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Am 1.März ist der Ratskeller fertig

Wie jetzt? Ich hatte eine Wette laufen, dass der Dannenberger Ratskeller nicht vor der Elbphilharmonie aber doch deutlich früher als der Berliner Flughafen eröffnet!

Plötzlich heißt es im Wendland.net am 1.März sei das meistfotografierte Gebäude Dannenbergs wieder offen!? Da ist doch eine Verschwörung in Gange!

Ich finde wenn ich schon mal mehr als eine dicke Lippe riskiere, sollte sich das doch irgendwie auszahlen…

QR-Code im Stadtbild

Strichcode kennt ja jeder, der schon mal bei Aldi oder Rewe war. Die – sozusagen- fortgeschrittene Version ist der QR-Code. Mit Hilfe von Smartphones lassen sich solche Codes auslesen.

Sie beinhalten in der Regel Internet-Adressen die von den Smartphones dann gleich aufgerufen werden köinnen.

So in diesem Falle. Ihr müsst jetzt nicht zwingend mit dem iPhone oder HTC nach Dannenberg fahren. Ihr könnt den Code auch gleich hier am Monitor auslesen.

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Aus den Augen aus dem Sinn

Ein Bretterzaun macht noch keinen AbrissEs tut sich was an der Marktplatzruine (aka Ratskeller) in Dannenberg. Pünktlich zum Ende der Touristensaison haben am vergangenen Montag Mitarbeiter von Hoppe und Stolt eine schmucke Holzfassade gezimmert.

Die sorgt nicht für Stabilität oder ähnliches, befreit aber das beleidigte Auge des Betrachters vom Elend, angewidert auf den Müll hinter dem bisherigen Bauzaun zu starren. Fast drei Jahre nachdem der Ratskeller zur Marktplatzruine geworden ist war das auch langsam Zeit.

Genauso wie die Gebühren, die dem Besitzer des Grundstücks inzwischen aufgedrückt werden.

Das Modell

Die Ratskeller-Chronik

Entworfen, Erbaut, Vergessen

Die Ruine des Ratskellers in Dannenberg: Wie ein hohler Zahn im Mund.

Am 6. April soll die Öffentlichkeit wieder einmal über den aktuellen Stand in Sachen Ratskeller informiert werden. Ich erwarte das Finale! Wer die Gerüchteküche und die Presse aufmerksam verfolgt hat, dürfte diese Erwartung teilen.
Für alle anderen, die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre im Schnelldurchlauf.

13. Januar – der Tag des Brandes. (YouTube)

Im Laufe der Generationen war es an gleicher Stelle schon öfter zu brenzligen Situationen gekommen. In der EJZ stieg man – auf der Suche nach Hintergrundmaterial – in die Archive und wurde fündig. War es Intiution oder ist es die Erfahrung der Lokalredaktion gewesen, die Schwierigkeiten mit den Vorschriften der öffentlichen Hand 20 Tage nach dem Brand zu erwähnen? Am 3. Feburar titelt die EJZ:

03.02.2007
»Rathskeller» war nicht zu retten

…Der Chronist Seeger berichtet in den Annales Dannenbergicae von drei Bränden im Abstand von nicht viel mehr als 100 Jahren, allen voran der Brand von 1608: Er »verzehrete die Süden-Seite des Markts, ergriff das Rathaus, brannte bis ans Drawehner Thor und auf der anderen Seite wieder herauf…» Es dauerte lange, bis alle Häuser wieder aufgebaut waren. Die neuen Bauvorschriften des Herzogs, anstelle von Lehm nun Ziegel und anstelle von Stroh künftig Dachpfannen zu verwenden, konnten von der Bevölkerung insgesamt nur zögernd umgesetzt werden. …

