Castor 2008: Oma als Demotourist

 

Oma als Demotourist: ...ist ja enorm!

Oma als Demotourist: "...ist ja enorm!"

 

Oma ist mit ihren 88 Jahren nun wirklich über jeden Zweifel erhaben. Demonstrationen sind ihr Ding nicht aber dass hier im Wendland die Uhren anders laufen, hat sie inzwischen auch verstanden.

Also haben wir Oma und ihren Rollator gestern mittag kurzerhand ins Auto gepackt und sind los: auf den Spuren des Castors.

Ausgehend vom Verladekran (“ist ja enorm…!”) in Richtung Gorleben (“sehr komische Namen haben die hier…”) ging es vorbei an der Strecke, die die elf Castoren Montag Nacht nehmen werden.

Oma fand es trotzdem interessant und uns hat das erst einmal gereicht. Sonntag ist der große Tag. Da muss Oma nicht mit – einmal reicht.

4 Wochen Dannenberg – Was Oma auffällt

Nun wohnt sie schon fast vier Wochen lang in Dannenberg: meine Oma/Bielefeld.

Da bietet es sich doch an, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen, oder? Zunächst die Fakten:

  • Oma’s Zuhause ist von 142qm (Bielefeld) auf 72qm (Dannenberg) geschrumpft.
  • 56 Umzugskartons wurden mit auf die Reise genommen und inzwischen ausgepackt.
  • 4 Umzugsmänner waren mit dem Ab- und Aufbau des Mobiliars beschäftigt. 
  • 2.000 € hat der Umzug mit den Bielefeldern gekostet.
  • 42 Bilder, Sammelteller und ähnliche Kulturdevotionalien wurde inzwischen auf 13 Wände verteilt.
  • Karen, Brian und ich waren bummelig 20 Stunden mit dem Aus- und Einräumen beschäftig, eine Woche Urlaub ist gut kalkuliert gewesen.

Soweit so gut. 

Eigentlich hat alles prima geklappt, seit Donnerstag ist Oma auch offiziell Dannenbergerin und der Altersdurchschnitt von Lüchow-Dannenberg ist wieder etwas angehoben worden. Allerdings auch das verfügbare Einkommen und damit kommen wir gleich zum Wichtigsten:

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Wir machen den Weg frei
. . . von wegen.

Neue Heimat

Oma ist Volksbank-Kundin. Seit 35 Jahren ist sie mit ihrem Konto und mit Einlagen bei der VoBa in Bielefeld. Dass sie einmal umzugsbedingt einen Kontowechsel vornehmen müsste, damit hat Oma wohl nie gerechnet. “Wie soll man das nur alles alleine machen”, fragt sie mich.

Ich für meinen Teil hätte nie damit gerechnet, dass trotz EDV ein Umzug so kompliziert ist: 

Mehr als 1,5 Stunden haben wir in den Geschäftsräumen der Dannenberger Voba zugebracht. Vier Unterschriften später wird das neue Konto in 8 Tagen “scharf” geschaltet. Bis dahin muss Oma mit den Barreserven leben…. und dass, obwohl wir sechs Wochen vorher nachgefragt haben wie man es wohl am sinnigsten macht. 

Die Auskunft damals: “Das machen wir am besten von hier aus und das geht ganz schnell.
Von wegen! 

Oma ist da

Dannenberg kann sich über einen Neubüger freuen: meine Oma.

Nachdem sie 35 Jahre lang in ihrem Reihenhäuschen in Bielefeld (doch, es gibt Bielefeld tatsächlich) gewohnt hatte, zog sie gestern in ihre neue, seniorengerechte Wohnung in der Innenstadt ein.

Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Dank von hier aus an das Umzugsunternehmen Krichler – die Zusammenarbeit hat prima geklappt. Dank auch an Andreas Toeffs und seine Frau, die sich während der vergangenen sechs Jahre um Oma gekümmert hatten. Dank an alle ehemaligen Nachbarn und seid versichert: Die neue Wohnung ist schön geworden und Oma fand sie gestern nach der ersten “In-Augenschein-Nahme” ganz toll. Dank auch an Kirsten und meinen Vater, die Oma während der heiße Phase zu sich nahmen.

