Familienatlas: Traue keiner Statistik

Gute Verhältnisse in Sachen WohnsituationEs war angeblich der britische Premier Winston Churchill, der keiner Statistik trauen wollte, die er nicht selbst gefälscht hatte.

Mit Statistiken ist das wirklich so eine Sache. Sie können Lichtungen schlagen, wo der Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen ist. Allerdings wird dabei auch mit einem groben Keil gearbeitet. Das Ergebnis ist – um im Bild zu bleiben – eher ein grober Klotz als eine filigrane Skulptur welche die Wirklichkeit abbildet.

Sieht man sich den Familienatlas an der heute von Prognos veröffentlicht und von DIHK und Familienministerium vorgestellt wurde, kann man “seine” Gemeinde endlich “objektiv” mit den Nachbarn vergleichen und Druck auf die Politik machen.

Der Familienatlas ist daher in meinen Augen eine Motivationshilfe.

Denn: Aufgeteilt in vier Handlungsfelder werden die einzelnen Kommunen bezüglich Wohnumfeld, Ausbildungsumfeld, “Vereinbarkeit von Familie und Beruf” und Freizeitangebot für Familien bewertet.

Für Lüchow-Dannenberg gibt es Licht und Schatten. Am Ende bleibt ein diffuses Streulicht.
Denn: Unser Landkreis ist eine sogenannte “stabile Region”. Nun ja. Hört sich ja nicht schlecht an oder? Genau! Und genau da kommt diese Sache mit der Motivationshilfe ins Spiel:

Diese Regionen bilden das Mittelfeld sowohl was die Angebote für Familien als auch die
Rahmenbedingungen betrifft. Gegenüber Familien tun sie sich nicht hervor – weder in
positiver noch in negativer Hinsicht.

Die Autoren empfehlen:

Stabile Regionen sollten sich stärker um ein familienfreundliches Profil bemühen, um Familien
anzuziehen und einer möglichen Abwanderung vorzubeugen.

Familienatlas 2007

Das zählt nicht

Bis eben habe ich das Wespennest mit Hilfe von Blogcounter überwacht. Eigentlich war ich mit dem kostenlosen Counter auch recht zufrieden, gab es doch eine recht schnelle Übersicht über das, was meine Leser interessiert (btw: Zoom H4 ist im Wespennest immer noch der Hit)

Nun ist Blogcounter seit zwei Tagen vom Netz. Warum, wieso, weshalb – keine Ahnung. Technorati fand auch nix schlaues zu den Gründen.

Also versuche ich jetzt mal Google Analytics. Mal sehen was mir der große Bruder so alles berichtet ;-)

Mein Leser bleibt (fast) unbeobachtet . . . !

Jeder Interessierte hat schon mal von eyetracking gehört. Damit können Webdesigner wichtige Erkenntnisse ableiten, welche Inhalte vom Internetuser wahrgenommen, gefunden und geklickt werden.

Die Bewegungen der Augen werden mittels Kamera aufgezeichnet und mit dem Monitorbild in Deckung gebracht. Die entstehenden Bewegungsmuster werden visualisiert und dienen als Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit.

Komplizierte Sache, teuer zumal.
Leichter geht es, die Bewegungen der Maus aufzuzeichnen. Das Ergebnis dürfte zumindest ähnlich sein. Also: Ganz webzweinullig kommen pfiffige Coder auf die Idee, genau so ein Tool den Websitebetreibern kostenlos unter dem Projektnamen m-pathy zur Verfügung zu stellen.

Robert hatte über das Tool schon mal geschrieben und fand es zumindest interessant.

Sagt das Teufelchen auf der Linken: ‘Wäre ja schon schön zu wissen, ob das Wespennest wirklich zuviele Links auf der Seite hat – also: Testen wäre doch was.’

Drauf das Engelchen: ‘Hey – gesund ist das doch nicht. Wer zeichnet da unter deinem Namn wo was auf? Wo ist das gespeichert? Wer hat da welchen Zugriff drauf und: Wen geht das eigentlich was an, außer deinen Leser? Nicht mal dich! Und außerdem: Schäuble is watching you.’

Also noch mal weitergesucht. Wulffy hatte das gleiche Tool in einem ganzen anderen Zusammenhang auf dem Themenzettel und darum hab ich mir mal die AGB’s durchgelesen und dabei folgendes gefunden.

seto behält sich alle Veröffentlichungs-, Vervielfältigungs-, Bearbeitungs- und Verwertungsrechte an den mit m-pathy gewonnenen Daten und den Inhalten der Datenbank ausdrücklich vor.

Auszug der AGB’s von http://www.m-pathy.com/

Nö. Das denn doch nicht – ich widerstehe, bin stolz auf meine Vernunft. (das müsste man dann ja auch noch stundenlang ansehen!)

Und dann sehe ich, dass man in Israel schon einen Schritt weiter ist:

One of our expectations when we first reviewed Clicktale was the possibility of producing reports of aggregated data out of those hundreds or thousands of video user sessions. Individual sessions won’t help website owners and marketers because they are not representative and cannot trigger decisions to optimize your website. And Clicktale might have found the right way to process all that information in a useful and action-oriented way.

techcrunch, via Robert Basic

Auf deutsch und etwas verkürzt: Clicktale legt tausende Mauszeiger-Videos der Besucher übereinander und bildet so Mittelwerte des Verhaltens, was für die Marketeers dieser Welt noch vielvielviel spannender ist.

Vielleicht bin ich aber auch etwas verspannt heute Abend ;-)

Regionales: Glotze schlägt Web 51 zu 13

Woher bezieht man Infos über seine Region, zum Beispiel in Brandenburg?

TNS Infratest befragte im Jahr 2005 im gesamten Land Brandenburg Bewohner nach Nutzung und Akzeptanz von lokalem/regionalem Fernsehen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Lokales/regionales Fernsehen ist ein sehr gut akzeptiertes Medium. Die Hälfte aller Befragten gab an, das Medium regelmäßig zu sehen.

Das Fernsehen ist nach der lokalen Tageszeitung das zweithäufigst genutzte Medium.

Ruppiner Medien GmbH

Die beigefügte Grafik macht den enormen Abstand der Leitmedien zum Web deutlich. Es stellt sich mir die Frage, ob Online seit 1995 aufgeholt hat oder nicht?

Bleibt natürlich darauf hinzuweisen, dass Flächenländer wie Brandenburg nicht mit Ballungszentren verglichen werden können. Die Tatsache, dass die Prignitz überhaupt einen lokalen (privaten) Fernsehsender vorweisen kann, ist erstaunlich und für die Prignitzer absolut erfreulich.

Podcast: Die Gier nach Zahlen

Der Podcaster im Allgemeinen ist ein Idealist, ein Spielkind. Neues wird ausprobiert und Altbewährtes wiederentdeckt. Zum Beispiel die Tatsache, dass die Aufmerksamkeitsschwelle des Hörers nicht gottgegeben nach 1 min, 30 sek endet.

Podcasten ist für jeden Autor erst einmal ein Experiment und dafür ist jedes Thema recht. Es wird über den Kimono reflektiert, das nächtliche Einkaufen in den USA beschrieben oder Grasswurzeljournalismus betrieben.

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