Windschief
Ein nebeliger Januarmorgen mit durchbrechender Sonne
Wasser ist nass. Die Richtigkeit dieser Aussage ist so zwingend, dass ich sie bald in der Süddeutschen Zeitung zu lesen hoffe. Und nicht nur das! Ich gehe davon aus, dass diese Erkenntnis in ALLEN wichtigen Mainstream-Medien wiederholt wird, vorausgesetzt es findet sich ein Merkel-Erbe, der sie sich auf die Fahnen schreibt.
Wie ich darauf komme? Nun genau das ist just passiert. Die Süddeutsche hat dem hessischen Ministerpräsident die Aussage entlockt, bei einer NICHTEIGNUNG von Gorleben müsse man überall nach einem alternativen Endlagerstandort suchen.
In der Auseinandersetzung um die Endlagerung von Atommüll in Deutschland zeigt erstmals ein Ministerpräsident eines südlichen Bundeslandes Entgegenkommen. Hessens Regierungschef Volker Bouffier (CDU) sagte der Süddeutschen Zeitung, man müsse überall in Deutschland geeignete Endlager suchen, sollte sich erweisen, dass Gorleben aus technischen Gründen nicht machbar sei.
Der Spiegel verweist in seiner Variante der gleichen Geschichte auf den CSU-Umweltminister Söder. Der sieht das etwas anders und outet sich als perfekter Trockenschwimmer:
Bayerns Umweltminister Markus Söder (CSU) hat seine Ablehnung gerade erst wieder betont: Gorleben sei der Standort mit den besten Perspektiven, Bayern weise keine vergleichbar guten Bedingungen auf. Auf die Frage, ob es ihm nicht einfach darum gehe, ein Endlager im Freistaat zu verhindern, antwortete Söder: “Niedersachsen ist aus geologischer Sicht einfach der bessere Standort. Dafür kann Bayern nichts.”
So fühlt man sich bestätigt, dass es keine Wahrheit gibt, die von einem gewählten Volksvertreter nicht verdreht oder abgetan werden kann. Um das ganze Ausmaß dieses Irrsinns zu verstehen, müsste man eigentlich vorne beginnen, als die Kernkraft in Deutschland noch in den Kinderschuhen (‘tschuldigung, Holzpantienen) steckte. Die Zeit hat das getan und stellt fest:
Deutschlands Stromkonzerne wollten ursprünglich gar keine Atomenergie. Doch die Politik drängte – und zahlte alles
Ich bin gespannt welcher schwarz-gelbe Politclown auf die Idee kommt, die Kosten der Endlagersuche in die Debatte mit einzuwerfen. Mehr als eine Milliarde Geldeinheiten spendierte man für die Erkundung unseres Salzstockes.
Und: Es sind diese Kosten die mich glauben lassen, dass in Sachen Eignungsprüfung die Messen längst gesungen sind.
Egal was die Bergleute, Wissenschaftler und die Berufenen dieser Welt zutage fördern: Wer – wie die Bundesrepublik – 30 Jahre lang Geld in die Erkundung eines einziges Standortes investiert, kann sich eine alternative Suche nicht leisten, weder finanziell noch politisch. Hätte man vor 40 Jahren Sand als mögliches Lagerelement gewählt – das Wattenmeer wäre unter vergleichbaren Umständen ähnlich vielversprechend erkundet worden wie der Salzstock in Gorleben. Mit Begeisterung der Bevölkerung kann niemand rechnen und: Bei einer vergleichbaren Erkundungsdauer eines alternativen Standortes haben die ersten Castoren die Mindesthaltbarkeit bereits überschritten wie eine alte Milchtüte.
Jedoch: Wer sich überlegt, dass trotz der erheblichen Investitionen der Eignungsnachweis des Salzstockes Gorleben bislang nicht erbracht werden konnte, dürfte sich die Frage stellen: Was dauert da so lange?
Fragen, die sich ein echter CSU-Karrierist wie Söder natürlich nie stellen würde. Für den ist sogar Wasser trocken.