Nun haben wir “nur” noch 20 Umzugskartons in die Schränke und Kommoden zu verteilen – aber das hat noch einige Tage Zeit.

Hinter uns liegen anstrengende Tage: Fahrt nach Bielefeld, vorbereiten des Umzugs, räumen des Reihenhauses (es wird vom Vermieter jetzt verkauft), Fahrt zurück nach Dannenberg, Einräumen der neuen Wohnung… 

Wir sind alle ziemlich fertig. Eine kleine Ankündigung: In Zukunft wird hier mehr von Oma zu lesen sein. Wie sie sich in Dannenberg zurecht findet, was sie vermisst, was ihr gefällt wird hier im Wespennest festgehalten.

Mindestverzinsung von Mietkaution

Oma kommtOma kommt. Soviel war ja schon bekannt. Aber es gibt Neuigkeiten. Oma kommt am 29.April. Wir sind gerade aus Bielefeld zurück, wo wir die wichtigsten Sachen geklärt haben:

Der Termin des Umzugs wurde festgesetzt. Der Spediteur liefert in der nächsten Woche Kleiderboxen und Lufpolsterfolie.

Omas gute Fee, Frau Toefs, und Oma werden bis zum 27. April alles packen, was nach Dannenberg muss. Dort ist der Vermieter derzeit noch dabei, die Wohnung in Schuss zu bringen.

Am 1. April startet der Mietvertrag, weswegen wir von Oma auch das Geld für die Kaution abgeholt haben. Das geht nächste Woche – nach Schlüsselübergabe – in den Besitz des Vermieters, eines Immobilienunternehmers aus Winsen/Luhe, über.

Selbstverständlich wird das Geld angelegt. Zum Zinssatz von 1%, wie uns das Büromäuschen auf Nachfrage versicherte.

Kann das sein? Leider bin ich kein Anwalt habe aber das gefunden:

Dem Vermieter obliegt es als Nebenpflicht aus dem Mietvertrag gundsätzlich, die Mietkaution des Mieters vom Empfang an zu dem für Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist geltenden Zinssatz zu verzinsen. Dieses gilt auch dann, wenn der Mietvertrag vor Inkrafttreten des § 550 b BGB (1.1.1983) geschlossen wurde.

AG München, Urteil vom 14.12.1998, Aktenzeichen 451 C 17166/98

finanztip.de

Oma’s iPod nano

Oma macht Prämiensparen.

Das Prinzip ist schnell erklärt: Der Sparer gibt regelmäßig kleinere Geldbeträge auf ein Sparkonto, bekommt wenig Zinsen, nimmt dafür aber für die Dauer der Anlage an einer Verlosung mehr oder weniger schöner Prämien teil.

Das Los ist auf Oma gefallen. Und der Preis hat es in sich: ein iPod nano.

Da danke ich doch dem CRM-Programm der Sparkasse, dass es keine Pausibilitätskontrolle vornimmt. Das hätte Oma mit ihren 87 Lenzen (sorry Oma, das muss mal gesagt werden) wahrscheinlich durch das Raster fallen lassen und die Lostrommel wäre noch einmal angesprungen.

Oma hat nämlich keinen PC und nicht mal einen Mac. Den braucht sie aber, um den iPod überhaupt in Betrieb nehmen zu können. Außerdem hat Oma die letzten technischen Entwicklungen verpasst, und hört immer noch Schallplatte und Radio (letzteres übrigens über ein Uralt-Kofferradio von Blaupunkt.). Nix Mp3 – aber auch nix Kopierschutz – doch das ist ein anderes Thema.

Wesentlich hingegen: Oma hört schlecht und trägt darum ein Hörgerät. So gesehen ist sie mit dem iPod technisch nicht kompatibel, weil die Schnittstelle ‘Ohr’ ja schon mit dem Hörgerät von Siemens belegt ist. Tja, Pech gehabt.

Aber:
Des einen Uhl ist des anderen Nachtigall.
Es gibt ja mich und ich kann das Ding sehr wohl gebrauchen.