Bevor neu aufgebaut werden kann, muss bekanntlich erst einmal geräumt werden. Schon weil die Lange Straße kurz nach dem Brand komplett gesperrt war, drängten die anliegenden Geschäftsleute zur Eile. Die Aufräumarbeiten kamen aber schon nach kurzer Zeit ins Stocken und tagelang tat sich gar nix. Schuld war wohl die Gewerbeaufsicht, die einen Einsturz fürchtete. Noch wusste ja niemand was noch werden würde. Am 10.Februar war in der EJZ zu lesen:

10.02.2007
Stillstand am Ratskeller
… Für Dannenbergs Stadtdirektor Jürgen Meyer ist die Entscheidung der Gewerbeaufsicht unterdessen »völlig unverständlich.» Experten der Versicherung und ein Ingenieurbüro hätten die Arbeiten abgesegnet, betont Meyer. »Nun arbeiten wir als Verwaltung mit Hochdruck daran, die Situation zu klären.» …

Damit die Fassade nicht zusammfällt, wurde die Schwerkraft mit Holz überlistet. Das Holz sah Anfangs recht schick aus und die Anliegerseele war beruhigt. Vorerst jedenfalls.

02.03.2007
Korsett für den Ratskeller
Bildunterzeile: Ein Holzgerüst sichert die Mauern des am 13. Januar ausgebrannten Hotels Ratskeller in Dannenberg. Die starken Stützen ruhen auf Betonfundamenten, wie hier in der Langen Straße. Wird sie am Montag wieder für den Verkehr frei gegeben? Dies hoffen unter anderem die Geschäftsleute in der Innenstadt.

Vom heutigen Standpunkt aus betrachtet wird gern vergessen, dass die Brandursache zu diesem Zeitpunkt noch nicht endgültig geklärt. In Folge dessen kochte die Gerüchteküche. Brandbeschleuniger, Brandstiftung? Sechs Monate nach dem Feuer äußerte sich die Polizei gegenüber der Presse, die ihrerseits die Dannenberger über die Erkenntnislage informierte.

14.06.2007
Stillstand auf Verdacht
…»Es ist niemand verhaftet worden und es gibt auch keine neuen Erkenntnisse was die Brandussache oder einen möglichen Täter anbelangt», heißt es von der Pressestelle der Ermittlungsbehörde. Anderenorts gibt man sich allerdings auskunftsfreudiger. Es sei eine Anzeige bei der Polizei eingegangen, in der eine Person der Brandstiftung am Ratskeller bezichtigt werde, heißt es aus für gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen in der Dannenberger Verwaltung. …

Nachdem zuerst die Brandermittler für “Verzögerungen” verantwortlich gemacht wurden, war es anschließend der Denkmalschutz. Der wollte das nicht unwidersprochen stehen lassen. Denn:

23.06.2007
»Keine Verzögerung durch Denkmalschutz»
Gegenüber der EJZ hatte der Eigentümer des Ratskellers erklärt, die Bauarbeiten würden unter anderem deswegen derzeit ruhen, weil er noch verschiedene Dinge mit der Denkmalschutzbehörde zu klären habe. So wolle die Behörde noch klären, »welche Balken im Inneren noch raus müssen». Davon wisse man bei der Verwaltung jedoch nichts, heißt es in dem Schreiben.

Zukünftige Nutzung? Davon wusste man im Kreishaus nichts. Konnte man auch nicht. Denn etwa zu dieser Zeit war man in der Dannenberger Verwaltung noch schwer am Vorbereiten. Sieben Monate nach dem Brand war man noch am Diskutieren:

13.07.2007
»Das ist furchtbar für die Stadt»
… Die Stadtverwaltung ist nicht untätig: »Wir kennen die Beschwerden, und sie werden in der Verwaltung und auch in den Arbeitskreisen des Marketings diskutiert», berichtet Ursula Fallapp, Leiterin des Marketings im Bereich Elbtalaue. Man bemühe sich sehr intensiv, zusammen mit dem Eigentümer des zerstörten Gebäudes, Hotelier Uwe Koch, ein Konzept für die Zukunft des Hauses zu entwickeln. »So schnell wie möglich» sollen die Arbeiten am Ratskeller wieder aufgenommen werden, das wünsche sich auch die Stadt und vor allem »eine Nutzung, die gut ist für Dannenberg.» …

