Fake-Account oder: Wenn ich tu als wären wir Du

Twitter ist doof. 140 Zeichen Binsenweisheiten oder Linktipps, viele davon nur kryptische Zeichenfolgen. Zeitverschwendung, der absolut schnellste Zünder für mediale Erdbeben. So geschehen bei der Wahlberichterstattung am vergangenen Wochenende.

zapp das medienmagazin bei TwitterIch für meinen Teil genieße im Augenblick diese herrlich, unterhaltsame Mischung aus Information, Themenseismograf oder als reine Unterhaltung. Was ist wichtig, was ist lustig, was ist erschütternd oder was trivial? Diese Entscheidung nimmt mir bei Twitter niemand ab. Selbstdenken erlaubt. Nimmt mir kein Roboter, kein Filter, kein Stoppschild ab. Auch keine Redaktion.

Überhaupt die “alten Medien” – sie haben keinen selbstverständlichen Zugang zu Twitter- genausowenig wie der Feuerwehrhauptmann der Freiwilligen Feuerwehr in Vasenthien. Auch nicht die Medienspezialisten in den Medien sind nicht immer überall versiert und dabei.

So geschehen gestern.
Ich weiß gar nicht, wer da wem zuerst folgte – irgendwann hatte ich das Medienmagazin @ZappMM in meiner Leser-Liste (darin ist jeder sichtbar, der sich meine Meldungen ansehen will, könnte, wollte). Und weil mich Medien ja nun mal interessieren, habe ich mich in deren Leser-Liste eingetragen.

Und dann kommt heraus, dass @ZappMM gar nix mit dem Medienmagazin des NDR zu tun hat.

Schade eigentlich, denn wer immer hinter dem Account stand, hat gute Arbeit geleistet. Innerhalb von einem Tag hat er 47 Mitteilungen verschickt, mehr als 70 Leser gewonnen, (das obwohl er selbst nur 165 Leuten auf die Zeilen schaut) und sich (nach eigener Auskunft) inzwischen beim NDR gemeldet und steht in Verhandlung, den Account an das (echte) Magazin abzugeben. Inzwischen wurde das Logo durch eine Art Transparent ersetzt und damit wird die ganze Angelegenheit so richtig herzhaft :-)

Gut oder Böse? Ein wunderbares Beispiel für die spannenden Veränderungen in der Gesellschaft. Was war das jetzt? Der Freundschaftsdienst eines treuen Zuschauers, vielleicht sogar ein Service und damit ein Geschäftsmodell in Sachen Kommunikationsdienstleistung, eine Art Produktpiraterie oder: triviales Geschnatter?

Ich weiß es noch nicht – was meinen wohl meine Leser? Ach ja: Twitter ausprobieren ist ganz leicht!
www.twitter.com in den Browser eingeben, Email-Adresse eingeben, Nutzernamen ausdenken, anmelden und ausprobieren.
Mein Twittername ist übrigens @DieWespe

Wie tief sind Twitter-Beziehungen?

Während sich die meisten meiner Bekannten noch immer den Kopf kratzen, wenn sie “twittern” hören, bin ich gerade noch einmal richtig auf den Geschmack gekommen und lasse erstmals tweetie auf meinem Mac laufen. (Ich überlege mir ernsthaft den käuflichen Erwerb und gehöre also zur wachsenden Zahl Menschen, die für das Benutzen von twitter sogar bereit ist, Geld zu bezahlen.)

Warum? Weil es mich eben schon interessiert dass mein lieber Freund in Kiel rechtzeitig ins Bett geht und ich an der geballten schlechten Laune von Bob meine wahre Freude empfinde, weil ich es gerne einfach habe und ich die Arbeit der Macher gerne honoriere.

Keine Ahnung wovon ich rede? Kommt da eher das Gefühl, dass ich langsam die Bodenhaftung verliere? Stimmt vielleicht! Ich glaube es aber eher nicht. Ich nutze mit Twitter etwas, was eben noch nicht alle verstanden haben. Wie bei der Einführung des Telefones, des Automobiles, der Computer, email und der Kaffeepad-Maschine ist es auch der 140-Zeichen-Nachricht auf twitter nicht gegeben, sofort allen Menschen sinnvoll und zweckdienlich zu erscheinen.

In diesem Zusammenhang ist mir dieses Video von Lutzland in den Sinn gekommen. Jean Pol Martin, Propagandist des Lernes mit neuen Medien, lässt sich darin über die Effektivität des twitter-Netzwerkes aus. Empfehlenswert für Personaler, Lehrer und Studenten ist übrigens die gesamte Serie des YouTubers Lutzland.

PS:
Auf dem iPhone nutze ich das Pendant von tweetie für Mac ja schon länger und es ist eines der ersten Programm, die ich für mein Handy sogar gekauft habe.

Gewonnen

Ich habe selten etwas gewonnen. Was einfach daran liegt, dass ich selten an Gewinnspielen teilnehme. In der Regel reizen mich die Gewinne im Grunde nicht wirklich und der dafür zu betreibende Aufwand nervt mich mehr, als es mir der Nutzen des Gewinnes wert wäre.

Aber diesen Anstecker brauchte ich einfach.

Was nicht zuletzt daran liegt, dass ich die morgendlichen Ergüsse von Bob so sehr schätze, dass ich mich gerne während seiner Ergüsse beschimpfen lasse. Und außerdem: Girls Don’t Poop ist mal echt geil!

Ein Gewinnspiel, bei dem einfach ein @Reply via Twitter geschickt wird, ist so ziemlich das niederschwelligste was ich mir vorstellen kann – und gewonnen habe ich auch noch! Let the games begin!

Erdbeben in der Ostsee

Heute morgen bebte die Erde im Norden. Die ersten Meldungen laufen über Twitter kurz vor 7 Uhr morgens auf.

385 km von Lüchow-Dannenberg entfernt stellen die vernetzten Menschen ihre Erlebnisse live online.

(c) USGS

Das Seismologische Zentrum der Schweden ortet das Epizentrum in der Ostsee an der Südküste Schwedens mit einer Amplitude von 4.7

 

Mal sehen, wann die ersten Agenturmeldungen auflaufen.

Und dann kommt lange nichts!

Das regelmässige Veröffentlichen neuer Beiträge im Wespennest kam während der jüngsten Vergangenheit etwas kurz.
Urlaub oder nicht – damit hat es entgegen meiner ersten Vermutung nix oder nur wenig zu tun.

Tatsache ist, dass mein iPhone mehr Zeit frißt, als es spart. Zwar bin ich immer und überall online, aber: Neue Möglichkeiten wie das Twittern verdrängen das Bloggen vom Laptop aus. Das ist nicht negativ gemeint, sondern eher im Sinne von ‘Evolution’ zu verstehen. Bloggen vs. Twitter

Twitter selbst ist sozusagen eine öffentliche, dafür kostenfreie SMS.
Nix für den Austausch von Intimitäten aber für das Publizieren von Statusmeldungen prima geeignet.

Schnell und kurz schlägt ausführlich und ‘schön’ 1:0.

Vielleicht schlägt das Pendel bald wieder in die andere Richtung aus. Vielleicht kommt aber auch lange nix.