Jedem, der angesichts der aktuell entschwindenden Debatte bezüglich der Endlagerung von Atommüll ins Grübeln kommt, sei ein sehenswerter WDR-Beitrag ans Herz gelegt der trotz einiger Abgleitungen ins Polemische, die Hintergründe der Atomwirtschaft sehr schön aufarbeitet und am Ende vom Ganzen eine ganz neue, sehr charmante Idee zur Endlagerung ins Spiel bringt: Jedem seine Urne WDR
Der Kartoffelsonntag fällt wegen der Castortransporte aus, und?
Wer Dannenberg kennt, der kennt auch die Proteste gegen Gorleben. Die Lokalpolitiker und Kartoffelsonntagsbeauftragten sind sauer auf die da oben, deren Einsatzpläne so gar nicht mit dem Kalender der Werbegemeinschaft abgestimmt werden. Die Kosten? Nach Presseberichten enorm!
Grundsätzlich habe ich mit dem Kartoffelsonntag ein kleines Problem. Während sich Lüchow den Spargel als Namesgeber für das große Stadtfest ausgesucht hat, entschied man sich in Dannenberg für das in der Region nicht minder wichtige Beigemüse als Stifter eines solchen Festes. Da die Spargelsaison zu Johanni ausläuft, liegt das Stadtfest der Lüchower in der Regel in einem Platz an der Sonne, während der Kartoffel in Dannenberg am ersten Wochenende im November gehuldigt wird – und da ist das Wetter eben… Novemberwetter.
13.000 bis 20.000 Gäste (das sind offizielle Zahlen) sollen heuer also 2010 ohne Kartoffelsonntag auskommen.
Warum? Ist ein Service der Werbegemeinschaft und der örtlichen Politik an die potentiellen Besucher? Kämen die am besagten Termin, müssten sie mit richtig viel Wuhling im Landkreis zurecht kommen: Neben den bunt gemischten vielen Hunderschaften der Polizei kämen ebenso bunt gemischte Demonstrierer nach Dannenberg – es rechnen alle Seiten mit ordentlich Auflauf. Keine gute Zeit für Stadtfeste, meinen die Veranstalter und maßgeblich Beteiligte.
Die Polizei gibt sich gelassen und sieht ihrerseits keinen Grund, den Kartoffelsonntag abzusagen. Sie käme mit der Paralell-Veranstaltung klar, fasste die EJZ gestern zusammen.
So oder so: Wie in einem Schreiben des Veranstalters an die Gewerbetreibenden und die Bestücker angekündigt, werden die Gebühren zurücküberwiesen und: Den Geschäftsleuten wird ein verkaufsoffener Sonntag im Zuge des Weihnachtsmarktes am letzten Novemberwochenende in Aussicht gestellt.
Ich finde das etwas seltsam aber irgendwie konsequent, wird doch der 25. Kartoffelsonntag noch etwas mehr in die kalte und nasse Jahreszeit verschoben.
Für Freunde des Dannenberger Stadtfestes gilt in diesem Jahr umso mehr: warm anziehen.
Der Mensch hat die erstaunliche Fähigkeit, Dinge, von denen er weiß und die ihm unangenehm sind, wieder in den Hintergrund zu schieben und zu vergessen. Er hat aber auch die Möglichkeit, sie im Bewusstsein wach zu halten. Er kann die Entscheidung treffen, sich nicht zum tausendsten Mal wider besseres Wissen von den Bildern auf der Milchpackung und dem grinsenden Schwein an der Wursttheke veralbern zu lassen. Wir haben die Freiheit, Konsequenzen zu ziehen.
via Deutschlandradio Kultur – Politisches Feuilleton – Horror der großen Zahl.