Die hausinterne Diskussion und die Bemühungen mit dem Eigentümer zu sprechen, erforderten einen ausgedehnten zeitlichen Rahmen. Zwischenzeitlich drehte sich die Welt weiter und in Brüssel wurden ZIEL 1-Fördermittel in Aussicht gestellt. In Dannenberg wurde folglich ein Masterplan für die künftige Entwicklung entworfen. Bahnbrechend: Der Plan sieht nicht nur vor, den Ratskeller sondern gleich mehrere andere Gebäude dem Erdboden gleich zu machen – Anything goes … :

26.09.2007
Lasagne im Hausboot?
Noch gähnen leere Fensterhöhlen aus der Ratskeller-Ruine in Dannenberg. Doch das Gebäude könnte »wiederbelebt» werden -als Hotel Garni mit 50 Betten: Verankert ist diese Idee, und mehr ist es noch nicht, im »Stadtentwicklungs- und Wachstumskonzept». …. Wird die Idee für den Ratskeller umgesetzt, »dann hätten wir erstmals ein Haus, in dem wir die Passagiere eines ganzen Reisebusses unterbringen könnten», sagte Meyer.

Schöne Pläne. Doch ach, es kam der Winter. Mehr als ein Jahr nach dem Brand fühlte sich der abgebrannte Ratskeller im Stadtkern an wie ein hohler Backenzahn im Mundraum. Es riecht schlecht und der schale Geschmack ist nur mit viel Wodka zu ertragen.

01.02.2008
Allmählich wird’s »schmerzhaft»
… »Wir können nicht so einfach was machen», erläuterte Stadtdirektor Jürgen Meyer. »Der Ratskeller ist Privatbesitz, wir haben da keine Möglichkeiten.» Und genau das ist derzeit das Problem. Denn, so war aus dem Rat zu erfahren, der bisherige Besitzer des Gebäudes will offenbar gar nichts unternehmen, denkt weder an einen Wiederaufbau noch an eine andere Nutzung. »Es gibt aber andere Interessenten», stellte Stadtdirektor Meyer heraus. Doch diese wollen und können – nach eigenen Aussagen – nicht investieren, solange das Gebäude unter Denkmalschutz steht. …

Es folgten weitere Monate der Ruhe. Es war so ruhig, dass einige unruhig auf ihren Stühlen hin und herrutschten nachfraten, was denn jetzt wohl werde. Vor allem wann!
Der Schnee war geschmolzen und trotzdem tat sich nichts. Aber in der Stadtverwaltung, im Bauausschuss und auch sonst wollte man sich nicht äußern. Das Zauberwort heißt 13 Monate nach dem Brand: “nichtöffentlicher Teil”.

14.04.2008
Den Mantel des Schweigens etwas gelüftet
… Und daher sei der ZOB auch ansehnlich zu gestalten, und zwar – und jetzt wird es interessant – auch im Hinblick auf die vorgesehene künftige Nutzung des abgebrannten Ratskellers. Erstaunlich, denn von einer künftigen Nutzung des Ratskellers ist bislang noch nichts bekannt. Und bei der Verwaltung offensichtlich auch nicht, denn deren Vertreter Jens Hesebeck erklärte gleich, dass man im Rathaus von solcherlei Dingen nichts wisse. Allerdings etwas muss es wohl doch zu berichten geben über den Ratskeller, denn die Angelegenheit wurde sogleich in den nichtöffentlichen Teil der Bauausschussitzung verschoben. …

Wer im Original-Artikel nach mehr Informationen sucht wird feststellen, dass der Mantel des Schweigens zu schnell wieder vor’s Gemächt gezogen wurde. Zu sehen beziehungsweise zu lesen war jedenfalls nix; weder hüben noch drüben. Aber mit etwas Phantasie lässt sich ahnen: Da will ein Investor unerkannt bleiben.

