Gigantomanie

Was erwartet ein Bürger eigentlich von einem Landkreis?

Die Frage stellt sich nicht erst, nachdem das Lüchow-Dannenberg-Gesetz so schmählich scheiterte. Bevor die Antwort auf diese Frage so richtig gegeben werden kann, machen die Lüneburger schon mal einen Vorstoß: Mädge, Bürgermeister im boomenden Lüneburg, will einen Superlandkreis ins Leben rufen und neben Lüchow-Dannenberg auch gleich noch Harburg und Uelzen mit eingemeinden.

Zoff unter Nachbarn: Mit einem nicht abgesprochenen Vorstoß hat sich Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) bei seinen Kollegen unbeliebt gemacht. In einer Pressemitteilung hatte er am späten Donnerstagnachmittag vorgeschlagen, die Landkreise Lüneburg, Harburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen zu einer “Region Süderelbe” mit Lüneburg als Zentrum zu verschmelzen. Die Landräte erfuhren davon erst über die Medien.

Hamburger Abendblatt

Nee, danke. Ich glaube nicht, dass sich übermäßige Konzentration mit schlechter Anbindung zum Kreishaus für den Bürger lohnt.

Über Olaf

Im Wendland haben viele Menschen nicht viel am Hut mit Internet und so. Realität ist Trumpf und ich stelle mich mal vorsichtig an den Rand vons Ganze.
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4 Antworten auf Gigantomanie

  1. Henning sagt:

    Was spräche denn dagegen, wenn man Geschäfte wie KFZ-Anmeldungen, Bauanträge oder ähnliches z.B. bei der Samtgemeinde erledigen könnte? Aus Amelinghausen oder Bleckede fährt z.B. keiner wegen der Anmeldung eines Autos nach Lüneburg..

  2. Olaf sagt:

    Naja – solche Geschäfte gehen ja noch – als ausführendes Organ mag die Samtgemeinde ja einiges erledigen können.

    Aber der Landkreis ist mehr noch als die Gemeinde eine politische Bühne. Jetzt stell dir mal die Verteilungskämpfe beim Straßenbau vor.

    Da geht es dann darum, welche Kreisstraße wann gemacht wird. Die “vergessenen” Regionen können sich dann ganz hinten anstellen.

    Oder wenn es darum geht, ob Zuschüsse Harburg, Lüneburg, Uelzen oder der Grundschule Dannenberg zukommen, oder, um in deinem Spezialgebiet zu bleiben: die Ausstattung der Wehren.

    Nix gegen das verschlanken von Strukturen, echt nicht – aber dann bitte vorher verhandelt, was wie geregelt und besser werden soll. Die Probleme von Harburg und Uelzen sind so verschieden wie die von Dannenberg und Lüneburg. Zentralismus ist in diesem Falle kaum eine geeignete Maßnahme.

    In diesem Zusammenhang lohnt sich auch dieser Artikel noch einmal.

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