wunderschöne und billige Wendland zu bringen und ihn dort auf Pferden reiten zu lassen.

Diese Eltern und einige Journalisten sind nämlich derzeit auf der Suche nach neuen Fakten und Geschichten, rund um Reiterhöfe im Wendland.

Mal zum Mitschreiben:
1. Es gibt im Großraum Clenze EINIGE Reiterhöfe.
2. Einer wurde jetzt zugemacht.

In dem Reiterhof der unter 2. bereits erwähnt ist wurden angeblich Kinder zum Arbeiten gezwungen und ohne Handys von den Eltern allein gelassen.

Weil das ganz gemein ist und weil die Pferde auch nicht so richtig in Form waren (was den Eltern irgendwie entgangen war, als die Kinder abgegeben wurden), machte der Landkreis den Hof kürzlich dicht. Große Anteilnahme der Presse und immer war von einem Reiterhof in Lüchow-Dannenberg im Wendländischen Clenze . . . . die Rede (danke Axel).

Oh ihr lieben, fürsorglichen und kinderfreundlichen Journalisten die ihr so arglos seid: Fickt Euch! Es gibt viele Reiterhöfe im Wendland, einige bei Clenze. Macht eure Hausaufgaben und schreibt das unmissverständlich! In anderen Reiterhöfen bei Clenze wird jetzt von besorgten Eltern nachgefragt, warum die Kinder im nächsten Jahr so schwer arbeiten müssten – das sei doch bisher ganz toll gewesen!

Und liebe Pressestelle des Landkreises: AUFWACHEN!

Danke für die Aufmerksamkeit

KLP Online und Mützingenta

11. April 2008

Die Verwirrung um das “Nichterscheinen” von Mützingen im Reiseführer der KLP hatte hohe Wellen geschlagen. Nachdem die EJZ darauf hingewiesen hatte, dass neben der Mützingenta auch das Gorleben-Archiv unerwähnt blieb, ging die Diskussion in die nächste Runde.

(c) Kulturelle Landpartie

Dirk Drazewski hat Rosi Schoppe interviewt, sie um Hintergrundinformationen gebeten und diese erhalten.

Zwischenzeitlich ist die Website der Kulturellen Landpartie aktualisiert worden – MIT einem Hinweis auf Mützingen. Unter den gegebenen Umständen haben die Verantwortlichen wohl das Beste aus der Situation gemacht.

Mützingen hin oder her, ist eh Pflichprogramm. Ich für meinen Teil hoffe, dass Klein Witzeetze wirklich so toll wird, wie Lina mir versprochen hat:

Wolfgang Kaven, Stefan Buchenau
Wolfgang Kaven liest Bukowski, der Poet der Schattenseiten des American Way of Life, dazu Songs von Tom Waits, Seeleuten und finsteren Kneipen von Stefan Buchenau

Identität

15. Dezember 2007

Das Wendland ist das Wendland ist das Wendland. Genauso wie eine Rose eben eine Rose ist.

Dass ich mit dieser Einschätzung nicht alleine bin, beweisen Lieder und Texte von Franzl Klahn. Der erinnerte sich gestern im Klahn, Dannenberg, an Familienfeiern von früher.
So richtig schön finde ich aber “Wendland, Ick mog Di”, eine vertonte Liebeserklärung an den Landkreis Lüchow-Dannenberg. Eine schöne Hymne, die gerade jetzt zur Weihnachtszeit genau das Richtige für alle Fortgezogenen ist. Sie fasst nämlich eine ganze Reihe von Gründen zusammen, warum man sich auf die Fahrt “nach Hause” freuen sollte ….

Ich hatte meine Panasonic dabei und die hat zum Glück ne Videofunktion. Der Ton ist leider madig. Weil der Text mitunter schwer zu verstehen ist, habe ich soweit wie möglich Untertitel druntergelegt.

Ich hab von Franzl die Einwilligung und da ist es ne Frage der Ehre, das Material auch zu veröffentlichen.

Toskana Deutschlands

25. November 2007

Der November ist ein Monat in dem man sich gerne woanders hin wünscht. Ob Domrep oder Malle, Malediven oder Australien ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Meistens bleibt es bei der reinen Phantasie. Perfide wird es aber, wenn sich eine Gegend mit fremden Federn schmückt um eine – wie auch immer geartete – Gemeinsamkeit zu unterstreichen. Beliebt ist der Begriff “Toskana”.

Da gab es Rotwein trinkende, linke Politik-Netzwerke (bekannt unter dem Stichwort Toskana-Fraktion) oder zum Beispiel die Pfalz, die sich gleich als “Toskana Deutschlands” bezeichnet.