A propo drüben und als kleiner spekulativer Exkurs: Während in Dannenberg nach einem Investor gesucht wurde, machte sich drüben in Dömitz ein besonders erfolgreicher gerade unter Absingen häßlicher Lieder von dannen.

Ein Jahr und zehn Monate nach dem Ausbruch des Feuers stand endlich unter dem Ruinenfoto in der EJZ zu lesen:

01.10.2008
Planung für Bebauung fertig

Eine neue Bebauung am Ort des abgebrannten Ratskellers in Dannenberg hängt weitgehend von der Entscheidung der Denkmalpflege ab. Diese Entscheidung könnte in dieser Woche fallen. Dann wird ein Modell einer neuen Bebauung vorgestellt. Wenn diese Vorstellung auf die Zustimmung der Denkmalpflege beim Landkreis stößt, könnte nach Angaben von Dannenbergs Stadtdirektor Jürgen Meyer noch vor Jahresende ein Bauantrag gestellt werden.

JETZT geht’s los, denkt sich der ungeduldige Dannenberg noch. Einige Anlieger sollen schon von anrückenden Radladern und Presslufthämmern träumen, wollen sogar selbst Hand anlegen. Aber:

22.10.2008
Weiter Stillstand an der Ruine
… Was genau die Pläne des möglichen Investors vorsehen, dazu gibt es keine offiziellen Auskünfte. Weder von der Stadt Dannenberg noch vom Landkreis. Gut informierte Kreise sprechen jedoch von einem Hotel, einem Saal und einer Stellfläche für Reisebusse. Und es heißt, dass der Erhalt der Fassade nicht vorgesehen ist. An der Fassade hänge jedoch auch niemand wirklich. Wichtig sei, dass die untragbare Situation am Marktplatz endlich beseitigt werde, so der Tenor unter den Beteiligten in Stadt und Landkreis. Niemand wolle einem Investor »unnötig Steine in den Weg legen». …

Braucht man auch gar nicht. Die Steine liegen seit mittlerweile zwei Jahren in Form von Fundamentblöcken mitten auf dem Gehweg rund um den Ratskeller. Übrigens so geschickt platziert, dass niemand dran vorbei kommt – außer dem Investor, wie zu hoffen ist.

Die Zeit der Heimlichtuerei ist hoffentlich bald vorbei. Seitens der Anlieger wird jetzt Druck gemacht. Es äußert sich diesmal nicht der Stadtdirektor, nicht das Marketing sondern die erste Samtgemeinderätin Steckelberg:

12.03.2009
Liste gegen das »Dreckloch»

… Dieser Stand ist, dass schon seit einiger Zeit eine Abrissgenehmigung für den Ratskeller-Rest beim Landkreis als zuständiger Behörde beantragt sei, denn es gebe bereits einen Investor, der auch schon Pläne für das Areal inmitten der Stadt habe – wenn erst einmal die Ratskeller-Ruine abgerissen ist. Der Abriss muss jedoch erst in »trockenen Tüchern» sein, war aus der Dannenberger Verwaltung zu hören: Ohne diese Abrissgenehmigung gebe es keinen Kauf und entsprechend auch keinen Neubau.

Jetzt liegt der Ball also im Feld der Kreisverwaltung. Mit etwas Glück ist dort ein Investor und ein Nutzungskonzept bekannt. Mit etwas Pech werden wir am 6. April hören, dass man jetzt nicht mehr zuständig sei.

Ach ja: Wikipedia hat übrigens einen lesenswerten Artikel über Dannenberg veröffentlicht. Vielleicht sollte mal jemand Korrekturbedarf anmelden …?
Wikipedia

Gut, weil eingerüstet

Am Ratskeller Dannenberg tut sich wasl

Ob es die Vorarbeiten für das von der Stadt Dannenberg so sehnlich erhoffte 50 Betten-Hotel sind? Das scheint mir unwahrscheinlich, aber immerhin wurde ein Baugerüst an der Fassade befestigt.

