Er hat sich Hilfe geholt!
Archiv für den Monat: November 2006
Meeting Corinna
so sei es: Nach langer (viel zu langer) Zeit, hätte ich es eigentlich wissen müssen…
Corinna wird Wolfsburg verlassen.
Warum? Das könnt ihr sie selbst fragen und überhaupt jeder, der sie kennt kann das von ihr erfahren. Ich werde mich hier zu den Einzelheiten nicht weiter äußern.
Nur soviel: Dieses Posting ist nur aufgrund der Nachfrage entstanden, wie schnell könnte man wohl einen Videobeitrag nach ganz oben bringen.
Also die Frage: Schaffe ich es in kurzer Zeit, den Namen Corinna in Google zu positionieren? Ich vermute ja, Corinna sagt nein.
Schau’n wir mal
Kostenloser Spaß: Cartoons aus Kiel
Es hat mich einiges an Überzeugungsarbeit gekostet und am Ende wurde alles gut.
Auch wenn ich lange um den heißen Brei herumgeredet habe, schlussendlich hat es doch geklappt: Mein Lieblingsreklame-Büro hat meinen morgendlichen Muntermacher unter eine Creative Commons-Lizenz gestellt.
Das bedeutet: Jederman (und jedes Blog) darf die Bilder von Thoddy veröffentlichen solange der Grafiker genannt wird (bei mir per mouse-over) und die Verwertung unter gleichen Bedingungen steht.
Castortransport: Bahn will nicht mehr
‘Eine Bahnfahrt die ist lustig…’
Den von der Börsengangvorbereitung gestressten Bahnmanagern ist das Lachen offenbar vergangen. Nicht nur dass die endgültige Entscheidung ob der Zuordnung des Gleisnetztes noch nicht gefallen ist, die Bahn findet die Publicity um den Castor-Transport alles andere als komisch. Das geht zumindest aus dem Bahnblog hervor.
Endlich mal eine gute Nachricht im Vorfeld des Börsengangs: die Deutsche Bahn AG will sich von ihrer Tochterfirma Nuclear Cargo + Service (NCS) trennen. NCS ist in Deutschland für den Transport des Atommülls zuständig. Auch die Castor-Transporte in das Zwischenlager in Gorleben werden von ihr durchgeführt.
Bahnblog: Bahn will sich von Atomtransporten trennen
Da räumt die Bahn doch mal eben einen kleinen Nischenmarkt, auf dem wenig zu verdienen aber viel zu verlieren ist, auch wenn die Reparatur und Reinung wahrscheinlich dem Auftraggeber in Rechnung gestellt wird.
Schüler können das schon lange
Was dem Studenten sein StudiVZ ist dem Schüler seine eigene Plattform.
Zum Beispiel www.netzcheckers.de. Es ist nur eine von tausenden, in denen sich Erwachsene über Medienkompetenz und Jugend im Internet auslassen.
Netzcheckers muss was taugen, steht doch das Siegel von Familienministerin von der Leyen und das von Jugendonline drauf. Und genau das ist es, was mich ärgert. Wenn solch versiegelte Seiten Linktipps ausprechen, dann bitte auch ‘geprüfte’.
Unter dem Menuepunkt ‘Internet’ werden da ganz tolle Dinge angepriesen: Die WLAN Community fon, die auch von seriösen elektrischen Reportern vorgestellt wurden, und zum auch www.meet-teens.de
Das ist auch ein Jugendportal und kommt der ganzen Web2.0-Kiste schon ziemlich nahe. Stichwort ‘user generated content’. Auf der Seite können Jugendliche darum auch prima Profile anlegen und gaaanz sexy Bilder posten. Ach wie schön ist es doch, wenn die Kiddies unter sich bleiben.
Während sich die Bloggosphäre über den mangelnden Datenschutz von Userprofilen bei StudiVZ seit Wochen die Finger wund schreibt, bleibt unbemerkt welche Profildaten von Schülern über die diversen Plattformen gepostet werden. Das ist zwar nicht mehr ganz neu, aber so richtig relevant ist das wohl nicht, solange keiner petzt.
Gut, Klarnamen werden nicht genannt – aber dafür gibt es ICQ, email und Yahoo-Adressen. Das ist doch viel schöner.
Während es in StudiVZ einer Gruppe bedarf, die sich für eine Miss-Wahl unter den Profilen selbst findet, ist das bei meet-teens.de ein wesentliches Prinzip.
