Tour de Pendler Dbg, Clenze auf Trailguru.com

Der Frühling ist bekanntlich …

Jene herrliche Zeit, in der wir alle ins Freie eilen, um endlich etwas frischen Benzindunst zu atmen.
Carlo Manzoni (*1909), ital. Schriftsteller

Was Manzoni recht ist, kann mir nur billig sein. Darum fahre ich jetzt wieder mit dem Rad zur Arbeit, aus Sparsamkeit, Gesundheitsgründen und wegen der CO²-Bilanz der Republik.

Im Zeitalter von Computer geht das nicht mehr ohne die flankierende Statistik.
Ursprünglich wollte ich meine täglichen Runden nur mit Start, Stop und Durchschnittsgeschwindigkeit archivieren. Dabei hilft das iPhone und ein kleines Zusatzprogramm: Trailguru. Der GPS-Catcher sammelt meine Posititionsdaten und bringt sie in Zusammenhang mit der Uhrzeit. Daraus ergibt sich viel mehr als ich eigentlich brauche. Die Kartenfunktion (siehe oben) ist ein Mashup mit Google-Maps und Google-Earth und nur konsequent.

Aber es geht noch mehr: Dem Pendler (oder Sportler) werden die genauen Zusammenhänge zwischen Höhenmeter und Durchschnittsgeschwindigkeit vor Augen geführt.

Oh mein Gott, bin ich aus der Übung!

Btw: So richtig gut funktioniert das mit dem iPhone und Trailguru noch nicht. Wer – wie ich – unterwegs Musik (bzw Podcasts) hört, läuft gefahr das Programm abzuschalten. Was da wie genau passiert, kann ich noch nicht sagen, ich habe ja bei Hände am Lenker, das iPhone in der Tasche und die Augen immer auf den Verkehr gerichtet. Aber: Umsonst ist umsonst und da wird nicht gemeckert – nur angemerkt ;-)

Das tägliche Auf und Ab

Warum wurde beim Anlegen von Radwegen auf die Belange der Radfahrer so wenig Rücksicht genommen?

Die Hügellandschaft zwischen Klein Witzeetze und Clenze ist eine dieser Strecken, die durch sanfte aber lange Anstiege den Puls nach oben treiben und die Durchschnittsgeschwindigkeit drücken. Auch nach über 14 Tagen Übung habe ich die wichtige psychologische Marke von 25 km/h noch nicht geknackt (aber ich arbeite dran).

Nachdem ich die Strecke inzwischen im Schlaf kenne ist mir aufgefallen, dass die Planer der benutzten Radwege keine Ahnung hatten welche Anforderungen ein Radweg erfüllen sollte. Beim Ortseingang Schaafhausen versperrt ein Hindernis den Weg, um Mopedfahrer vom Benutzen des Radweges abzuhalten. Die Mopedfahrer lassen sich davon nicht stören, umfahren das Hindernis – ich inzwischen auch.

Es ist mir unverständlich, dass auf der abschüssigen Strecken durch Jameln der Radweg unvermittelt schmaler wird, um eine Eiche führt und dabei zu einer schönen Rechts-Links-Schikane wird. Dass diese Schikane mit Laub und kleinen Ästen bedeckt ist, treibt die Spannung jedesmal in die Höhe – ist aber eher eine Frage der Pflege, denn der Anlage solcher Radwege.

Richtig hart ist wenn der Radweg steiler ansteigt als die Straße unmittelbar nebenan.

Dass es dafür etwas schneller bergab geht ist kaum ein Trost. Es liegt in der Natur der Sache, dass Anstiege länger dauern als Abfahrten und insofern ist es verständlich, wenn Radfahrer (ich natürlich nicht) auf der Straße neben dem neuen Radweg her fahren – das ist eine Form von zivilem Widerstand und im Wendland geübte Praxis… ;-)

Trotz alle dem: Bislang habe ich es nicht bereut, auf das Rad umgestiegen zu sein. Die Zeit die für die Fahrt zur Arbeit “verloren” geht, empfinde ich eher als Gewinn: Statt 20 Minuten im Auto zu sitzen, bin ich jetzt 1 Std in Bewegung und spare mir den Sport… Aber das ist bekanntlich eine Frage des Geschmacks.