Nun hat der Ratskeller nicht nur ein Korsett und ist damit im wahrsten Sinne des Wortes gut gerüstet. ;-)

Westernstadt in Dannenberg?

Ratskeller Dannenberg Zugegeben, die Kulisse hat es in sich: Die Fassade vom Ratskeller, im Januar ausgebrannt, steht inzwischen komplett entkernt am Marktplatz in Dannenberg.

Irgendwie habe ich immer keine Cam dabei wenn ich in der Stadt bin. Morgen hole ich das nach.

Mit riesigen Betonblöcken wird die Fassade in einem Holzkorsett aufrecht gehalten. Die Fußböden sind, wie auch die Wände aus den Obergeschossen sind im Schuttcontainer gelandet. Die Lange Straße verjüngt sich durch die Fundamente der Holzstützten auf Kleinlasterbreite.

Soweit, so bekannt.

Aber:
Ob der Ratskeller als Touristenattraktion taugt? Ob eine Stunt-Show im Stile einer Westernstadt wohl das richtige wäre, wie jüngst am Nebentisch bei Lina vorgeschlagen? Ich fürchte Bad Segeberg hat da mehr zu bieten.

Weil die Diskussion von Januar wieder an Fahrt gewinnt, habe ich auch die Umfrage noch einmal reaktiviert ;-)

Der Mai ist gekommen . . .

. . . und meine Lust zum Bloggen hält sich in engen Grenzen. Ich hoffe, das wird sich demnächst wieder ändern. Einzig dieses ist mir aufgefallen:

1.Mai in DannenbergDer 1.Mai lockte heute mMorgen Massen von Besuchern an den hiesigen Marktplatz. Das lag wohl einerseits am wunderbaren Wetter, andererseits am Rahmenprogramm mit Blaskappelle (Hörprobe am Artikelende ;-) ).

‘Maibaum aufstellen’ ist ein Brauch, der bislang vollkommen an mir vorbei gegangen war.

Dass ich trotzdem heute dort gewesen bin, liegt an der einmaligen Kulisse, die der Marktplatz mit Maibaum bietet: die Fassade des Ratskellers steht im Holzkorsett am Dannenberger Markt und macht sich als Fotomotiv ganz ausgezeichnet.

Aber ganz nebenbei:

Der erste Mai ist doch mal wirklich ein anachronistischster Feiertag, oder?

Nicht nur, dass der ‘Tag der Arbeit’ in die schönste Jahreszeit gelegt wurde. Keiner kann mir erklären warum ausgerechnet der 1.Mai sich für den Tatbestand ‘Tag der Arbeit’ so gut eignen soll. Außerdem ist der 1.Mai seit dem Dritten Reich arbeitsfrei und diese Ehrung hat immer noch Bestand.

Ratskeller: Baumaßnahmen und Verkehr

Der Ratskeller Dannenberg war ein imposantes, äußerlich repräsentatives Haus. Bis zum 13. Januar. Dann zerstörte ein Feuer das Gebäude, dessen Fassade seit 1907 den Marktplatz maßgeblich prägt.

Wie die Elbe-Jeetzel-Zeitung heute berichtet, hat Stadtdirektor Jürgen Meyer den Erhalt des Marktensembles fest ins Auge gefasst. Dazu werde das Gebäude entkernt und anschließend wieder zu einem Hotel mit Gaststätte ausgebaut. ‘Das ist zumindest der derzeitige Stand der Dinge’, zitiert die EJZ den Stadtdirektor.

Die Sicherungsarbeiten sollen morgen beginnen. Während die Lange Straße so schnell wie möglich wieder frei gegeben werden soll, werden Adolfplatz und Münzstraße sowie Teile des Marktplatzes im weiteren Verlauf der Bauarbeiten gesperrt. Und die dauern, so Meyer, mindestens ein Jahr.

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Ich will einen Pferdemarkt!