Angesichts der laufenden und unseligen Laufzeitendebatte um Atomkraftewerke unterstreiche ich die Allgemeingültigkeit dieser Aussage – auch wenn es im konkreten Fall im Wendland eher um Vogler und Wiesenhof als um Gorleben geht
Wenn es nach der Landesanstalt für Altlastenfreistellung in Magdeburg geht, könnte man in den ausgesaugten Erdgasfeldern in der Altmark ganz prima eines der drängendsten Probleme der Energiewirtschaft entsorgen: Co2.
Vorne mit dabei: Vattenfall.
Der Betreiber von Pannenreaktoren wie Krümmel und Forsmark steht schwer unter Aufsicht. Immerhin werden unter seiner Regie die Braunkohlestätten in der Lausitz ausgebeutet und verfeuert. Dabei entsteht dieses unsichtbare, geruchlose und trotzdem so umstittene Co2.
Das soll – unter großen Juhuu der beteiligten Techniker – aufgefangen werden. So könnte man zwar weiter Energie produzieren wie bisher und trotzdem die ehrgeizigen Klimaziele der Europäer erfüllen. Denn: Was nicht in die Atmosphäre gelangt, zählt wie nicht produziert. Nur: Dazu muss es halt irgendwo hin.
Die Idee ist auf den ersten Blick bestechend: Das Co2 könnte doch prima in alten Erdgaslagerstätten verklappt werden. Streng nach dem Motto: Erst das gute Gas raus, dann das schlechte Gas wieder rein.
Wenn ich mir die räumliche Nähe der potentiellen Endlagerstätten von Nuklearabfällen und Co2 ansehe, geht mir doch irgendwie ein Licht auf. Das Atomklo im Wendland, das Gasklo in der Altmark.
Danke!
PS: Die Volksstimme findet es prima und dort läuft derzeit eine Abstimmung statt: Zur Abstimmung
Hintergründe:
Spiegel 05.Mai 2010: “Wir wollen nicht das Co2 Klo der Nation werden”
Das Strom-Magazin im Feburar 2007: “Erdgas-Lagerstätte in der Altmark als Kohlendioxid-Speicher” / siehe auch: Co2-Handel.de, Feburar 2007
Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Günter Hildebrand (FDP) an die Landesregierung SH, 23.06.2009: “Kohlendioxid-Speicherstätten in Schleswig-Holstein”
Das Kollaborationsportal der beteiligten Untersuchungsinstitute.
Mathe ist dröge, langweilig und echt schwer zu verstehen.
Mit dieser simplen Erkenntnis verlassen die meisten jungen Erwachsenen die Schule und beschränken sich fürderhin auf das simple Rechnen, studieren Jura oder Erziehungswissenschaften. Je weniger Mathe, desto besser.
Ich konnte jedenfalls lange nicht nachvollziehen, wenn die (beiden) Mathefreaks in meinem Bekanntenkreis etwas über ästhetische Schönheit von Gleichungen fabulierten (was meist im Rahmen excessiven Alkoholkonsums geschah).
Dann kam das Apfelmännchen. Das Apfelmännchen ist ein Bild, nicht gemalt sondern die Darstellung einer komplexen mathematischen Welt (ich traue mich nicht mal das Wort Gleichung zu verwenden). Das Besondere: Je näher der Betrachter an das Bild heranzoomt, desto auffälliger wird, dass sich einzelne Muster und Strukturen immer wiederholen. “Das Kleinste ist wie das Größte” sagen die Mystiker und genau das traf auf die alten Apfelmännchen zu.
Und nun kommt die Mandelbrot-Menge, die dem Apfelmännchen als Mathematische Basis dient, zurück. Gegen die neuen 3D-Versionen kommt dem Betrachter das gute alte Apfelmännchen aus den 80ern vor, wie ein Arcade-Spielhallen-Klassiker im Vergleich zur Matrix nach Einnahme der roten Pille.
Das passiert also, wenn man Mathematiker mit LSD füttert, gerne mehr davon!
(via SpOn)
Die Datenschützer haben es so gewollt und ich beuge mich der besseren Einsicht. Es ist zwar spannend aber auch nicht zwingend wissenswert: Woher kommen meine Besucher im Wespennest, warum kommen sie und – nicht minder spannend: Was lesen sie eigentlich und was nicht?