Danke Omi, danke Sparkasse Bielefeld
( . . . aber das CRM-Programm würde ich doch mal updaten lassen)!

"Was soll’s?”

Aus meiner Zeit in Wolfsburg stammte die Idee vom Seniroenweb. Aufgekommen Ende der 90er Jahre ist die Zeit vielleicht inzwischen reif dafür.

Seinerzeit machte sich einer unserer Kunden Gedanken darüber, wie wohl die Seniroen von den neuen Medien profitieren könnten. Das Projekt kam – leider, leider – nie über eine Betaphase hinaus.

Dabei wäre es aus Sicht des Enkels und Kindes, durchaus von Vorteil wenn ich mit Oma, Bielefeld oder mit Onkel und Tante in München via Web im Kontakt bleiben könnte.

Die Widerstände seitens der Alten sind hoch. Lapidarer Kommentar von Onkel Günther: “Was soll’s, was habe ich denn davon?”

Vielleicht sind die Senioren von heute mit der Glotze absolut zufrieden. Vielleicht fehlt Ihnen die Vision einer vernetzten Welt im Alltag. Vielleicht aber sind die Hürden einfach zu hoch.

Allein die Sprache macht es den vermeintlichen “Silversurfern” ungeheuer schwer. Da hilft es auch nix, wenn nun ganz offiziell ein deutsches Wort für “online” gefunden werden soll.

Wo es um PHP und VoIP, Firewalls und Attachments, Jpeg und MP3, Blog und CMS geht, steigt jeder Offliner fast zwangsläufig aus. Die Chance mit sinnvoller Argumentation das Individuum zu erreichen ist in diesem Falle vertan – meist für eine lange Zeit, weil der oder die Betreffende sich ja “schon früher mit einem, der ein echter Profi ist” unterhalten haben.

Eine ungute Rolle spielen auch die klassischen Medien, die sich zu Recht von der Entwicklung im WWW überfahren sehen. Sowohl die Zeitungen als auch das Fernsehen bereiten genüsslich die vermeintlichen Risiken vor ihrem analogen Publikum aus. Wer will schon im Internet einkaufen wenn die Taschendiebe in der Telefonbuchse stecken und die Rente klauen?

Inzwischen gibt es den einen oder anderen Ausreisser aus der Lethargie. So hat Geriatric1927 mit einer kleinen Idee einen Hype um seine Person ausgelöst. BBC, die Sun und andere renomierte Zeitungen haben ihn für sich entdeckt. Wahrscheinlich, weil er der erste seiner Art ist.

Generatic1927 hört im realen Leben auf den Vornamen Peter und er ist alles andere als ein glattgeleckter Medienprofi. Er ist ein alter Mann (79), der keine Lust hatte, seine Erinnerungen in Form eines Buches zu veröffentlichen. Sie schienen ihm zu banal, tippen zu langweilig und das Video ist so … bequem. Eine halbe Million Menschen hat Peters Fortsetzungsgeschichten über sein Leben inzwischen verfolgt – und es werden mehr.

Welche Schritte sind wohl nötig, um den Senioren (immerhin die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe im Land) einen erkennbaren Mehrwert anzubieten? Welche Rolle spielt das Bloggen in dieser Hinsicht und welche Personen oder Personengruppen werden die Rolle des Firstmover übernehmen?

Für alle, die Peter aka Geriatric1927 noch nie gesehen haben:

Eine seiner Sendungen zum Anschauen

Technorati-Tags:Geriatric1927, senioren, ,

Oma (Bielefeld) im Krankenhaus

Oma Bielefeld ist im Krankenhaus. Zur Beobachtung, sagt sie. Tante Siglinde meint, es ist Verdacht auf Schlaganfall.

Mist! Da stellt sich die Frage, was tun wenn sie nicht mehr alleine kann. Sie hat zwar Andreas, aber der ist auch nicht immer da.

Nun haben wir schon alles richtig gemacht: Sowohl meine Schwester, als auch ich wohnen bei unseren Eltern. Meine Schwiegermutter ist schon ziemlich alt und wird von ihren Kränzchendamen offen beneidet. Die Kinder der anderen Omas wohnen nämlich alle nicht im gleichen Haus…
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