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Lesetipp: Das Duell « Herzdamengeschichten

Gestern war einer dieser wunderbar produktiven Online-Tage an denen ich weiß, dass es Wert ist doch am Ball zu bleiben.

Zum Abschluss eines wunderbaren, etwas frischen Sandkasten-Frühlingstages, noch einmal online gegangen, finde ich eine Geschichte auf einem mir neuen Blog (übrigens via Facebook). Es geht um nichts mehr aber auch nichts weniger, als dass, was man aus seinem Vaterdasein macht. Die Quintessents: Und ich bin selbst Papa!

“Und ich“, sage ich und hebe meine Augenbrauen dezent an, „ich bin selber Papa.“ Der Junge guckt verblüfft. Dann denkt er nach. Er sieht auf seine Schuhspitzen, er sortiert emsig Steinchen. Dann gibt er endlich auf, zuckt mit den Schultern, wirft mit einen ganz kurzen, fast schon freundlichen Blick zu und sagt anerkennend: „Okay. Das ist auch sehr gut.“

Das Duell « Herzdamengeschichten.

Ganz große Emotion: Schabowskis Zettel

Na, heute schon ferngesehen?

Ich bin – ganz anders als viele meiner Bekannten – doch immer noch sehr dankbar, dass es das öffentlich rechtliche Fernsehen gibt. Denn anders als viele meiner Bekannten genieße ich auch die großartigen Dokumentationen, die auf ARD und ZDF (und natürlich den digitalen Derivaten) laufen.
Aber dass ich einen Fernsehtipp im Wespennest abgebe, ist doch eher selten.

Also: Unbedingt in der ARD-Mediathek ansehen, bevor die Sendung wieder vom Server genommen wird – Schabowskis Zettel,

24 Stunden, die die Welt veränderten: Am 9. November 1989 verlas Günter Schabowski, Mitglied und Sprecher des Politbüros des Zentralkomitees der SED, auf einer live im DDR-Fernsehen übertragenen Pressekonferenz die neue Reiseregelung der DDR. Sie war von hohen Offizieren des Innenministeriums und der Staatssicherheit erarbeitet worden. Entgegen den Vorgaben der politischen Führung hatten die Verfasser die Möglichkeit einer unbürokratischen Aus- und Wiedereinreise in das Papier geschrieben. Dennoch passierte die Reiseregelung unbeanstandet das Zentralkomitee. Egon Krenz persönlich drückte Günter Schabowski den Zettel für die Pressekonferenz in die Hand.

Den Machern dieser Doku ist es gelungen, ein Stück Deutschland sehr schön aufzubereiten. Sie machen diesen Zettel von Schabowski zum rote Faden, der mal oben und mal unten, hin und zurück zum Stoff gewebt wird, den Helmut Kohl wesentlich später als Mantel der Geschichte sah. Autoren und Redaktion der ARD (wenn ich das richtig nachvollziehe unter Federführung des NDR) beweisen mit dieser Arbeit, dass gutes Handwerk und jede Menge Fleiß auch im Journalismus zu exzellenten Ergebnissen führt. Großartig – danke schön! Mein Wunsch: Lasst so einen Beitrag dauerhaft im Netz. Er wäre es wert.

Fake-Account oder: Wenn ich tu als wären wir Du

Twitter ist doof. 140 Zeichen Binsenweisheiten oder Linktipps, viele davon nur kryptische Zeichenfolgen. Zeitverschwendung, der absolut schnellste Zünder für mediale Erdbeben. So geschehen bei der Wahlberichterstattung am vergangenen Wochenende.

zapp das medienmagazin bei TwitterIch für meinen Teil genieße im Augenblick diese herrlich, unterhaltsame Mischung aus Information, Themenseismograf oder als reine Unterhaltung. Was ist wichtig, was ist lustig, was ist erschütternd oder was trivial? Diese Entscheidung nimmt mir bei Twitter niemand ab. Selbstdenken erlaubt. Nimmt mir kein Roboter, kein Filter, kein Stoppschild ab. Auch keine Redaktion.

Überhaupt die “alten Medien” – sie haben keinen selbstverständlichen Zugang zu Twitter- genausowenig wie der Feuerwehrhauptmann der Freiwilligen Feuerwehr in Vasenthien. Auch nicht die Medienspezialisten in den Medien sind nicht immer überall versiert und dabei.

So geschehen gestern.
Ich weiß gar nicht, wer da wem zuerst folgte – irgendwann hatte ich das Medienmagazin @ZappMM in meiner Leser-Liste (darin ist jeder sichtbar, der sich meine Meldungen ansehen will, könnte, wollte). Und weil mich Medien ja nun mal interessieren, habe ich mich in deren Leser-Liste eingetragen.