Matching heißt der Menue-Eintrag und dort werden die Top-Boys und die Top-Girls gevotet. Vorausetzung ist natürlich ein Bild als Appetizer, und am besten ein Profil mit noch mehr Bildern. Es lockt eine Aufnahme in die Top-25-Liste für die Fotografierten. Und: Der Bilderreigen ist auch für den Papi und die Mami und für mich frei einsichtig.
Toll.
Hang him high! Die Macht der Masse
Blogs sind in Deutschland zwar noch immer eine Randerscheinung, trotzdem besitzen sie schon heute eine gewisse Macht.
Welche Sachen gerade ganz heiss diskutiert werden, zeigt die spezielle ‘Blogsuchmaschine’ Technorati auf den ersten Blick.
Auf der Startseite werden die Top-Suchbegriffe des Tages eingeblendet und mit etwas Mühe kann man auch die Entwicklung des Themas im zeitlichen Verlauf nachvollziehen. Ein Feature das ich an Technorati sehr mag, bietet es doch reichlich Platz für Ablenkung. Vielleicht macht es sogar Sinn, sich damit näher auseinander zu setzen, auch wenn Statistiken bekanntlich per se manipulativ sind.
Ein Zeichen für die zunehmende Bedeutung der Bloggs auf Unternehmen zeigt eine Artikellavine, die derzeit ein hoffnungsvolles Start-Up unter sich begräbt: StudiVZ ist der Name einer Studentencommunity-Site a’la Xing und Co.
Die hatte ganz im Stil der DotCom-Ära eine glamoröse Erfolgsgeschichte. Wer als Student etwas auf sich hielt, hinterlegte bei StudiVZ sein Profil und tauschte sich innerhalb der Website mit anderen Studenten aus. Social-Software heißen solche Projekte. Sie füllen sich mit Inhalten, die von den Benutzern (den Usern) selbst erstellt werden. Profile, Bilder, Musik, Videos – erlaubt ist, was der Zielgruppe gefällt.
Vor wenigen Wochen tauchten Gerüchte auf, die Sicherheitslücken in der Software anprangerten, das persönliche Verhalten der Betreiber in Zweifel zogen und damit nahm die Geschichte ihren Lauf. Inzwischen führt StudiVZ die Technorati-Hitliste zum zweiten Mal in Folge an. Ein Ende der Diskussion ist noch nicht in Sicht.
Technorati eignet sich, um die Diskussionsschübe von größeren Skandalen nachzuvollziehen. Die Suchmaschine auf das Durchsuchen von Blogs optimiert und in der Szene geschätzt. Viele Blogs (auch dieses) bemühen sich, möglichst kompatibel zum Technorati-Algorythmus zu bleiben.
Die Suchmaschine bedankt sich, in dem die unübersichtliche Blogszene in Cluster von ‘Anerkennung’ geordnet werden.
Verlinkung durch andere Blogs bedeutet Reputation oder wie die Amerikaner sagen: authority. Wer ‘a lot authority’ bescheinigt bekommt, wird oft zitiert. ‘Some authority’ erhalten Blogs, die auf deutlich weniger aber immer noch ausreichend häufige Verlinkung verweisen können. Der große Rest ist mit ‘a little’ oder schlicht ‘any authority’ eine eigene Gruppe: the long tail.
Den bekam dort bis gestern Abend ‘Seinfeld‘-Star Michael Richards ins Genick.
Posts that contain “michael Richards” per day for the last 10 days.
Denn verzeichnete Technorati am 20. November die ersten Ausschläge zum Stichwort ‘Michael Richards’ von zumindest einem Blogger mit ‘Any authority’, meldete die Suchmaschine einen Tag später, am 21. November, schon mehr als 800 Blogeinträge Kategorien zum Thema. Auch in Deutschland was das Thema angekommen.
Erst am 22. erreichte das Thema auch die oft zitierten A- und B-Blogger. In diesem Momoent explodierte der Umfang der Posts in Blogs und der YouTube-Videstatements.
Soweit, so anders die Fälle. Während der Star trotz heftiger rasisstischer Ausbrüche auf offener Bühne bereit nach 4 Tagen wieder aus der Top-Ten-Search-List raus war, verharrt StudiVZ dort immer.
Und die Lehre?
