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Deutsches Datenschutzrecht, Schleswig-Holsteiner Meinungen oder Irland – was gilt für Facebook überhaupt?

Wer sich im Internet bewegt, kommt weit rum. Das öffnet den Geist für Neues und wer des englischen einigermaßen mächtig ist, fühlt sich schnell akzeptiert und profitiert vom internationalen Austausch von Wissen, Waren und Dienstleistungen und manchmal findet man im Netz sogar einen vollkommen neuen Ansatz, das bisherige Handeln zu verändern. Zudem geht das Surfen viel schneller, als jedesmal in den Flieger zu steigen und JWD Gesprächskreise zu treffen.

Also: Wo ist das Problem?

Als Tourist unterliege im Ausland den örtlichen Gesetzen. Als Surfer bleibe ich auch auf Hawai immer unter den Fittichen des Deutschen Staates. Was hier verboten ist, bleibt im Netz verboten.

Das einfach gut wenn es um Kinderpornos, Volksverhetzung, Kundenabzocke und ähnlich böses Zeug geht. Es ist viel komplizierter, wenn ich mich im Web2.0 den in der Regel fremdländischen Plattformen anschließe und mit diesen interagiere. Weiterlesen

Das Wespennest ab sofort wieder ohne google-analytics

Karten-Overlay - Google AnalyticsDie Datenschützer haben es so gewollt und ich beuge mich der besseren Einsicht. Es ist zwar spannend aber auch nicht zwingend wissenswert: Woher kommen meine Besucher im Wespennest, warum kommen sie und – nicht minder spannend: Was lesen sie eigentlich und was nicht?

Tja. Und dabei half bis heute ein Programmschnipsel, den Google zur Verfügung stellt und den jeder Besucher dieser Seite aufruft, wenn er seinen Internetbrowser das erlaubt (was in der Regel der Fall ist).

Das Google-Analytics-Script, kann mir genau mitteilen was ich über die Surfgewohnheiten meiner Leser im Bilde sein will – und noch einiges mehr. Welchen Mehrwert Google dabei erziehlt, habe ich bislang nicht hinterfragt. Fahrlässiger Weise?

Dieser Dienst von Google ist jüngst vom Düsseldorfer Kreis als “mit dem deutschen Datenschutz nicht vereinbar” eingestuft worden. Ich will mich nicht blöder stellen als ich bin und nehme ihn daher ab sofort nicht mehr in Anspruch.

Nicht dass Du, mein lieber Leser, jetzt glaubst ich hätte Dich überwacht. Wer Du bist, habe ich persönlich nicht rausbekommen – ich habe nur ein wenig Google gespielt. Sorry – aber ich habe Euch gewarnt;-)

Angemerkt sei:

Das Thema habe ich am 28.November auf Trackback erstmals gehört - Google wirbt bis jetzt fleißig weiter für den Einsatz der Statistik-Software. Bis Anfang nächster Woche sind auch alle anderen Websites in meinem digitalen Einflussbereich wieder frei von Analytics.

Wieder on the Rad

Sich über den eigenen Schweinehundes auszulassen ist manchmal eine Art Wettbewerb – mündet dann immer in: “Wer hat den Größten?”

Während der vergangenen beiden Wochen gab ich aus mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen dem Auto den Vorzug vor meinem Rad gab. Bis heute! Jetzt wird wieder geradelt. Der Umwelt zuliebe und meinem Gelbeutel zuliebe und angesichts meiner Plautze auch der Bikinifigur zuliebe. Immerhin steht der Sommer vor der Tür und die Badehose vom vorletzten Jahr muss wieder passen.

Da freut es mich, dass ich – trotz der Trainingspause – meine “alten Werte” annähernd erreiche. Das Ziel bis Ende Mai: einmal einen Schnitt von 25km/h über die gesamte Strecke (hin und zurück) zu erreichen. Meinen Schweinehund beeindrucken solche Ziele im Übrigen überhaupt nicht ….