Weil ich gerade so schön im Thema bin und weil ich natürlich die Umfrage in der rechten Spalte noch etwas anheizen will:
Eine provokative Idee zum Thema Ratskeller!

Nicht wieder aufbauen!

Statt dessen die Seitenfassade des hinter dem Ratskeller liegenden Hauses schick rausputzen.

Damit wären für den Hausbesitzer (wie geht es Uwe K.?, gute Besserung!) die Suche nach einem Mieter obsolet, die Dannenberger müssten sich nicht mit übermütigen Architekten herumärgern (die Diskussion ‘Künstlerhaus’ wird auf anderen Kanälen geführt) und: Adolfplatz und die Lange Straße rücken etwas näher zusammen.

Die Freifläche könnte vollkommen neue Funktionen übernehmen.

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Rauchmelder – da oder nicht da?

Die Ursache für das vereherende Feuer, welches am Sonnabend den 100 Jahre alten Ratskeller von Dannenberg in Schutt und Asche legte, scheint noch nicht geklärt.

Wie die EJZ mit Berufung auf den Polizeisprecher Thomas Glietze meldet, könne ein technischer Defekt ausgeschlossen werden. Ist schon toll wie die Experten so etwas rekonstruieren können: Vom Ratskeller steht eigentlich nur noch die äußere Hülle – das Treppenhaus ist weg. Einsturzgefahr. Das Gelände weiträumig abgesperrt.

Und weil ich der EJZ doch wenigstens ein kleines bisschen voraus sein möchte: Hier nochmal alle Bilder von Henning, die er der Öffentlichkeit via Internet kostenlos zur Verfügung stellt. Danke!

Wie dem auch sei:
Weil die Ermittler wahrscheinlich auch nicht an spontane Selbstentzündung glauben, bleiben nicht viele Optionen: Die EJZ berichtet, dass in Richtung Brandstiftung ermittelt werde. Was das jetzt mit Rauchmeldern zu tun hat? Lesen Sie doch einfach den Rest des Beitrages.

‘Brandherd in der Mülltonne?’ titelt die EJZ am 16.Januar.
Polizei und Feuerwehr sind bekanntermaßen recht vorsichtig wenn es um öffentliche Vermutungen geht. Die Leute reden trotzdem. Ob beim Bäcker oder in der Nachbarschaft: Es kursieren viele Gerüchte, was, warum und wo für die Ursache des Brandes war.
Angeblich haben sich Feuerwehrleute über das Fehlen von Brandmeldern geäußert. Der Brandschutzprüfer des Landkreises, Andreas Arndt, wird als glaubwürdige Quelle in der Zeitung zitiert. Er bestätigt das Fehlen einer ‘Brandmeldeanlage’ und verweist auf das Land, dass über eine Verordnung nachdenke (siehe etwas weiter unten). Stellt sich nur die Frage, wann der Kreis das letzte Mal das Hotel ‘Ratskeller’ überprüft hat.

Ich habe nämlich am Sonntag von einem Freund des Toten (dessen Identität laut EJZ noch nicht abschließend geklärt ist) gehört, dass direkt vor dem Eingang der Mietwohnung und im Treppenhaus je ein Rauchmelder gehangen habe. Nun – nicht zu überprüfen – Gerüchte eben.

Rauchmelder findet der aufmerksame Schnäppchenjäger inzwischen regelmäßig in den einschlägigen Supermärkten. Das Anbringen ist eine Sache von wenigen Minuten. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob die Modelle aus dem Schnäppchenmarkt etwas taugen – die Stiftung Warentest hatte vor fast genau einem Jahr eine Warnung vor gefälschten Markengeräten verbreitet:

Die defekten Geräte sind äußerlich nicht von Modellen zu unterscheiden, die in unserem Test Rauchmelder ein „gutes“ Qualitätsurteil bekamen. Da der Verdacht auf Markenfälschung besteht, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Für Käufer ist es unmöglich, Original und Fälschung zu unterscheiden.