Auch der im Badischen gelegene Kraichgau bezeichnet sich gerne als Toskana und während einer kleinen Geschäftsreise wurde mir dies von Oberbürgermeistern, Ortsvorstehern und Firmenchefs mehrfach unter die Nase gerieben.

Die hügelige Landschaft…, und die einmalige Küche…, und die reiche Kultur…, und es sei immer so tolles Wetter.

Ja, okay. Alles ganz großartig. Ich war nie in der Toskana und es mag ja alles stimmen. Aber ich bin ein kritischer Geist. Besonders stutzig macht mich, dass alles Süddeutschen der festen Überzeugung sind, nördlich des Neckars würde das Wetter durchweg schlechter sein.

Nach drei Tagen Kraichgau wage ich eine Zwischenbilanz: Drei Tage durchweg nebeliges Regenwetter bei Temperaturen um 8 Grad Celsius. So toll ist das wahrlich nicht. Dann lieber das angeblich so schmuddelige Wetter in Norddeutschland: Gestern 4 Grad, wolkenloser Himmel, leichte Briese aus Nordwest (Wendland). Scheiss auf Toskana.

Kulturelle Landpartie ­® #1

17. Mai 2007

Vatertag, Himmelfahrt – Geschenkt. Wichtig ist, dass heute die Kulturelle Landpartie ­® oder kurz und ungeschützt: “KLP” begonnen hat.

Es ist das erste Mal, dass wir gezielt und fast so etwas wie geplant losgefahren sind. Zu Beginn der Partie standen erst einmal drei Stationen bei Dannenberg und am frühen Nachmittag den Barockgarten Künsche.

Künsche
Letzterer ist auf der sehr gut gemachten Wendland-DVD ausführlich beschrieben und es war höchste Zeit, ihn mir einmal live anzusehen, zumal unser Garten noch Raum für jede Menge Inspiration bietet. Die Hecken sind hoch und das hat einen tollen Effekt: Auch wenn der Garten gut besucht ist, kommt man sich immer privat weil unbeobachtet vor. Aus den Augen aus dem Sinn, wie der Volksmund sagt.
Künsche: Wie war es?
Mir hat es gut gefallen. Dabei ist für den häuslichen Garten meine bessere Hälfte verantwortlich. Bemerkenswert in Künsche ist das Publikum und der hohe Anteil auswärtiger Besucher. München, Köln, Hamburg, die Kennzeichen der am Straßenrand geparkten Autos lassen Rückschlüsse zu. Nicht besucht haben wir Anna Wiesinger (auch in Künsche). Hier ein Link zu ihrer Homepage.

Riskau
In der näheren Umgebung von Dannenberg haben wir uns heute für den Wunderpunkt in Riskau entschieden. Ausschlaggebend war folgender Eintrag im 3,50€ teuren ‘Reisebegleiter’: ‘Erste Hilfe-Beete und Mystische Pflanzen’ von O.Krull.
Der war leider nicht da (ob er später noch kommt, war nicht zu erfahren). Nach kurzer Endtäuschung, die Entschädigung schlechthin: Wir haben uns in die Skulpturen von Marga Falkenhagen verliebt. Altes Holz wird durch ihre Arbeit lebendig. Es ist das erste Mal in meinem Leben gewesen, dass mich ein Objekt innerlich berührte – toll dabei, dass es meiner Frau ähnlich ging.
Riskau: Wie war es?
Toll! Sehr schöner Schmuck, hochinteressante Holzarbeiten und – wer es kuschelig liebt, aufgepasst – wunderschöne Teddys. Das ganze ausgestellt auf einem prima Bauernhof. Empfehlenswert.

Karwitz
Karwitz ist ein Ort, der in unserer Jugend wirklich mit allem in Verbindung stand – nur nicht mit Kunst. Geschenkt. Wir sind älter geworden und Karwitz hat sich uns heute von einer anderen Seite gezeigt. Wir haben uns nett mit Heidrun Palder unterhalten. Die Hamburgerin ist das erste Mal dabei, macht Keramiken und die sind besonders dann sehr schön, wenn sie Holz und Keramik miteinander verbindet.
Dass Schrott zur Kunst taugt, ist heute ja schon Mainstream. Mein Ding ist es nicht. Allerdings taugen verrostete Heckenscheren und Schraubenschlüssel durchaus als Warnhinweis an die Frau: ‘So sieht unser Werkzeug auch bald aus, wenn du das im Regen liegen lässt….’
Karwitz: wie war es?
Leider durfte ich die Band nicht hören. Der Weinladenhof in Karwitz schafft als Ausstellungsort im Hof jede Menge Atmosphäre und auf Bierbänken und Sesseln lässt sich prima verweilen und verkosten.