Der frühe Vogel

Der frühe Vogel ist auch nur müdeWie der Rest der Republik rege ich mich schon länger über die Benzinpreise auf. Ich fahre jeden Tag 50 Kilometer zur Arbeit und bin regelmäßiger Kunde der Lüchow-Dannenberger Tankstellen. Nicht dass ich meine Tanke nicht unterstützen möchte – sie ist mir lieb und teuer.

Aber trotzdem werde ich heute beginnen, meinen persönlichen Benzinverbrauch zu halbieren. Das Auto bleibt morgens stehen – das Rad wird bewegt. 25 Kilometer Morgensport.

Eigentlich habe ich mir 1,2 Std für die Fahrt reserviert. Aufstehen, duschen, los. Dazu reicht ein Weckerklingeln um 6.20 Uhr.

Soweit der Plan.

Als mein Handy meinen Schlaf heute morgen beendete war es auffällig dunkel.
Licht am Rad?
Ja, ist vorhanden, das Zwielicht draußen kommt mir aber komisch vor.
Beim verschlafenen Blick auf die Uhr im Badezimmer verschafft Aufklärung: Es ist 5.20 Uhr. Eine Stunde zu früh.
Sommerzeit?
Nö, ich hab wohl meinen Wecker falsch gestellt . . .

Naja – jetzt hab ich wenigstens noch einen Kaffee bekommen und bin schon auf dem Weg. Bis später.

Papier versus Datenleitung

Ein Gespenst geht um in Europa. Die Mär vom Zeitungssterben und von Verlagen, die den Sprung in die neue Onlinewelt nicht schaffen (können, oder wollen).

Hintergrund: Die Zeitungen leiden unter schwindenden Auflagen, die junge Leserschaft bleibt aus und der Wettbewerbsdruck im Werbemarkt ist enorm. Gleichzeitig kommen die Laien. Sie bloggen aus den Vereinen und dem Stadtgeschehen und sind damit schneller und oftmals authentischer als die vermeintlichen Medienprofis.

Online wird schon lange fleißig darüber diskutiert, welche Strategien die Zeitungsverlage einschlagen könnten. Denn eines ist sicher: Die Onliner sind nach wie vor an gutem Journalismus interessiert.
Nur: Den bekommen sie viel zu selten geboten.

uninformation.org

Zeitungen, wie wir sie kennen, werden vergehen. Schaut man sich eine beliebige Standard-Klein-Groß-Mittelstadtzeitung an, so findet man dort seitenweise die Agenturmeldungen, die man schon tags zuvor im Web gelesen hat. Warum sollte man das kaufen und lesen? Die große Chance, nämlich statt Agenturmeldungen originäre Berichte und Meinungen eigener Korrespondenten und Redakteure zu drucken, die über die reine trockene Agenturnachricht hinausgehen, nehmen die wenigsten wahr. Zu teuer.

Zeitung definiert sich also immer noch nach der Qualität der Geschichten, die sie für den Leser findet. Daran ändert die ‘schöne, neue Online-Welt’ nichts. Was bedeutet das für das Wendland und die EJZ?

Gerade für die kleinen Zeitungshäuser ist der Schritt in die Online-Welt doppelt schwer: Die geschrumpften Redaktionen arbeiten im eingespielten Ablauf. Viele Kollegen sehen im PC ein notwendiges Übel. Keine Zeit für Zusatzaufgaben mit der Online-Ausgabe. Also werden Doubletten online gesetzt, was den eigenen Auftritt umso weniger attraktiv macht.

Und noch etwas macht es den kleinen Verlagen schwer: Sie kennen ihre Anzeigenkunden und die lassen sich nicht auf Experimente ein. Lokalzeitungen leben zu großen Teil vom lokalen Werbemarkt und der ist bei Google in der Regel nicht einmal vertreten – kein Pfennig zu verdienen.

Einen kleinen Schritt in die richtige Richtung ging – wie ich just gesehen habe – die Altmarkzeitung. Die gehört bekanntlich organisatorisch zur Allgemeinen Zeitung in Uelzen und steht damit unter der Verlagsleitung von Dirk Ippen.

Verleger halten sich ja eigentlich aus dem Tagesgeschäft heraus. Nicht so der rührige Münchner Ippen. Der ist unter die (unregelmäßigen) Blogger gegangen – wie gesagt: ein kleiner Schritt.