Mai-13

Widget powered by EveryTrail: GPS Geotagging

Kurzfilmer gesucht

Das Thema Kurzfilme ist hier ja schon öfter angesprochen worden – allerdings im lokalen Zusammenhang.

Diesmal geht es um einen thematischen Zugang, den ich persönlich recht spannend finde. Vom 27. bis 30. Dezember veranstaltet der Chaos Computer Club seinen Congress (ein C geht noch ;-) ). Dort sollen Kurzfilme vorgestellt werden, die das Thema “Überwachung” aufgreifen, überspitzen, formulieren – Phantasie ist ausdrücklich erwünscht.

Die Materie ist schwierig, das Publikum aufgeklärt. Zumindest die Aktiven im CCC dürften sich mit dem Thema beschäftigt haben. Auf der hauseigenen Website macht der CCC den Filmemachern Mut, auch unkonventionell zu denken:

FilmemacherInnen und AutorInnen sollen ermutigt werden, sich mit dem Thema „Überwachung“ filmisch auseinander zu setzen. Es sollen Kurzfilme entstehen, die wachrütteln, verstören, zur Diskussion anregen und dem derzeit vorherrschenden Diskurs (um das Begriffspaar Sicherheit und Angst) weitere Perspektiven hinzufügen.

CCC.de

Was zählt, ist der Plot. Und der soll in drei Minuten stehen.

Eine schöne Aufgabe für Schul-AG’s, oder? Mehr Infos auf der Website zum Projekt.

Datenschutz: Künftig ohne IP?

Eben bei Patrick gefunden und noch immer am Staunen.

Dem Bundesjustizministerium wurde nun per Urteil vom Landgericht Berlin untersagt die IP-Adressen der Website-Besucher zu speichern. Momentan geht es in dem Urteil zwar nur um die Daten eines einzelnen Users, da das Urteil nun aber rechtskräftig ist, kann es durchaus sein, dass dies zukünftig weitreichende Auswirkungen hat.

Webanalyse-news

Vielleicht ist es spätestens jetzt wieder an der Zeit, sich über die Technik im Hintergrund Gedanken zu machen. Wenn nämlich WordPress installiert ist, werden die IP-Adressen automatisch mitgetrackt. Zwar gibt es ein Plug-In um das zu verhindern – aber sollte man das als Deutscher jetzt installieren?

Anders herum gefragt: Ist das “systematische” aber arglose Speichern von IP-Adressen in naher Zukunft ein abmahnfähiges Vergehen?

Spannend ist in diesem Zusammenhang die weitere Entwicklung des Vorganges, der – mit allen Hintergründen – bei Datenspeicherung.de zu finden ist.

Mein Leser bleibt (fast) unbeobachtet . . . !

Jeder Interessierte hat schon mal von eyetracking gehört. Damit können Webdesigner wichtige Erkenntnisse ableiten, welche Inhalte vom Internetuser wahrgenommen, gefunden und geklickt werden.

Die Bewegungen der Augen werden mittels Kamera aufgezeichnet und mit dem Monitorbild in Deckung gebracht. Die entstehenden Bewegungsmuster werden visualisiert und dienen als Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit.

Komplizierte Sache, teuer zumal.
Leichter geht es, die Bewegungen der Maus aufzuzeichnen. Das Ergebnis dürfte zumindest ähnlich sein. Also: Ganz webzweinullig kommen pfiffige Coder auf die Idee, genau so ein Tool den Websitebetreibern kostenlos unter dem Projektnamen m-pathy zur Verfügung zu stellen.

Robert hatte über das Tool schon mal geschrieben und fand es zumindest interessant.

Sagt das Teufelchen auf der Linken: ‘Wäre ja schon schön zu wissen, ob das Wespennest wirklich zuviele Links auf der Seite hat – also: Testen wäre doch was.’

Drauf das Engelchen: ‘Hey – gesund ist das doch nicht. Wer zeichnet da unter deinem Namn wo was auf? Wo ist das gespeichert? Wer hat da welchen Zugriff drauf und: Wen geht das eigentlich was an, außer deinen Leser? Nicht mal dich! Und außerdem: Schäuble is watching you.’