Die Dynamik stellt alles bisher da Gewesene in den Schatten und ich bin gespannt, welche Mittel und Wege aus solchen Statementlavinen herausführen können. Das Gegenblog ist wohl wenig geeignet wie das Beispiel von StudiVZ zeigt.
Ob der frühzeitiger Gang nach Canossa (zeitgemäßer ist ein ‘Mea Culpa’ in den großen TV-Shows) demnächst wieder in Mode kommt? Die große Welle scheint in den USA jedenfalls abzuflauen.
Abwarten und Tee trinken.
Vorlesestunde: Aus Text wird Sprache
So richtig durchgesetzt hatte sich die Idee seinerzeit nicht. Als wir im Jahr 2002 die AutoLernWerkStadt von Volkswagen für noch jüngere Nutzergruppen öffnen wollten, stellte sich das Problem der Lesefähigkeit der ‘lieben Kleinen’.
Die waren zwar neugierig und wollten auch gerne vieles zu den Dingen erfahren über die wir damals schrieben – aber so lange lesen? Nein, dann doch lieber nicht.
Schon gar nicht am Monitor.
Es gab seinerzeit ein System, dass mich persönlich sehr interessierte: Logox von GDATA. Ein deutsches Stück Software, das es schaffte, lange Textpassagen vorzulesen. Text zu Sprache. Dazu musste der User (also das Kind) ein kleines Plugin herunterladen und auf dem eigenen Rechner installieren.
Wir hatten die gesamte Seite kurz vorher vollständig auf Flash umgestellt und wollten unseren Benutzern dann nicht noch ein weiteres Plugin zumuten. Der Plan wurde fallen gelassen.
Fast hätte ich es vergessen, wäre ich zufällig über eine andere, inzwischen modernere Lösung gestolpert:
Readspeaker.com liefert ähnlich gute Ergebnisse, benötigt aber kein zusätzliches Plugin.
Interessant für mich sind die Punkte Podcast (immerhin ist am Sonntag der erste Podcaststammtisch in Hannover) und Newsfeed. Eingesetzt wird das Tool seit kurzem auch von T-online. Und weil die Kids von damals noch immer nicht gerne lesen, hat auch www.netzcheckers.de von der Möglichkeit gebrauch gemacht
ReadSpeaker ist ein Internet-Dienst, der Barrieren in der Nutzung des Internets für viele Menschen beseitigt, indem der Inhalt von Webseiten durch eine computergestützte Stimme vorgelesen wird.Websites werden durch den Einsatz von ReadSpeaker wirksamer, da ihr Informationsangebot von viel mehr Menschen genutzt werden kann. Dabei leistet ReadSpeaker einen wichtigen Beitrag dazu, dass sich die Kluft zwischen Bevorzugten und Benachteiligten nicht noch mehr vergrößert.
ReadSpeaker – www.readspeaker.com
Ensdetten: Schoolshooting zum Nachdenken
‘Schoolshooter’, ein Begriff der mir persönlich unbekannt war, ist wohl die offizielle Bezeichnung für Amokläufe a’la Columbine, Erfurt oder Emsdetten. Erstmals untergekommen ist mir der Begriffe dank SternTV heute abend.
Wlan: Drahtlos ins Netz

Hans-Guck-In-Die-Luft hat Angst vor Kabeln. Vor allem dann, wenn die Strippen quer vor der Tür verlaufen. Eines dieser Kabel verbindet in meinem Büro den DSL-Router mit meinem PC.
Und heute ist es wieder passiert: Ich habe die Füße nicht hoch bekommen und den Router runter gerissen.
Schnautze voll: WLAN muss her.
Das ist zwar eine ziemlich dekadente Angelegenheit (Router und PC stehen keine 3 Meter von einander entfernt), aber der Kabelbaum auf der Rückseite meines PC’s wird etwas dünner und das ist ja auch was wert.
Für alle, die WLAN noch nicht kennen:
Hewlett-Packard liefert nicht
Warum kann nie etwas so klappen wie es abgesprochen und geplant war? Ich wollte meinen HP Pavilion DV 6000 eigentlich als Podcast-Produktionsstudio einsetzen. Laptops sind schön leise – ein großer Vorteil zum Aufnehmen von Tonaufnahmen.