Tja. Und dabei half bis heute ein Programmschnipsel, den Google zur Verfügung stellt und den jeder Besucher dieser Seite aufruft, wenn er seinen Internetbrowser das erlaubt (was in der Regel der Fall ist).
Das Google-Analytics-Script, kann mir genau mitteilen was ich über die Surfgewohnheiten meiner Leser im Bilde sein will – und noch einiges mehr. Welchen Mehrwert Google dabei erziehlt, habe ich bislang nicht hinterfragt. Fahrlässiger Weise?
Dieser Dienst von Google ist jüngst vom Düsseldorfer Kreis als “mit dem deutschen Datenschutz nicht vereinbar” eingestuft worden. Ich will mich nicht blöder stellen als ich bin und nehme ihn daher ab sofort nicht mehr in Anspruch.
Nicht dass Du, mein lieber Leser, jetzt glaubst ich hätte Dich überwacht. Wer Du bist, habe ich persönlich nicht rausbekommen – ich habe nur ein wenig Google gespielt. Sorry – aber ich habe Euch gewarnt…
Das Thema habe ich am 28.November auf Trackback erstmals gehört - Google wirbt bis jetzt fleißig weiter für den Einsatz der Statistik-Software. Bis Anfang nächster Woche sind auch alle anderen Websites in meinem digitalen Einflussbereich wieder frei von Analytics.
Wer schon etwas von Politik gehört hat, der hat auch schon etwas von Koalitionen gehört. Wer davon keine Ahnung hat oder sich nicht interessiert war aber schon mal verliebt, und das ist so was ähnliches.
Koalieren ist, wenn zwei Personen oder Gruppen mit unterschiedlichen Zielen für ein Stück des Weges gemeinsam in die gleiche Richtung gehen und sich an der Hand fassen. Je enger so ein Zusammenschluß ist, desto gemütlicher wird es – aber Liebespaare wissen es: man kommt Arm in Arm entweder verdammt langsam vorwärts oder man nimmt auf unebenen Gelände automatisch am Silly Walking-Wettbewerb teil.
Also heißt es in der Liebe wie in funktionierenden Koalitionen: Händchen oder Abstand halten bringt Euch schneller voran.
In einer Vortragsreihe hat Andrew Odewahn auf sehr unterhaltsame Weise gezeigt, wie sich Koalitionen im US-Senat entwickeln, verändern und zusammenhalten. Immer abhängig von den jeweilgen Themen.
Man hat die Daten über das Abstimmungsverhalten der einzelnen Abgeordneten grafisch aufbereitet und Oderwahn präsentiert so den Schwarm der US-Senatoren.
Sehr spannend nicht nur für Soziologen oder Politiker sondern auch für alle, die etwas über interessante Powerpoint-Präsentationen lernen möchten und last not least die OpenSource-Gemeinde. Denn nebenbei ist das ein schöner Beweis dass es Sinn macht, Daten zu veröffentlichen. Nur so entstehen nachher solche Anwendungen, die konkreterweise übrigens frei zum Download bereit steht. Kommt das zusammen, entsteht wirklich etwas Neues, manchmal Wertvolles.
Man stelle sich vor, welche Arbeit man bei der Koaltionsfindung sparen könnte, hätte man das in Berlin vorher gewusst
Einfach mal veröffentlicht, weil es so einfach und so schön ist.
iPod nano, Zoom H4, iMovie09, (Video und Ton, Hintergrundatmo, Bearbeitung)
Als guter Europäer danke ich unseren holländischen Journalisten vom Boulevard dass sie eine Frage stellen, die den deutschen Kollegen nicht eingefallen war:
Ist die Person Schäuble eigentlich der geeignete Finanzminister in der Krise?
Merkel sagt “Ja”, und wenn die Kanzlerin Wolfgang Schäuble vertraut, dann ist das eine Hausnummer – und die Frage stellt sich mir trotzdem.