Also noch mal weitergesucht. Wulffy hatte das gleiche Tool in einem ganzen anderen Zusammenhang auf dem Themenzettel und darum hab ich mir mal die AGB’s durchgelesen und dabei folgendes gefunden.

seto behält sich alle Veröffentlichungs-, Vervielfältigungs-, Bearbeitungs- und Verwertungsrechte an den mit m-pathy gewonnenen Daten und den Inhalten der Datenbank ausdrücklich vor.

Auszug der AGB’s von http://www.m-pathy.com/

Nö. Das denn doch nicht – ich widerstehe, bin stolz auf meine Vernunft. (das müsste man dann ja auch noch stundenlang ansehen!)

Und dann sehe ich, dass man in Israel schon einen Schritt weiter ist:

One of our expectations when we first reviewed Clicktale was the possibility of producing reports of aggregated data out of those hundreds or thousands of video user sessions. Individual sessions won’t help website owners and marketers because they are not representative and cannot trigger decisions to optimize your website. And Clicktale might have found the right way to process all that information in a useful and action-oriented way.

techcrunch, via Robert Basic

Auf deutsch und etwas verkürzt: Clicktale legt tausende Mauszeiger-Videos der Besucher übereinander und bildet so Mittelwerte des Verhaltens, was für die Marketeers dieser Welt noch vielvielviel spannender ist.

Vielleicht bin ich aber auch etwas verspannt heute Abend ;-)

ebay und der Jugendschutz

Eben auf Jugendschutz.net gelesen (wo man die Bild offenbar sehr genau verfolgt):

Das Internetauktionshaus eBay kann zur Sperrung jugendgefährdender Angebote verpflichtet werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden.

jugendschutz.net

Das ganze passt doch irgendwie zusammen: Erst wird Yahoo mit dem deutschen Flickr auf den Jugendschutz vergattert, nun folgt ebay. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die gesamte Web2.0-Szene dem Jugendschutz zum Opfer fällt. So kommt die Zensur leise still und heimlich durch die kalte Küche.

Das kann es doch auch nicht sein. Wenn schon, dann bitte ein vernünftiges Verfahren.

Ich schlage vor, einen digitalen Personalausweis einzuführen. Der gibt im Zweifelsfalle dem Websitebetreiber (oder den Strafverfolgungsbehören) darüber Auskunft, wann ich welche Inhalte anschauen will – und ob ich das darf.

Anonym zu surfen ist eh nur etwas für die Hardcore-Nerds und selbst die können sich wahrscheinlich nicht sicher sein, dass das immer klappt.

Warum dann nicht gleich konsequent und mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen? (Ich mein ja nur)

Das Ende der Anarchie

…habe ich ja schon mit diesem Artikel angekündigt.

Wie die Zeit danach aussehen könnte? Sagen wir: 2025…

Wahrscheinlich etwas in Richtung ‘Orwells 1984‘.

Oder so:

Jeder Bürger ist verpflichtet, alle drei Stunden mit dem Mobiltelefon die Mails abzurufen und umgehend zu beantworten. Gerichtsbeschlüsse werden ja ohne jegliche Verhandlung direkt per Mail zugestellt und da wäre es fatal, wenn man die 30minütige Widerspruchsfrist versäumen würde. Glücklicherweise gibt es kaum noch SPAM. Seit Spammer als Datenterroristen gelten und ohne Vorwarnung von der Ordnungswacht erschossen werden können, hat der Versand von Spam-Mails rapide abgenommen.

Dreibein

Terroropfer Datenschutz

Nach den vereitelten Anschlägen in Großbritannien ist nun doch ein Opfer zu beklagen: der deutsche Datenschutz.

Die Anschlagsversuche in Großbritannien haben in Deutschland die Debatte über Anti-Terror-Maßnahmen neu entfacht. Die SPD zeigt sich offen für eine verstärkte Überwachung mit Kameras.