Prisser
Zugegeben: Der Wunderpunkt in Prisser hatte es recht schwer, bei mir zu landen. Wir kamen kurz vorher aus Riskau und waren noch schwer beeindruckt von den Holzskulpturen. In Prisser beschränkt sich der Wunderpunkt auf Malerei und gerade dafür hatte ich heute nachmittag einfach kein Auge. Trotz Sektkorken-Knall in der Küche, konnte bei mir dort keine Stimmung aufkommen.
Prisser: Wie war es?
Heute war nichts für mich dabei. Vielleicht ein anderes Mal.

Ausblick:
Am Freitag geht meine kulturelle Reise nach Fernost: Tansmongolia Höömii macht mit den Ponies in Groß Heide Station und präsentiert dort ab 20.30 Uhr Obertongesang (Brummmmmm). Nein, nicht Tibet, Mongolei!
Ich würde gerne den Rekorder mitnehmen. Mal sehen, ob eine Aufnahme gestattet wird.

Fortsetzung folgt.

Feldpost angekommen – Gruß aus Afghanistan

8. Februar 2007

Früher oder später musste es ja so kommen.

Ein guter Freund der Familie ist an den Hindukusch geschickt worden. Heute hat uns eine Karte per Feldpost erreicht.
Alles Ggute, Peter!

Wir wünschen dir und deinen Leuten, dass ihr mit heiler Haut wieder nach Hause kommt.

Demographie: Der Zug fährt ab

31. Januar 2007

Der Demographische Wandel betrifft unsere gesamte Gesellschaft und geht uns alle an. Mit den Worten Albert Schweitzers gesprochen: „Keine Zukunft vermag wieder gut zu machen, was du in der Gegenwart versäumst.“ Bereiten auch Sie Ihre Kommune auf die Zukunft vor!

Fragebogen für Kommunen, Zukunftsradar2030.de

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz macht Ernst in Sachen ‘Zukunftsvorsorge’. Mit einem Fragebogen rüttelt sie an den kommunalen Rathaustüren. Es geht um den demografischen Wandel (das ist das mit dem Älterwerden… ;-) ) und um nicht mehr und nicht weniger als die Zukunftsfähigkeit der Kommunen. Die Zeit drängt.

Mit einem Fragebogen wendet sich das Land an die Regionen.

Stolze 114 Fragen werden gestellt. Neun Themenbereiche, von allgemeinen Fragen über Infrastruktur, Verwaltung und Bildung bis hin zu den Finanzen werden so mit den wichtigsten Fragen konfrontiert.

Die Kommunen müssen sich deshalb rasch auf die Herausforderungen des Demographischen Wandels einstellen, denn nahezu alle kommunalen Handlungsfelder sind von der demographischen Entwicklung betroffen. Die Zukunftsfähigkeit von Kommunen und Regionen wird künftig maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, den Demographischen Wandel positiv und nachhaltig zu gestalten. Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Bevölkerungsentwicklung und Problemlagen ist jede Kommune gefordert, ihre eigene Strategie zu entwickeln, um den spezifischen Gegebenheiten vor Ort Rechnung tragen zu können und insbesondere die Bürgerinnen und Bürger in diese Gestaltung einzubeziehen.

Die Auswertung verläuft vor Ort in den Rathäusern und ergibt am Ende ein Handlungsprofil. Wohin die Reise geht ist eine Frage der Zeit, der Offenheit und des Mutes. Rheinland-Pfalz ist weit weg.

Regionalmarketing: Mehr Kanäle nutzen

10. Januar 2007

Das Wendland ist eine traumhaft schöne Ecke von Deutschland. Leider – oder zum Glück – ist es wenig bekannt.

Im Auftrag des Stadtmarketing entstand eine sehr schön gemachte DVD, die seit Ende vergangenen Jahres von zahlreichen Einzelhändlern verkauft wird: Dafür gibt es eine gelungene Mischung von wunderschönen Naturaufnahmen und die Sahnstücke des örtlichen Kultur- und Wirtschaftslebens.