Einzige Schwierigkeit:
Das Mikrofonsignal ist viel zu leise. Neue Treiber und eine Nachfrage beim HP-Support (in englisch) haben keine Verbesserung gebracht. Ein Hardwarefehler? Davon geht der Fachhändler in Salzwedel aus und hatte auch gleich ein Austauschgerät zugesagt. Das Problem: Er bekommt keins.
OpenBC goes Xing, aus Raider wird Twix
Ups. Das hätte ich ja jetzt fast verpasst. Da sitze ich nachts vor dem Blog und verpasse DAS Ereignis des Tages, das die Web2.0-Welt seit Wochen, wenn nicht Monaten bewegt:
Das von mir so hoch geschätzte OpenBC ist über Nacht zu Xing gewandelt. Nun möchte uns die eine Fraktion erklären, dass OpenBC dadurch von der Larve zum Schmetterling mutiert…
Think big: Wer war wann, wo?
Du bist da, wo du bist.
Wer sich noch nicht ganz von seiner realen Identität verabschiedet hat, definiert seine Position in der Regel über den Ort an dem er sich zur Zeit befindet. Die Frage “Wo bist du”, beschäftigt auch ein – man höre und staune – deutsches Unternehmen mit Namen Plazes.com.
Das hört sich schwer nach Internet an und das trifft den Nagel auf den Kopf.
Plazes.com bietet einen Service an, der die lästige Frage nach dem “Wo bist du?” überflüssig machen könnte. Das wäre durchaus eine kulturelle Katastrophe, diese Frage stellt sich gerade zu Zeiten des Handy doch relativ leicht und daher häufig. Anstatt diese Frage jeden Tag immer wieder zu beantworten, kann der Mensch auch einfach sein Handy oder Laptop mit einem kleinen Programm impfen.
Auf der Internetseite beta.plazes.com kann so jeder Bekannte oder Kunde oder Unbekannte auf einen Klick sehen, wo sich das Handy oder Computer des Gesuchten gerade befindet. Schöner Nebeneffekt: Sein Handy kann der Gesuchte nie wieder verlieren. Im Zweifelsfalle könnte er sogar einfachen einen Bekannten bitten, mal eben nachzusehen.
Wer das nicht tun möchte oder einfach mit der Frage “wo bist du” leben kann, der braucht jetzt hier nicht weiter zu lesen. Jeder der etwas mit Medienkompetenz oder der Vermittlung eben dieser zu tun hat, dem sei dieses hier empfohlen:
Mit-Gründer Stefan Kellner erklärt, warum seine Plattform nicht zum Big Brother taugt, warum wir derzeit Medien vergewaltigen und warum in Deutschland Web-Start-Ups eine so seltene Spezies sind.
Besonders interessant für meine Freunde bei Volkswagen ist der Hinweis von Stefan Kellner, dass auch GPS zur Ortung eingesetzt werden könnte. GPS, Auto – da geht doch was?
Aber, und immer kommt aus irgendeiner Richtung ein Aber: Das Argument, das Stefan Keller anführt, der User könnte durchaus Einfluss darauf nehmen, wem er Zugriff auf seinen Aufenthaltsort gewähren will ist löchrig wie ein Schweizer Käse.
Für plazes.com allein betrachtet, mag das durchaus stimmen. Geradezu unmöglich wird es in der Praxis, in der ich meine verschiedenen “Identitäten” im Auge behalten muss.
Würde ich, wie vorgeschlagen, plazes.com in Verbindung mit openbc.com (das jetzt übrigens “Xing” heißt) oder dem bei Kindern und Jugendlichen favorisierten MySpace nutzen, erweitert sich mein Profil unter denen mich meine Kontakte erreichen, plötzlich um den Aufenthaltsort.
Eine solche Öffentlichkeit ist dann doch etwas unheimlich. Es ist nötig, eine Liste zu erstellen: ‘Wer soll meine Daten nicht sehen können?‘
Allein der Umstand, dass ich vor einem aktuellen Termin (vor jedem Ortswechsel?) meine Kontakte auf eventulle Konsequenzen überdenken, überprüfen und anpassen muss, ist eine Arbeit die nicht vernachlässigt werden sollte.
Natürlich kann ich mir überlegen, ob ich meine aktuelle Position überhaupt angeben will. Aber nur wenn ich es verlässlich tue, macht ein Dienst wie Plazes.com überhaupt Sinn.