Und dann kommt heraus, dass @ZappMM gar nix mit dem Medienmagazin des NDR zu tun hat.

Schade eigentlich, denn wer immer hinter dem Account stand, hat gute Arbeit geleistet. Innerhalb von einem Tag hat er 47 Mitteilungen verschickt, mehr als 70 Leser gewonnen, (das obwohl er selbst nur 165 Leuten auf die Zeilen schaut) und sich (nach eigener Auskunft) inzwischen beim NDR gemeldet und steht in Verhandlung, den Account an das (echte) Magazin abzugeben. Inzwischen wurde das Logo durch eine Art Transparent ersetzt und damit wird die ganze Angelegenheit so richtig herzhaft :-)

Gut oder Böse? Ein wunderbares Beispiel für die spannenden Veränderungen in der Gesellschaft. Was war das jetzt? Der Freundschaftsdienst eines treuen Zuschauers, vielleicht sogar ein Service und damit ein Geschäftsmodell in Sachen Kommunikationsdienstleistung, eine Art Produktpiraterie oder: triviales Geschnatter?

Ich weiß es noch nicht – was meinen wohl meine Leser? Ach ja: Twitter ausprobieren ist ganz leicht!
www.twitter.com in den Browser eingeben, Email-Adresse eingeben, Nutzernamen ausdenken, anmelden und ausprobieren.
Mein Twittername ist übrigens @DieWespe

Lebenslang + 70 Jahre – Urheberrecht vs Entwicklung

Urheberrecht – was für ein Wort. Es ist eines der schwierigsten juristischen Gebiete, betrifft gleichzeitig jeden kulturell interessierten Menschen und ist, gelinde gesagt, dringend überholungsbedürftig.

Copyright und Internet stehen sich scheinbar im Weg. Die Interessen klaffen auseinander, mächtige Konzerne und arglose Nutzer geraten in die Mühlen einer Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners. Das Internet ist dabei weniger der Auslöser, als vielmehr nur ein Katalysator an dem lange aufgeschobene Aufgaben offensichtlich werden. Jedes kreative Werk ist geschützt: Lebenslang plus 70 Jahre.

Warum diese Regelung eine Entwicklung in Kultur und auch in der Wissenschaft behindert?

Eine unwahrscheinlich inspirierende Analyse von James Boyle, vorgetragen in der Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures, and Commerce.

Leider in englisch aber unbedingt sehenswert!

Vernetzung und Bewertung

Das Ende von Web 2.0, weil das Netz an den selbsterzeugten, aber unbewerteten Beiträgen erstickt?

Sehr interessante Gedankengänge zum wichtigsten Thema der Welt von Prof. Peter Kruse. Der Unternehmensberater hat eine ausgesprochen interessante Interview-Serie in YouTube veröffentlichen lassen.

Diese Interview-Serie ist interessant für Menschen, die sich mit Komplexität im Zusammenhang mit Kultur, Lernen und Prozessen beschäftigen.

Danke ans PM-Blog für den Hinweis.

Und dann kommt lange nichts!

Das regelmässige Veröffentlichen neuer Beiträge im Wespennest kam während der jüngsten Vergangenheit etwas kurz.
Urlaub oder nicht – damit hat es entgegen meiner ersten Vermutung nix oder nur wenig zu tun.

Tatsache ist, dass mein iPhone mehr Zeit frißt, als es spart. Zwar bin ich immer und überall online, aber: Neue Möglichkeiten wie das Twittern verdrängen das Bloggen vom Laptop aus. Das ist nicht negativ gemeint, sondern eher im Sinne von ‘Evolution’ zu verstehen. Bloggen vs. Twitter

Twitter selbst ist sozusagen eine öffentliche, dafür kostenfreie SMS.
Nix für den Austausch von Intimitäten aber für das Publizieren von Statusmeldungen prima geeignet.

Schnell und kurz schlägt ausführlich und ‘schön’ 1:0.

Vielleicht schlägt das Pendel bald wieder in die andere Richtung aus. Vielleicht kommt aber auch lange nix.

Newsletter: Das Wespennest im Postfach

Auch wenn es nicht die reine Lehre ist: Das Wespennest ist ab sofort im email-Abonnement, also via Newsletter zu erhalten.

Wer möchte, kann sich ab sofort via Newsletter über die Aktualisierungen im Wespennest auf dem Laufenden halten: Oben links neben dem Wespenkopf ist ein Link mit Namen “email-abo”.

Dazu muss nur die eigene Mail-Adresse in ein Eingabefeld eintragen werden. Der Lohn: Nach einer Bestätigung, dass Ihr das Wespennest wirklich abonnieren wollt, gibt es eine Mail, sobald sich im Wespennest etwas getan hat.