Während der Produktfilm aus dem Hause Blendwerk eindeutig gesteuerte Kommunikation ist, gibt es ungeschnittene Eindrücke zu Hauf aus dem Web. Vor allem in den großen Portalen wie Flickr, Google und Xing gibt es glaubwürdiges Material zu Hauf.
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Wie vor 100 Jahren – ndr in Lübeln

9. Januar 2007

Am Donnerstag rückt Lübeln im Wendland der norddeutschen Öffentlichkeit etwas näher.

Am Donnerstag kommt nämlich der NDR und dreht dort eine Reportage. Der Anlass ist nett, vorgestellt vom Museum: Leben wie vor 100 Jahren, nicht für die Erwachsenen sondern für den Nachwuchs. Zu erleben im Museumsrundling.

Der NDR dreht über die Mittagszeit – wie ich im Gespräch mit einer Mitarbeitern des Museums erfahren habe – im Rahmen einer Tourismusgeschichte. Das freut den Fremdenverkehr und bestimmt auch den Bewohnern des Rundlings.
Das Programm der Homepage des Museums ist leider nicht aktuell. Dafür berichtet die Elbe-Jeetzel-Zeitung fast regelmäßig über neue Veranstaltungen. Leider ist der Veranstaltungshinweis ‘Leben wie vor 100 Jahren’ aus der heutigen EJZ nicht im Internet veröffentlicht worden, dafür eine Nachberichterstattung bald im Fernsehen… ;-)

Nachtrag: Der vollständige Veranstaltungskalender (Herbst 2006 bis März 2007) des Museums findet sich auf den Seiten des Landkreises unter News-Veranstaltungen-Veranstaltungskalender oder hier.

Castortransport: Bahn will nicht mehr

25. November 2006

‘Eine Bahnfahrt die ist lustig…’

Den von der Börsengangvorbereitung gestressten Bahnmanagern ist das Lachen offenbar vergangen. Nicht nur dass die endgültige Entscheidung ob der Zuordnung des Gleisnetztes noch nicht gefallen ist, die Bahn findet die Publicity um den Castor-Transport alles andere als komisch. Das geht zumindest aus dem Bahnblog hervor.

Endlich mal eine gute Nachricht im Vorfeld des Börsengangs: die Deutsche Bahn AG will sich von ihrer Tochterfirma Nuclear Cargo + Service (NCS) trennen. NCS ist in Deutschland für den Transport des Atommülls zuständig. Auch die Castor-Transporte in das Zwischenlager in Gorleben werden von ihr durchgeführt.

Bahnblog: Bahn will sich von Atomtransporten trennen

Da räumt die Bahn doch mal eben einen kleinen Nischenmarkt, auf dem wenig zu verdienen aber viel zu verlieren ist, auch wenn die Reparatur und Reinung wahrscheinlich dem Auftraggeber in Rechnung gestellt wird.

Hörbar: Castor 2006

14. November 2006

Während sich in Lüchow-Dannenberg die letzten Polizeikräfte aufs Abrücken vorbereiten, taumeln so langsam die Videos in den gängigen Portalen ein.
Weniger genutzt wird die Option ‘Audio’, die TagX-Interessierte unter dem Stichwort ‘Podcast’ schließlich auch im Web nutzen könnten.
Hier also meine ganz persönliche Geschichte vom TagX #10.

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Castor 2006 – Fazit

14. November 2006

Klappe zu, Affe tot.
Kurz nach 6 Uhr erreichen die Tieflader am Montagmorgen das Zwischenlager. Nach dem inzwischen 10.TagX stehen nun 80 Castoren in Gorleben. Dieser TagX war der erste, den ich aus der Perspektive als ‘Dannenberger’ live miterlebt habe. ‘Wendländer’ war ich ja schon immer, aber Dannenberg ist dichter am Geschehen als Lüchow und noch dichter als Wolfsburg.

Der Termin.
TagX an einem Wochenende ist neu. Es ist nicht jedermanns Sache, sich einen Tag frei zu nehmen, um im Wendland Position gegen den Atomstrom zu beziehen. Sich aber an einem Sonntag ins Auto zu setzen und nach Gorleben zu fahren, ist vergleichsweise leicht.
Vielleicht ist es so zu erklären, daß die Auftaktveranstaltung am Sonnabend in Gorleben so gut besucht war. Auch wenn ich nicht weiß ob es nun 3.000 oder 6.000 Demonstanten waren – ich fand es beeindruckend, daß die Menschen auch nach dem 10.Mal Stellung bezogen haben. Eine Toncollage von diesem Tag habe ich übrigens beim blogspiel ins Rennen geschickt. Zu spät ich weiß, aber ich hatte echt zu tun.