Richtiger wäre es, gleich noch den Audio- und Videomarkt zu erschließen. Wie das gehen kann, zeigt das Handelsblatt mit einer jungen wilden Garde von Profis, die bereit sind, für ihre Zeitung zu kämpfen. Auch hausintern.

Wo sind die Interessenten?

Die neuen Medien sind ja eine wunderbare Sache. Leider bleiben die ländlichen Gebiete außen vor.

Das ärgert nicht nur die Kids, die mit schlechten Pings und miesen Bandbreiten bei Counterstrike nie richtig mitspielen dürfen. Es ärgert auch die Eltern, die durchaus wissen, dass es mehr gibt, als nur ISDN.

Während im Landkreis Lüchow-Dannenberg die Städte durchaus am DSL-Netz hängen, bleiben viele Dörfer abgeschnitten. Die Elbe-Jeetzel-Zeitung und die Wirtschaftsförderung haben nun eine Initiative gestartet. Das Ziel: eine bessere digitale Infrastruktur im Landkreis Lüchow-Dannenberg.

»Die möglichst schnelle und komfortable Übermittlung von Daten und Informationen ist für Unternehmen heutzutage ein entscheidender Wettbewerbsfaktor», stellt Martina Grud, die Leiterin der »WirtschaftsFörderung Lüchow-Dannenberg» fest. In Zusammenarbeit mit der EJZ hat die »WirtschaftsFörderung» eine Initiative gestartet, um die Bedingungen für die Nutzung dieser Technologien im Kreis zu verbessern.

EJZ Elbe Jeetzel Zeitung Lüchow

Der Verdacht bleibt unausgesprochen: Wo zu wenige Interessenten sind, ist das Investitionsinteresse der Telekom gering. Aber sind es denn wirklich zu wenige Kunden? Das herauszufinden ist eine lohnenswerte Aufgabe und darum machen sich die beiden Partner EJZ und Wirtschaftsförderung auf die Suche nach dem Lüchow-Dannenberger Internet-Nutzer.

In der heutigen Ausgabe ist ein Fragebogen auf der Seite Vier.

Darin wird nachgefragt: Nutzen die Leser der EJZ das Internet, wofür und zu welchem Preis? Auch zum Provider können Angaben gemacht werden. Das ganze bleibt anonym und ist eine seriöse Sache. Ich habe meine Samstagszeitung schon zerschnitten, den Zettel ausgefüllt, eingetütet und in den Briefkasten gesteckt.

Leider ist der Fragebogen bislang noch nicht auf den Seiten der Wirtschaftsförderung veröffentlicht, sonst würde ich von hier aus drauf verweisen. Auch auf den Online-Seiten der EJZ könnte man so etwas doch eigentlich anbieten aber was soll es.

 

Ach nur so nebenbei: Warum setzt der Autor der EJZ eigentlich in diesen komsichen ‘Tüddelchen’ vor und nach der Wirtschaftsförderung?

UPDATE: Der Fragebogen ist inzwischen als Download online
.

Endlich online

Der letzte Schritt ist getan: Wir sind wieder online.

Bei dem Umzug der Technik hat sich ein Fehler ins System geschlichen. 1und1 versuchte, unseren DSL-Anschluss auf die Dannenberger Telefonnummer zu verlegen. Und die hatte sich zwischenzeitlich geändert. Tja! Dumm gelaufen.

Während man bei Karlsruhe auf der Suche nach unserer neuen Nummer war, hatte die Telekom uns bereits angeklemmt. Und wir waren fast 2 Wochen länger offline, als ursprünglich geplant.

Das ist an sich ja nix schlimmes – macht sich aber aus geschäftlicher Sicht alles andere als gut. Ich merke, wie wichtig die elektronische Erreichbarkeit inzwischen geworden ist.

Nun kann ich endlich Angebote schreiben (und vor allem verschicken) und so meine neue Existenz in Dannenberg aufbauen.Über Hilfe kann ich mich nicht beschweren, was mich in der Annahme bestätigt, dass nette Umgangsformen zu jedermann sich langfristig auszahlen.

So – jetzt mache ich mich an die Arbeit. Unser Steuerberater wartet bereits. ;-)