Es ist allerdings geradezu zynisch, in diesem Zusammenhang von einem ‘gewissen Maß an Medienkompetenz‘ zu sprechen.
‘Insofern setzt es eine gewisse Medienkompentz voraus nämlich zu entscheiden ‘was will ich veröffentlichen, was will ich nicht veröffentlichen’. Ich hab bei Plazes die Kontrolle, ich kann auch die Orte wo ich einmal war auch wieder verändern und wieder löschen’, O-Ton Stefan Kellner, Elektrischer Reporter 09.
Ja, danke fein? Die Tatsache, dass all meine Aufenthaltsorte auch noch gespeichtert und veröffentlicht werden, macht das Problem nämlich nicht leichter. Ganz im Gegenteil. Wie der von mir so hoch geschätzte elektrische Reporter aka Marius Sixtus in einem Kommentar auf seinem privaten Blog so treffend bemerkte:
Das Netz vergisst nicht. Mögen sie sich noch im Jahre 2016 über ihre damalige (heute: heutige) Blödheit ärgern und mögen die Initiatoren in ihrem nächsten Leben als Blinddarmnarbe zur Welt kommen.
Salzwedel bereitet sich auf Hanse-Tag 2008 vor
Wie aus zuverlässiger Quelle zu erfahren ist (Altmarkzeitung), bereitet sich die Stadt Salzwedel auf die 28. Hansetage vor. die finden dieses Mal nämlich in der Altmark statt.
Ganz schön seltsam, denn wer hätte gedacht, dass Salzwedel mit 20.000 Bewohnern eine echte Hansestadt gewesen sein soll. Immerhin ist die Elbe viel dichter bei Dannenberg. Und wir waren keine Hansestadt. Es ist auch nicht bekannt, dass Dannenberg jemals von Seeräubern überfallen wurde. Und dass, obwohl die Stadt bis in die 50er Jahre mindestens einmal jährlich nasse Füsse bekam.
Ich bin mal gespannt, was die Hansetage in Salzwedel den Nachbarn so bringen werden. Viel Arbeit und jede Menge neue Ideen – oder?
Zappen ist out
Die dritte Studie der Reihe “TV2010″ belegt, dass sich das Nutzungsverhalten der Zuschauer grundlegend ändert: Je mehr Sender verfügbar sind, umso mehr wird deren Rezeption gezielt geplant. Dabei helfen moderne “Tools” wie elektronische Programmführer, die nicht nur Überblick schaffen, sondern dem Anwender eine neue Erlebnisqualität bieten, die über das eigentliche Programm hinaus besteht. Der Nutzer wandelt sich vom passiven Zuschauer zum aktiven “Selector”, der bestimmt, welche Inhalte er wann, wo und wie konsumieren möchte.
Fraunhofer-Institut FIT – Pressemitteilung
Was dem Fernsehzuschauer recht ist, kann dem Websurfer nur billig sein.
Das Angebot ist unüberschaubar groß. Einige Seiten haben regelmäßig etwas zu meinen Interessen zu sagen, andere selten.
Was dem Fernsehzuschauer sein EPG sind den Surfern der nächsten Generation die Social-Bookmarkdienste wie DIGG oder del.icio.us, um nur einige zu nennen. Zusammen mit den News-Diensten RSS sparen diese “Programmführer” dem Surfer eine Menge Übersicht in kurzer Zeit.
Wo viel Licht, ist allerdings ist auch in Web2.0-Zeiten Schatten auszumachen.
Denn die Verweildauer am PC nimmt gewaltige Züge an. Es kommt bei mir schon einmal vor, dass ich 8 Stunden surfe . . . dass ich überhaupt so lange am PC sitze, ist seit den frühen 90ern nicht mehr vorgekommen.
Da hilft dann auch DSL 16.000 nicht weiter, eher im Gegenteil.
Radio setzt auf Internet
Der Deutschen liebstes Kind ist nicht mehr das Auto sondern die Glotze. Die wohnzimmerliche Unterhaltungstechnik taugt zur Imagebildung mindestens so gut wie die schicke Karosse in der Garage. HDTV und Co stehen kurz vor Weihnachten auf den Wunschzetteln ganz oben, und der alte Röhrenempfänger ist nur noch einen Zahltag von der Entsorgung entfernt.