Den Straßentransport auf einen Montag in die frühen Morgenstunden zu verlegen, ist hingegen ein geschicktes Manöver der verantwortlichen Taktiker. Der wendländische November ist ausgesprochen ungemütlich, die Nächte sind nass und kalt, und nur die ganz Engagierten nehmen diese Hürde. Der große Rest bleibt außen vor – also im Bett.

Die Internationalität.
Bisher hatte ich keinen Kontakt zu ‘ausländischen’ TagX-lern. Wir hatten am Sonnabend einen total netten Tramper aus dem niederländischen Groningen mitgenommen. ‘Die Wendländer sind spitze’, meint der und wir unterhielten uns im wahrsten Sinne über Gott und die Welt. Schönen Gruß von hier aus.

Delegationen aus Frankreich vor Ort, Grußworte aus Russland im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde mir wieder bewusst: Atomkraftgegner gibt es auf der ganzen Welt. Der Widerstand gegen Atomstrom vernetzt sich scheinbar auch über die Ländergrenzen hinaus. Globalisierung made by Wendland.

Eine Aktion ist mir aufgefallen:
Die Stromwechselaktionen.
Wenn Kundenströme wandern, schmerzt das alle Zahlenjongleure in allen großen Unternehmen besonders. Ob das Verteilen von Handzetteln ausreicht, weiß ich natürlich nicht – aber die Idee ist charmant.

Und konsequent: Wer seinen Strom sauber haben will, der muss eben einen Euro mehr bezahlen. Oder er macht ihn sich gleich ganz selbst. Zum Beispiel aus Biogas. Natürlich nur, wenn er nicht im Grabower Neubaugebiet wohnt.

Mein Fazit?
Der Widerstand ist zwar schon 30 Jahre alt aber ich glaube man kann ihm trotzdem noch Vertrauen schenken. Die Leute hier sind ihren Teil stur. Wer hier öfter ist weiß das. Wer hier wohnt, wird früher oder später selbst so. Das liegt vielleicht an der Luft, an unseren Kühen oder an der Nähe zur Elbe.
Der Widerstand hat sich meiner Ansicht nach um unsere ganze Region verdient gemacht und er wird auch weiterhin für eine frische Briese im sonst so gottvergessenen Zonenrand sorgen. Auch, wenn der nächste Castortransport schon heute geplant wird.

Dicht dabei, vorbei

12. November 2006

Um 15.00 passierte der Zug unseren Standort. Nun ist uns der Rueckweg nach Dannenberg versperrt.

Der Tag ist gelaufen.

Hitzacker, Harlingen

12. November 2006

Er rollt, wenn auch langsam. Nach den Durchsagen des Lautsprecherwagens haben sich 500. Demonstranten an der Harlinger Bahnunterfuehrung eingefunden.

Hier in Harlingen kreist ein Hubschrauber. Die Mannschaftswagen sind abgerueckt. Angeblich weil die Polizei Angst bekommen hat. Informationen sind schwer zu bekommen. Ein Kamerteam vom Fernsehen friert wie wir in unmittelbarer Naehe der Gleise.
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Strasse wieder zu

11. November 2006

Was auf dem Hinweg so hoffnungsvoll begann, artete auf dem Rueckweg zu einer endlosen Warterei im Auto aus.

Angeblich wurde eine Zugmaschine von der Polizei auf der Strecke Gorleben-Dannenberg einkassiert. Das fuehrte zu einem Stau der allerdings von ffn ignoriert wurde.

Wir sind nach einer halben Stunde umgekehrt und ueber Meetschow und Luechow nach Dannenberg gekommen. Polizeikolonnen auf dem Rueckweg ohne Ende. mmerhin sitzen wir inzwischen beim Inder am Marktplatz und bekommen was zu essen.

Strasse brennt

11. November 2006

Kiddies aus Berlin verwechseln den Castor-Protest mit dem 1..Mai. Kurz nach Ende der Kundgebung vor dem Zwischenlagertor brennt es ploetzlich.

Besonders konfliktfreudige Demonstranten schaffen Stroh und Holz auf die Strasse und legen Feuer. Die Polizei ist erst ruhig und sammelt Kraefte auf beiden Seiten der Strasse.

Es kommt zu Rangeleien zwischen den Demonstranten. Ich verbrenne mir meinen Pulli dank des Funkenfluges und komme an tolle O-Toene.

Jetzt sind wir auf dem Rueckweg und kuerzen uber den Sportplatz ab. Das warme Auto wartet.

Ich freue mich über Feedback, Anregungen und Korrekturen.