Spiegel-online

Und wenn wir schon den Terroristen mit Videos bekämpfen, dann doch bitte auch den Automarder, Graffiti-Sprüher, Handtaschendieb , den “Zigarettenkippe-in-den-Gulli-Schnipser” und den “In-der-Fußgängerzone-Radfahrer”.

Ich glaube es wird Zeit, dass sich unsere Gesellschaft einmal grundsätzlich mit den Fragen der “Privatsphäre”, “Datenschutz”, “Anonymität” beschäftigt.

Anonymes Suchen: statt Google

Der Markt der Suchmaschinen ist hart umkämpft. Das Gewünschte finden sie alle. Um sich abzuheben, suchen die Betreiber ihre Lücken, oder – in Neusprech – einen USP.

IXquick macht das so:

. . . werden alle persönlichen Suchangaben der Ixquick-Benutzer in den sogenannten Log-Dateien unwiderruflich vernichtet. “Hierdurch erhalten unsere Kunden garantiert einen optimalen Datenschutz und beste Suchleistungen”, erklärt Ixquick-Sprecher Alex van Eesteren, “da sie über unsere Suchmaschine zwar in den 15 besten Suchmaschinen stöbern können, ohne dass diese jedoch ihre Angaben registrieren.”

Pressemitteilung von ixquick von Juni
Das Thema ist sperrig. Darum liefert van Eesteren die (richtigen) Begründungen gleich mit:

Infolge der zunehmenden Digitalisierung werden immer mehr persönliche Angaben gespeichert. Suchmaschinen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Sie registrieren beim Suchen im Internet unter anderem den Zeitpunkt des Zugriffs, die verwendeten Suchbegriffe, die besuchten Websites und die sogenannte IP-Adresse des Nutzers. Diese IP-Adresse ermöglicht es in vielen Fällen, den Computer, von dem aus gesucht wurde, festzustellen und damit Wohnort und Adresse des Benutzers.

Wie gut der User auf die schnelle analysiert werden kann, sieht der Besucher von ixquick beim ersten Besuch der Suchmaschine: Er wird in der richtigen Landesprache begrüßt.

Ein Lied über die Folgen dieser Identifizierung können Yahoo(Flickr)-Kunden singen. Der deutsche Besucher bekommt das Internet durch die Maske des Jugendmedienschutzgesetzes gezeigt. (Was in etwa so wäre, als würde der Alkoholverkauf in Deutschland unterbunden, weil Jugendliche bis 16 Jahre keinen Alkohol kaufen dürfen.)

via Filterblog

Auf dem Weg zum Überwachungsstaat

Zur Zeit wird heftig über die Wunschliste von Innenminister Schäuble diskutiert. Ich bin noch immer unentschlossen, wie weit der Schutz von Daten gehen soll.

Denn machen wir uns nix vor: Den meisten Bürgern dieses Landes ist es scheißegal, wo ihre Daten nun stehen, zu finden oder eben nicht zu finden sind. Wer wissen will wohin die Reise geht, braucht sich bloß auf die Spurensuche von den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich zu machen.

Die sind uns nämlich einen Schritt voraus.
Eine tolle, leider englische Dokumentation gibt es bei Google video zum Ansehen. Dauert 46 minuten und wird von Sekunde zu Sekunde beklemmender. Der Hammer: Autor Henry Porter lässt sich einen RIFT-Chip einsetzen – probehalber.

Since Tony Blair’s New Labour government came to power in 1997, the UK civil liberties landscape has changed dramatically. ASBOs were … Alle » introduced by Section 1 of the Crime and Disorder Act 1998 and first used in 1999. The right to remain silent is no longer universal. Our right to privacy, free from interception of communications has been severely curtailed. The ability to travel without surveillance (or those details of our journeys being retained) has disappeared.

Indeed, as Henry Porter (the Observer journalist famous for his recent email clash with Tony Blair over the paring down of civil liberties) reveals in this unsettling film, our movements are being watched, and recorded, more than ever before.

suspect nation, Henry Porter google video

Ach ja – nicht dass man mich falsch versteht: Aber die Kopie der Sendung wurde mit Sicherheit illegal bei google video eingestellt.