Soweit sogut. Aber in den Funkhäusern zwischen Berlin und Köln, Hamburg und München schaut man inzwischen nicht nur auf die Konkurrenz. Wichtiger wird, was da aus der DSL-Dose kommt. ‘Internet’-Fernsehen und ‘Internet’-Radio sind zwar noch eine Randerscheinung, vor allem aber die technisch interessierte Jugend sitzt inzwischen lieber vor dem PC und lässt den Fernseher allenfalls nebenbei laufen.
Als erstes reagieren die Radioredaktionen auf diesen Trend.
Als Beweis dafür dienen mir Vorstöße der klassischen Medien ins Web. Der Jugendkanal des RBB, Fritz, und das Deutschlandradio haben fast zeitgleich eigene Projekte gestartet, um den zunehmend schneller fahrenden Zug nicht zu verpassen. Schöner Nebeneffekt: Anerkennung für alle Beteiligten.
aber mal ganz ehrlich. deutschlandradio hörspielredaktion nach soap, wurfsendung nun mal wieder eine verdammt gute idee. wünasche euch ausdauer und satte besucherzahlen.
blogspiel.de :: community
Gleichzeitig wird doch auch kritisch nachgefragt, typisch für die Internetszene:
war zeit, der welt da draussen mal zu zeigen, daß es in der netzwelt lauter guter sachen gibt. also, weiter so. viele gute beiträge, viele schöne sendungen! was haltet ihr von dem thema – zensur in den usa – ?
blogspiel.de :: community
Wesentlich wichtiger ist aber die gegenseitige Wechselwirkung, die solche Vorstöße mit sich bringen. Die klassischen Medien kommen auf diese Art an Formate, die längst aus dem Sendeplan verschwunden waren.Podcaster (Autoren von ‘Internetradio-Beiträgen’) können bei www.blogspiel.de Sendezeit gewinnen, die Rundfunkanstalten gewinnen neben der Aufmerksamkeit im Internet auch ‘erprobte Themen’ oder Während dem wöchentlichen Gewinner des Blogspieles Sendeplatz im Deutschland Radio. Eine schöne Sache, wenngleich die Navigation auf dem Blogspiel echt nervig ist.
‘Kultmoderator’ Stefan Raab hat mit TV-total auch schon mal einen Ausflug zur Konkurrenz gemacht und sich diese in die Sendung eingeladen. Diese, das ist ‘Katrin’ von ‘Ehrensenf’, einem Web-TV-Kanal, der sich humoristisch, schnodderig mit kuriosen Fundstücken aus dem www auseinander setzt. Nichts anderes hatte Stefan Raab anfangs gemacht.
Im blog von einfallsreich.net wird zum Thema Handlungsdruck festgestellt:
In neuen Medien wie dem Internet, tummeln sich nur Wiederholungen der bekannten Fernsehsender. Eigenes auf die Beine zu stellen, hat sich noch nicht bis zu den Programmplanern durchgesetzt. Da nützt es auch nichts, wenn z. B. RTL ihr Nachrichtenformat eigens für das Internet nocheinmal aufzeichnet. Das Format bleibt aber dasselbe.
» Blog Archiv » Studie “TV2010″ zeigt: Zuschauer verlangen nach neuen Formaten
Hörbar: Castor 2006
Während sich in Lüchow-Dannenberg die letzten Polizeikräfte aufs Abrücken vorbereiten, taumeln so langsam die Videos in den gängigen Portalen ein.
Weniger genutzt wird die Option ‘Audio’, die TagX-Interessierte unter dem Stichwort ‘Podcast’ schließlich auch im Web nutzen könnten.
Hier also meine ganz persönliche Geschichte vom TagX #10.
Castor 2006 – Fazit
Klappe zu, Affe tot.
Kurz nach 6 Uhr erreichen die Tieflader am Montagmorgen das Zwischenlager. Nach dem inzwischen 10.TagX stehen nun 80 Castoren in Gorleben. Dieser TagX war der erste, den ich aus der Perspektive als ‘Dannenberger’ live miterlebt habe. ‘Wendländer’ war ich ja schon immer, aber Dannenberg ist dichter am Geschehen als Lüchow und noch dichter als Wolfsburg.
Der Termin.
TagX an einem Wochenende ist neu. Es ist nicht jedermanns Sache, sich einen Tag frei zu nehmen, um im Wendland Position gegen den Atomstrom zu beziehen. Sich aber an einem Sonntag ins Auto zu setzen und nach Gorleben zu fahren, ist vergleichsweise leicht.