Die Parteispendenaffaire mit einem Waffenhändler namens Schreiber ist nicht vergessen und auch der Grund, warum der Telegraaf im Wespennest zu Wort kommt.
Als Law-and-Order-Innenminister hat Schäuble einiges dazu beigetragen, dass man ihm das Saubermann-Image wieder abnimmt – auch wenn jetzt einige meiner Leser laut “Boooo” rufen werden
Es tut sich was an der Marktplatzruine (aka Ratskeller) in Dannenberg. Pünktlich zum Ende der Touristensaison haben am vergangenen Montag Mitarbeiter von Hoppe und Stolt eine schmucke Holzfassade gezimmert.
Die sorgt nicht für Stabilität oder ähnliches, befreit aber das beleidigte Auge des Betrachters vom Elend, angewidert auf den Müll hinter dem bisherigen Bauzaun zu starren. Fast drei Jahre nachdem der Ratskeller zur Marktplatzruine geworden ist war das auch langsam Zeit.
Genauso wie die Gebühren, die dem Besitzer des Grundstücks inzwischen aufgedrückt werden.
Ich hatte es ja schon einmal im Wespennest, hier nun Franzls Version wie sie auch schon im Klahns gezeigt wurde.
Immer wieder schön. Auch und gerade wenn der Herbst kommt.

Lieber Leser, liebe Leserin.
Ich kenne Dich höchstwahrscheinlich nicht und mit noch größerer Wahrscheinlichkeit liest Du das hier viel zu spät.
Wenn Du erst seit kurzem mitliest, tja – schade.
Ich mach mal ne Pause. Den Kerkeling sozusagen. Zumindest hier, auf YouTube, auf Twitter und wo ich sonst noch mein Unwesen getrieben habe. Drum bitte nicht böse sein wenn ich nicht so schnell antworte, falls Dir noch noch die eine oder andere Frage einfällt.
Wer mich kennt, wird mich erreichen …
Und; danke für den Fisch!
Ob es uns passt oder nicht: In der Familie liegt der letzte Halt wenn der letzte Freund nicht mehr da ist. Anders als bei guten oder schlechten Freunden lässt sich die Familie nicht in den Wind schießen. Sie bleibt immer irgendwie in Sichtweite auch wenn sich die Mitglieder planetenmäßig in Elypsen aneinander vorbeibewegen.
(weiterlesen …)
Wow – das ist mal eine schöne Ankündigung. Ganz großaritge Kameraführung und eine tolle, weil nachahmenswerte Idee:
DAVIDLYNCH.COM PRESENTS INTERVIEW PROJECT.
Ich freu mich (auch) drauf. Danke an @sixtus
Sich über den eigenen Schweinehundes auszulassen ist manchmal eine Art Wettbewerb – mündet dann immer in: “Wer hat den Größten?”
Während der vergangenen beiden Wochen gab ich aus mehr oder weniger fadenscheinigen Gründen dem Auto den Vorzug vor meinem Rad gab. Bis heute! Jetzt wird wieder geradelt. Der Umwelt zuliebe und meinem Gelbeutel zuliebe und angesichts meiner Plautze auch der Bikinifigur zuliebe. Immerhin steht der Sommer vor der Tür und die Badehose vom vorletzten Jahr muss wieder passen.
Da freut es mich, dass ich – trotz der Trainingspause – meine “alten Werte” annähernd erreiche. Das Ziel bis Ende Mai: einmal einen Schnitt von 25km/h über die gesamte Strecke (hin und zurück) zu erreichen. Meinen Schweinehund beeindrucken solche Ziele im Übrigen überhaupt nicht ….
Widget powered by EveryTrail: GPS Geotagging
Im Leben eines jeden kommt einmal der Moment in der es nicht mehr weiter geht. Meist kündigt sich dieser Moment lange Zeit vorher an. Dann ist der Geist schon verloren, der drive wird zum dive und alle merken es: Aus Lust wird Frust.