STIFTUNG WARENTEST – Rauchmelder – Meldungen – Haus + Garten – Themen – test – FINANZtest

Ich bin jedenfalls erst einmal durch unser Haus getigert und habe sicherheitshalber die Akkus unserer Rauchmelder erneuert. Mehr kann ich wohl erst einmal nicht machen, weil die Dinger auf Zigarettenrauch eben nicht reagieren - und wer steckt schon das eigene Haus an (nur um einen Rauchmelder zu testen)?

Eben gelesen: In einigen Bundesländern ist das Anbringen von Rauchmeldern in Wohnungen von der Obrigkeit verordnet. Wir erleben hier einen typischen Fall von Föderalismus – übrigens etwas, worauf man bis vor kurzem in Deutschland noch sehr stolz war. (Inzwischen ist das irgendwie aus der Mode gekommen… warum eigentlich?) Jedenfalls: In Niedersachen sind Rauchmelder keine Pflicht – dabei ist Rauchen in diesem Kontext nun wirklich unmittelbar tödlich.

Die Bauordnungen der Länder sehen in der Regel die Montage von jeweils mindestens einem Gerät in Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, über die Rettungswege führen, vor. Denn tödlich ist bei einem Brand nicht das Feuer, sondern der Rauch. Schon wenige Atemzüge können tödlich sein.

STIFTUNG WARENTEST – Rauchmelder – Meldungen – Haus + Garten – Themen – test – FINANZtest

Wenn man sich mit dem Thema ‘Risikominimierung bei Wohnungsbrand’ etwas genauer beschäftigen möchte: Die Website der Berliner Feuerwehr hat einige gute Tipps auf Lager. Das meiste davon gehört zum gesunden Menschenverstand:

  • Reparaturen an Gas- und Elektrogeräten nur vom Fachbetrieb durchführen lassen
  • Eingeschaltete Elektrogeräte, wie Bügeleisen, Herd, Kaffeemaschine usw. nie unbeaufsichtigt lassen
  • Nur VDE- und GS-Zeichen geprüfte Elektrogeräte verwenden
  • Bei Ofenheizung erst die Feuerungstür schließen, wenn der Brennstoff durchgebrannt ist
  • Keine brennbaren Stoffe in unmittelbarer Nähe des Ofens lagern
  • Asche im Metallbehälter aufbewahren und erst nach Abkühlung entsorgen
  • Lagerung von brennbaren Flüssigkeiten, Altpapier und feuergefährlichen Abfällen in der Wohnung unbedingt vermeiden
  • Niemals offenes Feuer (z.B. Kerzen) unbeaufsichtigt lassen
  • Brennendes Fett (z.B. in Pfanne oder Fondue-Gerät) nie mit Wasser löschen, sondern mit Wolldecke oder passenden Deckel ersticken
  • Zigaretten- oder Zigarrenreste nur in nichtbrennbaren Behältnissen ablegen
  • Niemals im Bett rauchen

Berliner Feuerwehr: Wohnung

Außerdem, so rät die Feuerwehr, sollen Keller und Dachboden immer aufgeräumt sein (meine Güte! Was hier alles rumsteht – was war eigentlich auf dem Dachboden des Ratskellers?) und am besten auch noch verschlossen.

Merke: Ein guter Schutz gegen Einbruch ist auch ein guter Schutz gegen Brandstiftung.

Berliner Feuerwehr: Brandschutz Inhalt

So ist es denn auch dem Ratskellerbrand geschuldet, dass wir heute Nachmittag den Dachboden im ‘Vorderhaus’ entrümpelt haben. Übermorgen ist an unserer Straße der jährliche Sperrmüll (jaja, liebe Nicht-Dannenberger: Sperrmüll wird es bei uns einmal im Jahr abgeholt. Ohne Extrakosten, wenn es nicht mehr als 3 m³ sind), und auch wenn es die Mieter im Vorderhaus ärgert: Der Dachboden wird ab heute abgeschlossen – man will sich ja nix vorwerfen lassen.

