Mein Leser bleibt (fast) unbeobachtet . . . !

11. August 2007

Jeder Interessierte hat schon mal von eyetracking gehört. Damit können Webdesigner wichtige Erkenntnisse ableiten, welche Inhalte vom Internetuser wahrgenommen, gefunden und geklickt werden.

Die Bewegungen der Augen werden mittels Kamera aufgezeichnet und mit dem Monitorbild in Deckung gebracht. Die entstehenden Bewegungsmuster werden visualisiert und dienen als Qualitätskontrolle der eigenen Arbeit.

Komplizierte Sache, teuer zumal.
Leichter geht es, die Bewegungen der Maus aufzuzeichnen. Das Ergebnis dürfte zumindest ähnlich sein. Also: Ganz webzweinullig kommen pfiffige Coder auf die Idee, genau so ein Tool den Websitebetreibern kostenlos unter dem Projektnamen m-pathy zur Verfügung zu stellen.

Robert hatte über das Tool schon mal geschrieben und fand es zumindest interessant.

Sagt das Teufelchen auf der Linken: ‘Wäre ja schon schön zu wissen, ob das Wespennest wirklich zuviele Links auf der Seite hat – also: Testen wäre doch was.’

Drauf das Engelchen: ‘Hey – gesund ist das doch nicht. Wer zeichnet da unter deinem Namn wo was auf? Wo ist das gespeichert? Wer hat da welchen Zugriff drauf und: Wen geht das eigentlich was an, außer deinen Leser? Nicht mal dich! Und außerdem: Schäuble is watching you.’

Also noch mal weitergesucht. Wulffy hatte das gleiche Tool in einem ganzen anderen Zusammenhang auf dem Themenzettel und darum hab ich mir mal die AGB’s durchgelesen und dabei folgendes gefunden.

seto behält sich alle Veröffentlichungs-, Vervielfältigungs-, Bearbeitungs- und Verwertungsrechte an den mit m-pathy gewonnenen Daten und den Inhalten der Datenbank ausdrücklich vor.

Auszug der AGB’s von http://www.m-pathy.com/

Nö. Das denn doch nicht – ich widerstehe, bin stolz auf meine Vernunft. (das müsste man dann ja auch noch stundenlang ansehen!)

Und dann sehe ich, dass man in Israel schon einen Schritt weiter ist:

One of our expectations when we first reviewed Clicktale was the possibility of producing reports of aggregated data out of those hundreds or thousands of video user sessions. Individual sessions won’t help website owners and marketers because they are not representative and cannot trigger decisions to optimize your website. And Clicktale might have found the right way to process all that information in a useful and action-oriented way.

techcrunch, via Robert Basic

Auf deutsch und etwas verkürzt: Clicktale legt tausende Mauszeiger-Videos der Besucher übereinander und bildet so Mittelwerte des Verhaltens, was für die Marketeers dieser Welt noch vielvielviel spannender ist.

Vielleicht bin ich aber auch etwas verspannt heute Abend ;-)

Recent Comments

  1. Jan Böhme sagt:

    hallo,
    in anbetracht des agb-zitates möchte ich doch auch auf unsere Datenschutzbestimmungen hinweisen, in denen explizit zu lesen ist, dass wir keinerlei personenbezogene daten weitergeben und den zugang darauf strikt beschränken. der hier zitierte passus der agb soll im wesentlichen die möglichkeit von benchmarking und veröffentlichung statistischer untersuchungen auf basis aggregierter und anonymer daten sicherstellen. insofern kann ich da von unserer seite her doch entwarnung geben.. ;)

    viele grüße: jan böhme.

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