Ihr könnte dabei auch / nur / einzelne Kategorien auswählen. So hält sich das Mailaufkommen in Grenzen. Austragen geht selbstverständlich auch. Mit jeder neuen Mail gibt es am Ende einen Link, der den Mail-Segen beendet.

Kleiner Wehrmutstropfen für die Abonneten: Es werden keine Bilder oder Videos in die Mails eingebunden. Wer also Fotos sehen möchte, muss im doch noch auf www.diewespe.de surfen. Aber das bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Tolle Sache, und das Schönste: Das ganze geht mehr oder weniger automatisch. Dank von hier aus an Moritz Strübe, der das Plugin geschrieben hat.

China, Tibet und die Medien:
Trau schau wem

Der Sinn von Propaganda ist, die öffentliche Meinung in eine gewünschte Richtung zu lenken. Dabei wird ganz bewusst darauf verzichtet, unterschiedliche Positionen gelten zu lassen.

Betrachtet man die aktuellen Ereignisse rund um den olympischen Fackellauf, so scheint es nur eine “richtige” Position zu geben: die der China-Kritiker. Die Chinesen sind die Bösen. Soviel Einhelligkeit könnte oder sollte stutzig machen. 

Was passiert da? Der Dalai Lama hat seine Position nicht verändert und der chinesische Einmarsch ist nun auch schon ein paar Jahre her. Daran haben sich weder die Unternehmen gestoßen, die in China während der vergangenen Jahre investiert haben noch unsere politischen Vertreter. Auch kommen die olympischen Spiele in China nicht gerade aus heiterem Himmel – es ist schon länger bekannt, dass die Chinesen sie ausrichten werden. 

Unruhen in China sind nicht neu. Über die Gründe kann spekuliert werden, aber die Gründe werden in der augenblicklichen Debatte eigentlich nicht hinterfragt. 

Warum kommt diese Menschenrechtsdebatte jetzt, warum in dieser Form und warum so schwarz-weiß?

Fragen, die man sich durchaus stellen kann. So wie Jo Klein in seinem chinesischen Tagebuch (gestern gefunden)

Blogspiel.de ist tot

Manchmal sollte man seine eigene Website noch mal lesen. Dann fällt auf, dass der eine oder andere Link nicht mehr das hält, was er einst versprochen hatte.

Liebe Blogspiel-Community!

Breitband kommt, aber das Blogspiel geht weiter. Auf der Breitband-Seite könnt Ihr unter dem Navigationspunkt Blogspiel wie bisher Eure Radiobeiträge und Audiokommentare hochladen und zur Diskussion stellen. Registrierte User brauchen sich nicht neu anzumelden.

Blogspiel

Also wenn man mich zum Blogspiel fragt: Viele witzige Beiträge, aber um dauerhaft mit dem Blogspiel Freundschaft zu schließen war es denn doch nix. Die Navigation auf der Website war der Horror: Als Konsument war die Orientierung schwierig, als Kritiker und als Produzent blieb die “Blogspiel-Seite” hinter den Möglichkeiten weit zurück.

Leider ist auch ein Relaunch immer nur so gut, wie er die Nutzerfreundlichkeit erhöht. Und die ist bei der Implikation der alten Beiträge in das neue Format nun auch nicht viel besser geworden.

Wer macht Mediengesetze?

Politiker. Mediengesetze werden natürlich nur am Rande gemacht.

Ansonsten sind sie Fraktionschef, beaufsichtigen Geheimdienste oder sind Justizministerin.

Link: sevenload.com

Der eigentliche Skandal ist, dass sich kein Fernsehsender dieser offensichtlich skandalösen Ahnungslosigkeit widmet. Ausgenommen die Kinderreporter des ARD-Morgenmagazins…

Suche alten, reichen Knacker mit Stil

Die ProScript Medien Gesellschaft will ein Senioren-Magazin an den Start bringen und veröffentlicht eine Pressemitteilung wegen der Verschiebung des Produktstarts. Interessant ist die Vertriebsidee, denn wie kommt man an “reiche, alte Leute”?

Der Adresshandel macht es möglich.

“Mit Hilfe von soziodemographischen Daten, Gebäudebewertungen und Konsumdaten hat man eine Zielgruppe von 480.000 Haushalten ausgemacht, so Herausgeber Heinrich Heine bei der Vorstellung des Magazins im Sommer. Jeweils 80.000 dieser Haushalte bekommen pro Ausgabe ein Exemplar kostenlos.”

dwdl.de

Wenn Sie also im neuen Jahr eine Ausgabe von Invivo im Briefkasten haben, dürfen Sie sich getrost Gedanken über Ihre Kauf- und Wohngewohnheiten und über Ihr Alter machen. Wenn nicht natürlich auch.