Ach ja, für alle Dannenberger und Nicht-Blogg-Benutzer die noch nicht müde geworden sind, weiter zu lesen: Ich freue mich über Ihre(Eure) Geschichten und Ansichten. Einfach einen Kommentar hinterlassen.

Videos vom Brand: Geschmacklos?

Darf man das? So einfach draufhalten und filmen?

Das Feuer im Dannenberger Ratskeller wurde am Sonnabend von einem Mitbürger gefilmt und als Video bei YouTube ins Netz gestellt. Dort wird es angeschaut und weiter empfohlen. Das sei doch geschmacklos, erzürnte sich heute ein Nachbar.

Ich behaupte mal: nein!

Es ist nicht jedermans Sache, in solchen Momenten ‘draufzuhalten’ und das Gesehene für andere zu dokumentieren. Allerdings käme niemand auf die Idee, Kameraleuten vom Fernsehen, Fotografen der Zeitung oder Radioreportern mit Mikrofon in einer ähnlichen Situation Geschmacklosigkeit vorzuwerfen. Sie machen nicht nur ihre Arbeit sondern erfüllen eine wichtige Aufgabe: Dokumentation.

Es handelt sich gundsätzlich um eine Begleiterscheinung, die das Internet mit sich bringt. Nicht umsonst wird von einem Umbruch gesprochen: Die klassische Presse verliert das Monopol auf Meinungsbildung.

Nach wie vor gibt es einige Privilegien, die den klassischen Medien vorbehalten sind – und bleiben sollten. Einer der Feuerwehrleute beschwerte sich in einem Gespräch mit mir über die Unverschämtheit, mit denen sich einige Schaulustige hinter die Absperrungen der Feuerwehr mogelten, um ja noch etwas mehr zu sehen.

Absperrungen haben ihren Sinn. Sie sollen Sicherheit und Bewegungsfreiheit garantieren. Darum macht auch Sinn, wenn dort nur ‘offizielle’ Presseleute durchkommen.

Es wäre aber lächerlich, wenn die Bevölkerung sich in Zurückhaltung übt, nur weil Medien zwei Tage später etwas zu sagen haben müssen.

Stadtgespräch: Feuer im Ratskeller

Der Brand vom Ratskeller in Dannenberg bewegt die Gemüter der Dannenberger.

Wie der Generalanzeiger heute berichtet (die EJZ kommt erst morgen heraus), waren über 300 Feuerwehrleute aus der Region am Ort des Geschehens. Für einen männlichen Mieter einer Dachgeschosswohnung kam jede Hilfe zu spät.

Ist es Katastrophentourismus oder Teil einer funktionierenden Bürgerschaft: Der Marktplatz in Dannenberg war gesperrt und heute, einen Tag später, DAS Ausflugsziel für ganze Familien.

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Dannenberg: Feuer zerstört Ratskeller, ein Toter

update: Mehr Artikel dazu gibt es hier

Ein Toter und ein total zerstörter Ratskeller. Das ist die Bilanz eines Feuers, das seit den Morgenstunden die Dannenberger Feuerwehr in Atem hielt.

In den Morgenstunden brach ein Feuer im Ratskeller der Stadt aus, zerstörte das gesamte Obergeschoss und das mittig im Gebäude liegende Treppenhaus. Die Dannenberger Feuerwehr rückte gegen 8.30 Uhr mit aller verfügbaren Technik aus. Auch aus den angrenzenden Samtgemeinden kamen Kameraden zu Hilfe.

Weil die Drehleiter der Dannenberger Wehr nicht bis zum betroffenen Dachgeschoss des Ratskellers reichte, wurde Verstärkung aus Uelzen und Salzwedel angefordert. Für einen Bewohner des Hauses kam jede Hilfe zu spät: Die Kameraden konnten den im Dachgeschoss eingeschlossenen Mann nur noch tot bergen.
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