Wäre es nicht schön, wenn sich Beiträge (Content) und Werbung (Sponsoring) nicht so krass von einander unterscheiden würden? Auf Basic Thinking steht seit diesen Stunden eine sehr interessante Idee. Lesenswert. Auch von mir ein paar Anmerkungen dazu. Auf dem eigenen Blog (so von wegen den Besuchern und dem tiefen Glauben, dass das mit der Vernetzung doch ganz prima ist
)
Ich glaube, dass BloggingTom Recht hat. Der Aufwand, seine Werbeeinnahmen über einen solchen Dienst zu generieren ist vergleichsweise hoch. Allerdings kann sich jeder Blogger vor dem Indizieren seines Beitrages überlegen, ob und in welcher Größenordnung der Aufwand sich lohnt.
Das lässt sich vor allem dann abschätzen, wenn – wie von Henning angemerkt – der Beitrag schon länger aktiv ist. Denn nur für erfolgreiche Artikel kann sich der Stress letztendlich rechnen. Denn der Umstand, dass der Artikel aus dem Feed schon länger verschwunden ist, spricht ja nicht zwingend gegen seine Aktualität und Originalität. Beides Gründe, einen Artikel zu lesen.
Nebeneffekt für den Leser: Er weiß, dass der Autor sich seine Werbung “gezielt” auf die Seite geholt hat.
Wenn die Werbung dann noch etwas weniger plump daherkommen könnte (anderes Thema), senkt das den Mehrwert des Artikels für den Leser nicht zwingend, kann ihn unter Umständen sogar erhöhen. In jeden Fall wirkt das bestimmt anders auf den “Rezipienten” als AdSense.
Weiterer Nebeneffekt des verspäteten Indizierens: Die Methode erlaubt dem “gedachten” Unternehmen (oder Webdienst oder was auch immer), die Bannerpartner mit sehr genauen Zahlen zu füttern.
Ist doch schöner, wenn die Akquise sagen kann: “Hey du potenzieller Bannerschalter, dieser Artikel wird in der Woche X-Mal angeklickt. Außerdem hat der BlogAutor ein Profil für Partner zusammengestellt, welches aus diesen und jenen Gründen genau auf dich oder dein Produkt passt.”
Die Aussage ist jedenfalls griffiger als die lapidare Info, dass das BlogXy in der Vergangenheit 1.Mio Zugriffe hatte. Wofür, wann? Alles Fragen, die mir als Kunde durch den Kopf gehen.
Denn auch viele Werbekunden haben mit Blogs noch keine oder wenig Erfahrung. Vor allem die Online-Werbung-Neulinge scheuen, meiner Ansicht nach, die schwer zu kalkulierenden Kosten und nicht ganz einfachen Ermittlungsmethoden. Denn die Zahl der potenziellen Kunden lässt sich erheblich steigern, wenn kein Studium dafür nötig ist, die Werbeplanung und anschließende Erfolgskontrolle im eigenen Haus durchführen zu können.
Vertrauen ist aber die Grundlage für ein hippes Web2.0 Unternehmen (denn das soll es ja wohl denn doch werden, oder?). Vertrauen der Autoren, der Kunden und der Leserschaft.
Aus meiner Zeit in Wolfsburg stammte die Idee vom Seniroenweb. Aufgekommen Ende der 90er Jahre ist die Zeit vielleicht inzwischen reif dafür.

Seinerzeit machte sich einer unserer Kunden Gedanken darüber, wie wohl die Seniroen von den neuen Medien profitieren könnten. Das Projekt kam – leider, leider – nie über eine Betaphase hinaus.
Dabei wäre es aus Sicht des Enkels und Kindes, durchaus von Vorteil wenn ich mit Oma, Bielefeld oder mit Onkel und Tante in München via Web im Kontakt bleiben könnte.
Die Widerstände seitens der Alten sind hoch. Lapidarer Kommentar von Onkel Günther: “Was soll’s, was habe ich denn davon?”
Vielleicht sind die Senioren von heute mit der Glotze absolut zufrieden. Vielleicht fehlt Ihnen die Vision einer vernetzten Welt im Alltag. Vielleicht aber sind die Hürden einfach zu hoch.
Allein die Sprache macht es den vermeintlichen “Silversurfern” ungeheuer schwer. Da hilft es auch nix, wenn nun ganz offiziell ein deutsches Wort für “online” gefunden werden soll.
Wo es um PHP und VoIP, Firewalls und Attachments, Jpeg und MP3, Blog und CMS geht, steigt jeder Offliner fast zwangsläufig aus. Die Chance mit sinnvoller Argumentation das Individuum zu erreichen ist in diesem Falle vertan – meist für eine lange Zeit, weil der oder die Betreffende sich ja “schon früher mit einem, der ein echter Profi ist” unterhalten haben.
Eine ungute Rolle spielen auch die klassischen Medien, die sich zu Recht von der Entwicklung im WWW überfahren sehen. Sowohl die Zeitungen als auch das Fernsehen bereiten genüsslich die vermeintlichen Risiken vor ihrem analogen Publikum aus. Wer will schon im Internet einkaufen wenn die Taschendiebe in der Telefonbuchse stecken und die Rente klauen?

Inzwischen gibt es den einen oder anderen Ausreisser aus der Lethargie. So hat Geriatric1927 mit einer kleinen Idee einen Hype um seine Person ausgelöst. BBC, die Sun und andere renomierte Zeitungen haben ihn für sich entdeckt. Wahrscheinlich, weil er der erste seiner Art ist.
Generatic1927 hört im realen Leben auf den Vornamen Peter und er ist alles andere als ein glattgeleckter Medienprofi. Er ist ein alter Mann (79), der keine Lust hatte, seine Erinnerungen in Form eines Buches zu veröffentlichen. Sie schienen ihm zu banal, tippen zu langweilig und das Video ist so … bequem. Eine halbe Million Menschen hat Peters Fortsetzungsgeschichten über sein Leben inzwischen verfolgt – und es werden mehr.
Welche Schritte sind wohl nötig, um den Senioren (immerhin die am stärksten wachsende Bevölkerungsgruppe im Land) einen erkennbaren Mehrwert anzubieten? Welche Rolle spielt das Bloggen in dieser Hinsicht und welche Personen oder Personengruppen werden die Rolle des Firstmover übernehmen?
Für alle, die Peter aka Geriatric1927 noch nie gesehen haben:
Eine seiner Sendungen zum Anschauen
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