Vielleicht ist es so zu erklären, daß die Auftaktveranstaltung am Sonnabend in Gorleben so gut besucht war. Auch wenn ich nicht weiß ob es nun 3.000 oder 6.000 Demonstanten waren – ich fand es beeindruckend, daß die Menschen auch nach dem 10.Mal Stellung bezogen haben. Eine Toncollage von diesem Tag habe ich übrigens beim blogspiel ins Rennen geschickt. Zu spät ich weiß, aber ich hatte echt zu tun.
Den Straßentransport auf einen Montag in die frühen Morgenstunden zu verlegen, ist hingegen ein geschicktes Manöver der verantwortlichen Taktiker. Der wendländische November ist ausgesprochen ungemütlich, die Nächte sind nass und kalt, und nur die ganz Engagierten nehmen diese Hürde. Der große Rest bleibt außen vor – also im Bett.
Die Internationalität.
Bisher hatte ich keinen Kontakt zu ‘ausländischen’ TagX-lern. Wir hatten am Sonnabend einen total netten Tramper aus dem niederländischen Groningen mitgenommen. ‘Die Wendländer sind spitze’, meint der und wir unterhielten uns im wahrsten Sinne über Gott und die Welt. Schönen Gruß von hier aus.
Delegationen aus Frankreich vor Ort, Grußworte aus Russland im Rahmen der Auftaktveranstaltung wurde mir wieder bewusst: Atomkraftgegner gibt es auf der ganzen Welt. Der Widerstand gegen Atomstrom vernetzt sich scheinbar auch über die Ländergrenzen hinaus. Globalisierung made by Wendland.
Eine Aktion ist mir aufgefallen:
Die Stromwechselaktionen.
Wenn Kundenströme wandern, schmerzt das alle Zahlenjongleure in allen großen Unternehmen besonders. Ob das Verteilen von Handzetteln ausreicht, weiß ich natürlich nicht – aber die Idee ist charmant.
Und konsequent: Wer seinen Strom sauber haben will, der muss eben einen Euro mehr bezahlen. Oder er macht ihn sich gleich ganz selbst. Zum Beispiel aus Biogas. Natürlich nur, wenn er nicht im Grabower Neubaugebiet wohnt.
Mein Fazit?
Der Widerstand ist zwar schon 30 Jahre alt aber ich glaube man kann ihm trotzdem noch Vertrauen schenken. Die Leute hier sind ihren Teil stur. Wer hier öfter ist weiß das. Wer hier wohnt, wird früher oder später selbst so. Das liegt vielleicht an der Luft, an unseren Kühen oder an der Nähe zur Elbe.
Der Widerstand hat sich meiner Ansicht nach um unsere ganze Region verdient gemacht und er wird auch weiterhin für eine frische Briese im sonst so gottvergessenen Zonenrand sorgen. Auch, wenn der nächste Castortransport schon heute geplant wird.
Dicht dabei, vorbei
Um 15.00 passierte der Zug unseren Standort. Nun ist uns der Rueckweg nach Dannenberg versperrt.
Der Tag ist gelaufen.
Hitzacker, Harlingen
Er rollt, wenn auch langsam. Nach den Durchsagen des Lautsprecherwagens haben sich 500. Demonstranten an der Harlinger Bahnunterfuehrung eingefunden.
Hier in Harlingen kreist ein Hubschrauber. Die Mannschaftswagen sind abgerueckt. Angeblich weil die Polizei Angst bekommen hat. Informationen sind schwer zu bekommen. Ein Kamerteam vom Fernsehen friert wie wir in unmittelbarer Naehe der Gleise.
Weiterlesen
Strasse wieder zu
Was auf dem Hinweg so hoffnungsvoll begann, artete auf dem Rueckweg zu einer endlosen Warterei im Auto aus.
Angeblich wurde eine Zugmaschine von der Polizei auf der Strecke Gorleben-Dannenberg einkassiert. Das fuehrte zu einem Stau der allerdings von ffn ignoriert wurde.
Wir sind nach einer halben Stunde umgekehrt und ueber Meetschow und Luechow nach Dannenberg gekommen. Polizeikolonnen auf dem Rueckweg ohne Ende. mmerhin sitzen wir inzwischen beim Inder am Marktplatz und bekommen was zu essen.