So scheint es auch Volkswagen gegangen zu sein: Da wurde vor langer Zeit mit viel Energie ein Kinderprojekt im Internet aufgebaut und etabliert, ausgefeilt und reduziert, aufgewertet, umgebaut, angepasst und mit noch mehr Energie erhalten. Das Ende vom Lied ist Stille. Oder besser gesagt: eine Umleitung auf die Volkswagen Home.
Zeit zu rekapitulieren: Es waren einige Internetler der ersten Stunde die Volkswagen davon überzeugten, etwas für die Kinder zu machen. Daraus wurde im Laufe der ersten Jahre ein Zitat von Ferdi Piech, der seinen Getreuen auf der Baustelle der Konzernrepräsentants in Berlin (unter den Linden/Ecke Friedrichstraße) im Sommer 1999 gesagt haben soll: “…. aber vergessts mir die Kinder nicht!”. Diese Geschichte entwickelte sich zum Mantra des Projektes “AutoLernWerkStadt“, dem Kinderprojekt, das Volkswagen viel Sympathie einbrachte – gerade bei den sonst so kritischen Pädagogen. Die Ideen kamen aus Köln, Kiel und aus Wolfsburg und last not least aus Berlin.
1999 ins Leben gerufen, war Volkswagen noch vor der Telekom in den Startlöchern. Während die Männer um Ron Sommer das Projekt “Schulen ans Netz” ausriefen, entwickelte Volkswagen als einer der ersten Industrie-Konzerne Content für Kids im Web. Werbefrei – ohne Kaufzwang für irgendwas. Flash gab es noch nicht, Webspiele wurden in Java gemacht, graue Haare waren eine gegendarstellungswürdige Behauptung und der neue Markt noch lukrativ.
Seit einigen Jahren bin ich aus dem Projekt raus und betrachte mit Abstand und etwas wehem Herzen die Volkswagen Homepage. Ich denke an die Robo-Rallye, die Werkstour, das V-Kart und die ALWS in Berlin. Ich denke an viele engagierte und nette Menschen und
bin mir sicher: Es war gut getan, vieles nur zu früh, einiges zu eilig, anderes spät. Ende
Während sich die meisten meiner Bekannten noch immer den Kopf kratzen, wenn sie “twittern” hören, bin ich gerade noch einmal richtig auf den Geschmack gekommen und lasse erstmals tweetie auf meinem Mac laufen. (Ich überlege mir ernsthaft den käuflichen Erwerb und gehöre also zur wachsenden Zahl Menschen, die für das Benutzen von twitter sogar bereit ist, Geld zu bezahlen.)
Warum? Weil es mich eben schon interessiert dass mein lieber Freund in Kiel rechtzeitig ins Bett geht und ich an der geballten schlechten Laune von Bob meine wahre Freude empfinde, weil ich es gerne einfach habe und ich die Arbeit der Macher gerne honoriere.
Keine Ahnung wovon ich rede? Kommt da eher das Gefühl, dass ich langsam die Bodenhaftung verliere? Stimmt vielleicht! Ich glaube es aber eher nicht. Ich nutze mit Twitter etwas, was eben noch nicht alle verstanden haben. Wie bei der Einführung des Telefones, des Automobiles, der Computer, email und der Kaffeepad-Maschine ist es auch der 140-Zeichen-Nachricht auf twitter nicht gegeben, sofort allen Menschen sinnvoll und zweckdienlich zu erscheinen.
In diesem Zusammenhang ist mir dieses Video von Lutzland in den Sinn gekommen. Jean Pol Martin, Propagandist des Lernes mit neuen Medien, lässt sich darin über die Effektivität des twitter-Netzwerkes aus. Empfehlenswert für Personaler, Lehrer und Studenten ist übrigens die gesamte Serie des YouTubers Lutzland.
PS:
Auf dem iPhone nutze ich das Pendant von tweetie für Mac ja schon länger und es ist eines der ersten Programm, die ich für mein Handy sogar gekauft habe.