Podcast-Tipp: 3Sat, Neues

3satMit Computershows ist das so eine Sache. Kleiner, schneller, teurer ist meine Sache nicht und auch die neverending Story Apple vs Microsoft ist eher was für Aktivisten.

Heute erst in iTunes entdeckt: der Podcast von 3Sat Neues. Ich bin bekennder Fan der öffentlich rechtlichen Sender und gerade die ‘Computershow’ von 3Sat gefällt mir ausnehmend gut. Computer werden dort etwas umfassender betrachtet und auch Seitenaspekte passen ins Sendekonzept.

Im Podcast sind nicht nur die regulären Sendungen sondern auch eigene Themen für den Abruf konserviert. Die Mediathek von 3Sat ist übrigens ebenfalls überarbeitet worden. In dieser Form sind Gebühren gut angelegt, finde ich.

Schlag den Raab – Show on Demand?

Krisenstimmung im Haushalt. Eine kleine Party kollidiert mit dem heutigen Fernsehprogramm, führt uns den Sinn von Video on Demand vor Augen und offenbart auch die Versorungslücken im privaten Fernsehen.

Während ARD und ZDF dank Gebührenstütze den Ausbau ihrer Online-Angebote vorangetrieben haben, hat Pro 7 Lücken im Programm.

Frage in den Cyberspace: Gibt es “Schlag den Raab” auch als Online Show? Über einen Linktipp würde ich mich freuen. Ansonsten muss ich wohl oder übel den Videorecorder wieder anschließen :-(

Surftipp ZDF?

Ja tatsächlich. Die alte Tante ZDF ist zum Surftipp geworden.

Mein alter Herr war zwar immer skeptisch, was das Fernsehen am Computer angeht – aber die neue ZDF-Mediathek ist nicht nur stylisch eine echte Entdeckung.

Inklusive RSS und Direktlink auf einzelne Beiträge . . . fehlt nur noch der embedded-Link, der YouTube und Co groß gemacht hat. ;-)

Was geht, erklärt Kaus Kleber am besten selbst.

Web 2.0 und die Meinungsmacher

. . . der alten Medien haben nur bedingt zusammengefunden.

Behauptet zumindest eine Studie, die eben in mein Mailfach flattert.

Auch wenn die Studie, die heute von der dpa-Tochter news aktuell verbreitet wurde, Web 2.0 auf Blogs und Podcasts eingrenzt (und dabei Xing und Co vollkommen außer acht lässt) – einen Blick in die Studie kann man durchaus riskieren.

Interessant für Menschen, die an der Schnittstelle zwischen PR / Web / und Journalismus werkeln.
Dankenswerterweise gibt es die Studie als 6seitiges PDF zum Download.

Neuer Harry Potter als PDF im Web?

Eigentlich wollte ich eine Meldung bei Bild.online verlinken.
Als ich nach wenigen Sekunden einen Reload der Seite machte – war sie weg.

Inhalt der Meldung, die da eben bei Bild.online für wenige Sekunden auf meinem Bildschirm zu sehen war:

“Nachrichten: Unbekannter veröffentlicht im Internet Geheimnisse des neuen Harry Potter”

759 Seiten Harry Potter im Internet veröffentlicht

Die letzten Geheimnisse von „Harry Potter“ sind enthüllt – angeblich.

Ein Unbekannter fotografierte mit einer Digitalkamera 759 Seiten des 7. Romans „Harry Potter und die Todgeweihten“ ab und stellte sie leicht unscharf, aber lesbar ins Internet.

Die gute Nachricht: Harry stirbt nicht!

Bild.online – RSS

Auch andere Quellen bestätigen:
Ein ‘Fan’ machte sich die Mühe und hatte 10 Kapitel mit einer Digitalkamera abfotografiert.

Hier mal ne Übersicht, über die Verbindung von Harry Potter und PDF bei technorati.

Und nun wird’s kritisch:

Denn ich vermute, da heizt jemand den “Harry Potter”-Hype mit einer Ente an. Denn selbst wenn der Potter online zu sehen wäre, hätte das kaum Auswirkungen auf den Buchverkauf. Eher im Gegenteil. Das PDF wäre der beste Teaser, den man für Geld produzieren kann.

Aber: Ein Link auf dieses PDF wäre wahrscheinlich ein krimineller Akt – im Sinne der Weiterverbreitung verbotener Inhalte.

Zwei Gründe um dieses PDF nicht weiter zu suchen… ;-)